Zürich: Archiv der Textilfirma Robert Schwarzenbach wird erschlossen

­Das Seidenhaus Schwarzenbach wurde, so heißt es weiter, 1829 in Thalwil gegründet. Daraus ging in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts die Firma Robert Schwarzenbach & Co. hervor. 1928 sei es das grösste Textilunternehmen der Welt mit eigenem Hochhaus in Manhattan gewesen. Für die Firma arbeiteten 28’000 Angestellte, der Umsatz betrug 267 Millionen Schweizer Franken. 1981 wurde die Produktion eingestellt.

Damit würden wertvolle Informationen zur Wirtschafts-, Sozial- und Textilgeschichte des 19. und 20. Jahrhunderts gesichert, heisse es in einer gemeinsamen Mitteilung der ZB und des SNM. Das Archiv in Thalwil berge umfangreiche Geschäftskorrespondenz und persönliche Nachlässe der Familie Schwarzenbach. Zudem enthalte das Archiv auch besondere Einzelstücke wie beispielsweise die einzige erhaltene Mitschrift einer Rede, die Adolf Hitler im August 1923 in Zürich hielt. Den Kern des Textilarchivs bilden Musterbücher, Hängemuster, Referenzmusterschachteln sowie Jacquard-Patronen. Das Schwarzenbach-Archiv ist somit eine äusserst wichtige Quelle zur Erforschung der Geschichte der zürcherischen Seidenindustrie.

Die Archivalien umfassen 50 Laufmeter, dazu kommt das Textilarchiv in 35 Paletttürmen. Die Arbeiten – sichten, katalogisieren, konservieren und lagern – würden von der Zürcherischen Seidenindustrie Gesellschaft mit einem Betrag von 600’000 Franken unterstützt. Zusätzlich haben sich die Baugarten-Stiftung und die Georg und Bertha Schwyzer-Winiker-Stiftung mit einem erheblichen Betrag beteiligt.

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