Landsweiler-Reden/Saar: “Das Erbe geht” – Steinkohlenbergbau-Dauerausstellung geschlossen

Am 28. November 2015 wurde die Ausstellung im Bergwerk Reden endgültig geschlossen. Damit ist nach der saarländischen Stiftung Industriekultur ein weiterer Baustein zum Erhalt der saarländischen Bergbaugeschichte selber „Geschichte“…

Die 2012 eröffnete Ausstellung, die einen Querschnitt durch die Bergbaugeschichte an der Saar bot, war auf gestalterisch höchstem Niveau angesiedelt: Das Design schuf  Jürg Steiner. Sie war später durch eine Abteilung zur Eisen- und Stahlindustrie erweitert worden. Jetzt soll die Landesausstellung nur noch als virtuelle Schau weiter existieren – als “moderne Präsentationsweise” bezeichnet.

Nach dem Ende des Steinkohlenbergbaus an der Saar im Jahre 2012 blieb eine grössere Zahl von bereits geschützten Anlagen oder Bergwerksteilen erhalten. Für deren Konservierung und Neunutzung wurde allerdings bisher wenig getan. So stehen die verfallenden Denkmale neben neugeschaffenen Attraktionen und ambitionierten Landschaftsparks. Am Beispiel Reden ist dies gut zu beobachten, wo die kommerzielle „Gondwana“-Präsentation mit der Steinkohlenausstellung konkurrierte. Die Zechenbauten – teils bereits skelettiert – dienen als morbider Hintergrund für neue Geländegestaltungen.

Nur das „Flaggschiff“ der saarländischen Industriekultur, das Welterbe Völklinger Hütte, wird seit Jahren schrittweise konserviert und für Besucher zugänglich gemacht. Zwar setzt man auch hier überwiegend auf zusätzliche Attraktionen, aber mit Hilfe der Denkmalpflege werden zumindest die historischen Anlagen für die Zukunft gesichert. Für den Bereich Steinkohlenbergbau ist dies allerdings noch nicht in Sicht; eine Struktur wie die Stiftung Industriedenkmalpflege in NRW fehlt. Selbst einmalige Objekte wie der Stahlbeton-Hammerkopf-Förderturm in Fischbach, von der Bundesingenieurkammer als „Historisches Wahrzeichen der Ingenieurbaukunst“ vorgesehen, bleibt derzeit ohne Perspektiven.

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