Hamburg/Niederfinow: Eiszeit auf Flüssen und Kanälen

Andreas Westphalen (Hamburg) schreibt zu seinen Bildern: „Die Kältewelle Anfang Januar brachte recht schnell und stark Eisgang u.a. auf der Elbe. Ab Mitte letzter Woche waren daher Eisbrecher im Einsatz. Die HPA (besser bekannt als Strom- und Hafenbau) schickte im Hamburger Hafen sechs Eisbrecher/ Schlepper in den 24 h-Betrieb, das WSA Lauenburg gesamt neun Schiffe. Gerade diese Eisbrecher-Flotte hat ihren Reiz. Zum einen sind es spezielle Fluß-Eisbrecher, die in der Regel größtenteils ganzjährig im Betriebshof Geesthacht aufliegen und nur für den Eisaufbruch in Fahrt kommen. Zum anderen sind es interessante Schiffe, die zum Teil schon über 50 Jahre in Betrieb sind.

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Das Trio WIDDER (1949), STIER (1951) und WISENT (1953) stammen von der Hitzler Werft in Lauenburg, letzter war der erste Eisbrecher mit einer Unwuchtanlage. Eisbrecher WOLF stammt unverkennbar aus einer 6er Serie "made in DDR" (1966-68), BÜFFEL ist mit dem Baujahr 1988 immerhin das modernste Schiff. Die Aufnahmen stammen vom Sonntag, als sechs Eisbrecher zwischen der Staustufe Geesthacht und Harburg im Einsatz waren.  Zur Zeit sind die Schiffe trotz Tauwetter zum Teil noch im Einsatz, um das Eis im Fluß zu halten. Somit war es ein kurzer, aber intensiver Einsatz."

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Nicht mehr zum Einsatz kam wohl der historische Eisbrecher "Stettin", der heute in Hamburg beheimatet ist und zeitweise unter anderem für die Freihaltung des Kaiser-Wilhelm-Kanals (heute prosaisch als Nord-Ostsee-Kanal bekannt) zuständig war.

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Vom Schiffshebewerk Niederfinow, das übrigens 2009 seinen 75. Geburtstag feiert (wir kommen darauf zurück), übermittelte Eckhard Schinkel obige Aufnahme des zuständigen WSA. Was aussieht wie „ICE ART“, sind zur Druckverminderung ausgesägte und hochgestellte Streifen aus dem zugefrorenen Kanalbett.

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