Bochum: Anschnitt 5/2020 erschienen

Die neue Ausgabe des montanhistorischen Periodikums DER ANSCHNITT widmet sich dem Aachener Steinkohlenbergbau, 3D-Aktivitäten im Zusammenhang mit dem Rammelsberg und der Geschichte des Hoerder Bergwerks- und Hüttenvereins. Das Heft kann über die VFKK oder online bezogen werden…

Die jüngere Geschichte des Aachener Steinkohlenbergbaus stellt immer noch ein Desiderat dar. Insbesondere die Beziehungen zur Konkurrenz aus dem Ruhrgebiet sind bislang nur unzureichend erforscht. Timo Hauge, M. A., Referat Industriekultur des Regionalverbandes Ruhr, untersucht in seinem Beitrag die langwierigen Verhandlungen zwischen dem Aachener Steinkohlensyndikat und dem Rheinisch-Westfälischen Kohlen-Syndikat über einen Beitritt zum einflussreichsten Kartell des Deutschen Reiches. Im Mittelpunkt stehen der langwierige Einigungsprozess zwischen 1929 und 1942 und die Frage, inwieweit das nationalsozialistische Regime in diesen eingriff.

Bereits in ersten Heft 2020 wurden neue Forschungen zum Rammelsberg im Rahmen des Vorhabens „Altbergbau 3D. Ein interdisziplinäres Projekt zur Erforschung des montanhistorischen Erbes im Harz“ vorgestellt. Nun ergänzen die Autorinnen und Autoren – Dr. Katharina Malek und Georg Drechsler M. A. vom Niedersächsischen Landesamt für Denkmalpflege, Dipl.-Inf. Wilhelm Hannemann und Tanja Schäfer M. A. vom Institut für Geotechnik und Markscheidewesen der Technischen Universität Clausthal sowie Dr. Hans-Georg Dettmer und Dr. Astrid Schmidt-Händel vom Weltkulturerbe Rammelsberg Museum & Besucherbergwerk – ihre Ausführungen um seither gewonnene Erkenntnisse und geben einen Einblick in den zweiten Projektteil, dessen Schwerpunkt auf der dreidimensionalen Aufnahme historischer Bergbaumodelle liegt. Mit dem Ziel der Rekonstruktion der Wasserhaltung im Rammelsberg wurden im ursprünglichen Zustand erhaltene Grubenbaue identifiziert und mit Schriftquellen und Modellen abgeglichen.

PD Dr. Dietmar Bleidick, Schriftleiter des ANSCHNITT, untersucht in seinem Beitrag die Standortfaktoren der Montanindustrie in der Take-off-Phase der Industrialisierung bis zur Gründerkrise der 1870-er Jahre am Beispiel des Hoerder Bergwerks- und Hüttenvereins. Im Vordergrund steht die Frage nach der Rolle der klassischen Elemente Rohstoff-, Verkehrs-, Absatz- und Arbeitsorientierung für die Standortentscheidung, die Anlagenstruktur und den Unternehmenserfolg. Von besonderem Interesse sind die Auswirkungen des Wandels dieser Rahmenbedingungen, etwa durch technische Innovationen. Als Vergleichsfolie dienen Unternehmen mit ähnlichen Grundvoraussetzungen, aber anderen Standortentscheidungen wie der Bochumer Verein und die Gutehoffnungshütte.

Wie gewohnt ergänzen Miszellen und Rezensionen das Heft.

DER ANSCHNITT ist das einzige montanhistorische Periodikum von internationaler Bedeutung. Jährlich erscheinen sechs Hefte mit umfangreichen Aufsätzen zu allen Epochen der Bergbaugeschichte; Kurzbeiträge beleuchten einzelne Forschungsaspekte und -ergebnisse. Jedes Heft enthält zudem einen Rezensionsteil und eine Beilage über die „Meisterwerke bergbaulicher Kunst und Kultur“.

DER ANSCHNITT kann über die Vereinigung der Freunde von Kunst und Kultur im Bergbau e. V. (VFKK) bezogen werden. Sabine Birnfeld, sabine.birnfeld@bergbaumuseum.de, +49 (0)234-5877 193 bzw. über den Online-Shop.

 

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