Industriekultur

Magazin für Denkmalpflege, Landschaft, Sozial-, Umwelt- und Technikgeschichte

Berlin: Vortrag „Frühe Autobahnplanung und Autobahnrealisierungen in Deutschland 1925-1934“ im Deutschen Technikmuseum

­Die Grundlagen für den Autobahnbau in der NS-Zeit wurden bereits in der Weimarer Republik gelegt: Trotz des niedrigen durchschnittlichen Motorisierungsgrades gab es in den 1920er Jahren in Deutschland ein hohes Verkehrsaufkommen im Nahbereich großer Städte, so auf den Strecken Bonn-Köln-Düsseldorf, Frankfurt/M.-Heidelberg-Mannheim und Halle-Leipzig. Darauf reagierten verschiedene „Autobahn-Initiativen“.

Der Vortrag geht besonders auf den „Verein zum Bau einer Straße für den Kraftwagen-Schnellverkehr von Hamburg über Frankfurt a.M. nach Basel“ (Hafraba) ein, der eine Nord-Süd-Autobahn von Lübeck über Hamburg und Frankfurt/M. nach Basel propagierte und in Frankfurt/M. 1926 gegründet wurde. Trotz weitreichender Planung und Unterstützung durch Reichskanzler Heinrich Brüning (1885-1970) war der Verein nicht erfolgreich. Nach der Machtübernahme lösten die Nazis die Hafraba auf und übertrugen die Aufgaben der neu gegründeten regimetreuen „Gesellschaft zur Vorbereitung des Reichsautobahnbaus“ (GEZUVOR).

Der Vortrag in der Reihe Verkehrsgeschichte der Vorträge im Deutschen Technikmuseum, veranstaltet vom Verein Deutscher Ingenieure (VDI), VDI-Bezirksverein Berlin-Brandenburg, Arbeitskreis Technikgeschichte (Dr.-Ing. Karl-Eugen Kurrer und Dr. phil. Stefan Poser), zeigt die Vielzahl der Autobahnlinien auf, die in der Weimarer Zeit geplant wurden. Exemplarisch werden die Planungskriterien der Hafraba diskutiert.

Veranstaltungsort: Deutsches Technikmuseum, Trebbiner Straße 9, 10963 Berlin, Vortragssaal

Verkehrsverbindungen: U-Bahnhof Gleisdreieck, U-Bahnhof Möckernbrücke

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