Baden-Baden: Ausstellung „Der Rhein im 19. Jahrhundert. Ritterburgen mit Eisenbahnanschluss“

­Mit seiner landschaftlichen Schönheit und sagenumwobenen Vergangenheit zog der Rhein seit den Tagen der Grand Tour stets viele Reisende und Maler an. Im frühen 19. Jahrhundert wird der Rhein zunehmend romantisiert – und zeitgleich industrialisiert. Auf den Felsen über dem Rheintal entwerfen Architekten, darunter bedeutende wie Karl Friedrich Schinkel (1781–1841) und Friedrich August Stüler (1800–1865), in Schlössern und Burgen eine landschaftsbezogene Rückbindung an ein ideales Mittelalter. Unterhalb der Burgen bahnen Schienen, Tunnel und Brücken der Dampflok ihren industriellen Weg entlang des großen Stroms. Ab 1824 verkehrten Dampfschiffe nach regelmäßigen Fahrplänen auf dem Rhein.

Der zunächst wenig bildwürdige Oberrhein mit seinem stark mäandernden und sich permanent verändernden Flussbett rückte zu Beginn des 19. Jahrhunderts in den Fokus der Aufmerksamkeit: Johann Gottfried Tulla (1770–1828) und seine Nachfolger trugen maßgeblich zur umfassenden ökologischen und ökonomischen Veränderung der Region bei und verwandelten den Rhein in die zentrale Verkehrsader der westeuropäischen Moderne. Im Zuge der Rheinbegradigung konnte nicht nur ein dauerhaft schiffbarer Strom geschaffen werden, auf dem Reisende, Waren und Industrieprodukte in nördlicher wie südlicher Richtung schneller ans Ziel gelangten. Die Trockenlegung bislang versumpfter Gebiete führte zur Landgewinnung und besseren Bewirtschaftung landwirtschaftlicher Flächen.

Neben zahlreichen Gemälden u. a. von Johann Wilhelm Schirmer (1807–1963), Georg Schneider (1759–1843), Christian Eduard Boettcher (1818–1889) aus der Sammlung RheinRomantik, Bonn, ist auch erstmals die 1827 begonnene "Rheinreise", die Louis Bleuler (1792–1850) mit seinen Schülern in einer 80-teiligen Gouache-Serie erstellte, nahezu vollständig zu sehen. Von der Quelle bis zur Mündung in die Nordsee bei Rotterdam erlauben die 77 Ansichten aus dem Liechtensteinischen Landesmuseum (Sammlung Adulf Peter Goop) einen Blick auf den Rhein zu Zeiten weitreichender Veränderungen.

Die Ausstellung entstand in enger Zusammenarbeit mit der Sammlung RheinRomantik, Bonn.

Zur Ausstellung erscheint im Athena-Verlag ein Katalog mit Beiträgen aus dem vorangegangenen Symposium zum Preis von 19 ¤.

Weitere Informationen auf der Website des Museums (bitte anklicken!)

 

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