Stettin: Tagung zur Geschichte von Zement, Beton und Stahlbetonbau

Zum dritten Mal nach 2004 („Klappbrücken“) und 2006 („Energiequellen“) lud die regionale Tourismusorganisation ZROT gemeinsam mit der Denkmalbehörde und der Technischen Hochschule zu einem Internationalen Seminar mit industriekultureller Thematik nach Stettin.

Vom 15. bis 17 Oktober trafen sich etwa hundertzwanzig Historiker, Denkmalpfleger und Tourismusfachleute, um unter der Überschrift „Technisches Erbe für die Zukunft – Touristische Route Stahlbeton“ die Geschichte von, den Umgang mit und die Attraktivität von Bauten aus Beton und Stahlbeton in Stettin und anderen polnischen Städten zu präsentieren und zu diskutieren.

Die einführenden Vorträge hielten der polnische TICCIH-Repräsentant Prof. Stanislaw Januszewski (Breslau) und der Sprecher der deutschen TICCIH-Gruppe, Prof. Michael Mende (Braunschweig).

Der erste Teil der Konferenz befasste sich mit der Geschichte der Zementindustrie und des Betonbaus in Stettin. Der zweite Teil war Betonbauten in anderen Teilen Polens gewidmet, so der Jahrhunderthalle in Breslau, verschiedene Betonbauten in Warschau, das Warenhaus Okraglag in Posen, und den „Wolkenkratzer“ von Kattwitz, sowie die Betonschiffwerft von Rügenwalde.

An den Sitzungstag im Stadtmuseum schloss sich eine umfangreiche Exkursion an.

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Im Freihafen

Auf dem Programm standen – der Stockwerkspeicher im Freihafen – Der Elevator („EWA“) von 1936 – der Bismarckturm (Architekt: Wilhelm Kreis – das Hydrierwerk in Pölitz (Police) – historische Eisenbahnbrücken – die Kirche zur Heiligen Polnischen Krone – die Bunker unter bzw. neben dem Hauptbahnhof – das Kino „Kosmos“ aus den 1950er Jahren – historische Filme über Stettin

Bereits am Tag zuvor waren die Substruktionen der Hakenterrasse und die Dachkonstruktion des Stadtmuseums besichtigt worden. Auf weitere bedeutende Objekte der Betongeschichte wie das Wrack des Betonschalentankers „Ulrich Finsterwalder“, den Kokskohlenturm der städtischen Gaskokerei und die Bauten im Umfeld der Zementfabrik „Stern“ konnte nur hingewiesen werden.


Kokskohlenturm der Gaskokerei

Der dritte Konferenztag begann mit einem Besuch der katholischen Herz-Jesu-Kirche. Die ehemaligen evangelischen Garnisonkirche war 1912-19 ganz in Stahlbeton errichtet worden.

 Herz-Jesu-Kirche

Ein weiterer Tagungsblock widmete sich Fragen der Restaurierung und Konservierung von Betonbauten und -objekten, so historischen Grabdenkmalen. Auch die Verwendung von Beton in militärischen Bauten war Thema.

Daran schloss sich das abschliessende Plenum an, auf dem nochmals auf die möglichen Potentiale des Industrietourismus und die auch für die Entwicklung von Bautechnik und Baustoff bedeutenden Denkmale hingewiesen wurde.

Alle Beiträge wurden in einem handlichen Tagungsband mit englischen und deutschen Abstracts veröffentlicht.

www.zrot.pl

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Hydrierwerk Pölitz

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