Archiv für den Monat: Mai 2009

Ratingen: Barockes Herrenhaus der ältesten Fabrik Deutschlands wird saniert / Jetzt Hinweisschilder an der Autobahn

Als Teil der von dem Wuppertaler Kaufmann Johann Gottfried Brügelmann 1782 gegründeten ersten Fabrik auf dem europäischen Kontinent ist das spätbarocke Gebäude ein Baudenkmal von nationalem Rang. Zusammen mit der erhalten gebliebenen „Hohen Fabrik" ist es einer von sechs Schauplätzen des LVR-Industriemuseums.

„Der Landschaftsverband Rheinland (LVR) verbindet mit der Sanierung gleich mehrere Ziele:  Zum einen wird die bislang nicht genutzte Gebäudehälfte für Ausstellungen und Veranstaltungen erschlossen", so LVR-Dezernentin Kultur und Umwelt Milena Karabaic. „Statt bisher vier wird es – zusätzlich zum repräsentativen Gartensaal mit seinem beeindruckenden Wandgemälde – zwölf  Ausstellungsräume geben. Neben der bisherigen Darstellung der Büroarbeit vor 200 Jahren wird es künftig Einblicke in Leben und Alltag der Unternehmerfamilie Brügelmann geben."

Die Besucherinnen und Besucher werden über die Geschichte von drei Generationen erleben können, wie ein großbürgerlichen Haushalt um 1800 organisiert war, wie die politischen Verhältnisse der Napoleonischen Zeit das Leben veränderte oder wie Frauen das Unternehmen retteten. Um jederzeit spannend, unterhaltend und emotional zu erzählen – ohne Fakten und Fiktion zu verwischen – werden neue Medien innovativ mit klassischen Ausstellungsmitteln verbunden. Die neue Ausstellung erschließt durch ausführliche Informationen das Herrenhaus selbst und berichtet über die Funktion und mögliche Ausstattung einzelner Räume.

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Schauplatzleiterin Claudia Gottfried und LVR-Dezernentin für Kultur und Umwelt, Milena Karabaic (v.l.) stellten die Umbauten des LVR-Industriemuseums, Schauplatz Ratingen, vor (Foto: Ludger Ströter/LVR)

Doch nicht nur der Ausstellung wird mehr Platz eingeräumt. Im Dachgeschoss bezieht die Museumspädagogik ein eigenes Domizil mit viel Platz für Bildung und Unterhaltung; und im Erdgeschoss des rechten Hausflügels werden ab 2010 gleich drei repräsentative Räume für kleinere Empfänge, Seminare und ähnliches zur Verfügung stehen, die zudem sowohl für private wie geschäftliche Anlässe gemietet werden können. Darüber wird die Museumsverwaltung ihre Büros beziehen.

Durch den Einbau eines Aufzuges wird das Herrenhaus – wie schon seit Jahren die „Hohe Fabrik" – künftig auch von Menschen besucht werden können, die auf den Rollstuhl angewiesen oder gehbehindert sind oder mit dem Kinderwagen unterwegs sind.Trotz der vielfältigen Nutzungen will das Museum den historisch einmaligen Charakter des Gebäudes erhalten und zum Maßstab für alle Räume machen. Entsprechend dem besonderen Denkmalwert sind Gipsplatten und Sperrholz kein Mittel der Wahl.

Der Abschluss der Baumaßnahme ist voraussichtlich im Sommer 2010. Der Gartensaal kann während dessen fast immer besichtigt werden, wie auch die „Hohe Fabrik". Dort geht trotz der Sanierung am Herrenhaus der Museumsbetrieb weiter. Hier dreht sich auch weiterhin das Wasserrad und Surren die Spinnmaschinen. Da das Herrenhaus vorübergehend nur in Teilen besichtigt werden kann, ist der Eintrittspreis einige Monate lang reduziert.

Auftakt der Touristischen Hinweisbeschilderung in Ratingen

„Dies ist ein Auftakt in doppelter Hinsicht: Das Autobahnschild für das LVR- Industriemuseum Standort Ratingen, das mit dem Herrenhaus Cromford verdeutlicht wird, weist einerseits auf den Beginn der Industrialisierung hier in Ratingen hin. Es vermittelt es an exponierter Stelle, dass Industriekultur im Rheinland nicht auf das Ruhrgebiet beschränkt ist, sondern überall im Rheinland Präsenz zeigt. Und darüber hinaus ist der heutige Termin das Debüt für die Touristischen Hinweisbeschilderungen für alle LVR-Museen rund um die Autobahnen A1, A3, A4, A44, A 46 und A52", so Karabaic. „Wir sind sehr froh darüber, dass das LVR- Industriemuseum künftig mit allen Standorten auf diese Weise an viel befahrenen Autobahnen vertreten ist und zu einem Abstecher einlädt."

SchildRatingen.450.JPGLVR-Dezernentin Kultur und Umwelt, Milena Karabaic, präsentierte die Touristische Hinweisbeschildung für das LVR-Industriemusem, Schauplatz Ratingen

Der kommissarische Leiter des LVR-Industriemuseums, Dr. Markus Krause, sowie Martin Schmidt, Mitarbeiter des Schauplatzes Ratingen, zeigten sich erfreut über die touristische Aufwertung und Ergänzung: „ Damit können wir punkten – die Touristischen Hinweisbeschilderungen werben für einen Besuch in den LVR-Museen, und wir versprechen unseren Gästen ganz besondere Eindrücke in unseren Dauer- und Sonderausstellungen".

Die Touristischen Hinweisbeschilderungen der LVR-Museen folgen dem Design der vom Land Nordrhein-Westfalen vorgegebenen Richtlinien: Auf braunem Grund sind die Industriebauten in ihrer Architektur weiß hervorgehoben, unter dem Titel „Industriekultur" sind Industriemuseum und geografischer Standort angegeben. Die Schilder stehen jeweils vor der Autobahnausfahrt, die dem Standort am nächsten liegt; in einem weiteren Schritt soll die innerstädtische Folgebeschilderung ergänzt werden.

(Quelle: LVR; ; Fotos: Ludger Ströter/LVR) 

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Ironbridge: 300 Jahre Kokshochofen – Internationale Tagung

Als „Birthplace of Industry“ gehört das Severn-Tal von Coalbrookdale heute zu den weltweit bedeutendsten Denkmalen der Industriegeschichte mit einer Vielzahl einzelner Sehenswürdigkeiten und Museen unter dem Dach des Ironbridge Gorge Museum Trust (www.ironbridge.org.uk).

Anläßlich des Jubiläums bietet der Trust nach eigenen Angaben zahlreiche Veranstaltungen. Neugestaltet wurde die Ausstellung im „Museum of Iron“. Seit Ostern 2009 zeigt The Coalbrookdale Gallery zahlreiche künstlerische Darstellungen des Tales und seiner Werke, basierend auf der Elton Collection, ergänzt durch zahlreiche, teil selten gezeigte Leihgaben. Am letzten Juliwochenende findet das „Coalbrookdale Festival“ statt. Vom 7. bis 10. August treffen sich im Blists Hill-Freilichtmuseum englische Kunstschmiede im Rahmen eines „forge in“, um die Atmosphäre einer viktorianischen Industriestadt wiederentstehen zu lassen. Das Festjahr ist auch Anlaß zur bis Juli andauernden Sanierung der archäologischen Stätte mit den Ruinen des Darby-Hochofens. Seit Beginn der 1980er Jahre wird der erhaltene Teil des Hochofens von einem Schutzdach überdeckt.

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Ein Höhepunkt der Feiern ist der Kongress „Footprints of Industry“. Als „mayor academic conference“ angekündigt, soll vom 3. bis 6. Juni am Ort des ersten Kokshochofens ein Panorama der Industriearchäologie gezeichnet werden.

DRAFT PROGRAMME

DAY ONE: THURSDAY 4TH JUNE 2009

THE ORIGINS OF INDUSTRIALISATION AND THE INHERITANCE OF ABRAHAM DARBY

Farms to Forges: early medieval industrialisation in Europe: Ronald A. Ross (Wilfred Laurier University, Ontario)

Iron, glass, and castles: the medieval industrial landscape in southern Germany: Gerhard Ermischer (Archaeologisches Spessart-Project, Germany)

Ancient copper and lead pollution records from peat bogs in Central Wales and Scotland: Tim Mighall et al. (Universities of Aberdeen, Cambridge, Westminster, Leeds and Edinburgh)

Monastic Scotland not Quaker Coalbrookdale?: Salt and the ‘long Industrial Revolution’: David Cranstone (Cranstone Consultants)

The early iron industry in the English west midlands: Peter King (Independent Researcher)

Before the Lunar Society: the evidence for early post-medieval industrialisation in Birmingham: Chris Hewitson (University of Birmingham)

Some Brayon and Walloon interventions at Coalbrookdale: Brian G. Awty (Independent Researcher)

The Industrial and Social Impact of John Wilkinson: Vin Callcut (Independent Researcher)

Industrialisation: Some thoughts on Archaeological Evidence from the Manchester Region: Mike Nevell (University of Manchester)

DAY 2: FRIDAY 5TH JUNE 2009

TOWARDS BRAVE NEW WORLDS: TECHNOLOGY, SOCIETY AND GLOBALISATION

C’est en forgeant qu’on devient forgeron: cognitive archaeology and metalworking: David Dungworth (English Heritage)

Dressing ore in a mining backwater, 1405 to 1930: continuity through conservatism or change through ‘tweaking’?: Phil Newman (English Heritage)

Religion, science and technology in the sixteenth, seventeenth and eighteenth centuries: Paul Belford (Ironbridge Gorge Museum Trust)

Puddling: A Metallurgical Perspective: Merton C. Flemings (Massachusetts Institute of Technology)

Advancing the work of Prometheus – the impact of artificial light in the workplace and beyond: Ian West (University of Leicester)

New men on the block – Sheffield steelmen in the Cutlers’ Company:Joan Unwin (Company of Cutlers in Hallamshire)

Living through the industrial revolution: disease and death in 18th and 19th century Birmingham: Megan Brickley (University of Birmingham)

Smelting works, chapels, churches, institutes and houses: Stephen Hughes (Royal Commission on the Ancient & Historical Monuments of Wales)

Bound to the Margins of Society: West Yorkshire Workhouses of the Industrial Age: Charlotte Newman (University of York)

The Shock of the New: technology and change in London’s East End: Emma Dwyer (Museum of London Archaeology)

Bath in the Industrial Revolution: the Harmony of Tourism, Trade, and Innovation: C. J. Axon (University of Oxford) and Stuart Burroughs (Museum of Bath at Work)

Steel Away – the Trenton Steel Works and the Struggle for American Manufacturing Independence: Richard W. Hunter and Ian C. Burrow (Hunter Research Inc.)

Keynote lecture: Marilyn Palmer

DAY 3: SATURDAY 6TH JUNE 2009

UNDERSTANDING, MANAGING AND INTERPRETING THE HERITAGE OF INDUSTRIALISATION

Detritus or Waste? Approaches to preservation and presentation of 19th and 20th century industrial workshops: William Mitchell (University of Birmingham)

It’s not just the Buildings: Approaches to improving appreciation of Ironworks in their landscapes in South Wales: Andrew G Marvell (Glamorgan-Gwent Archaeological Trust)

The Clee Hills: concrete heritage, missed opportunities and an extraordinary landscape: Roger White (University of Birmingham)

Industrial Heritage in the Greater Region: Norbert Mendgen (HTW des Saarlandes)

Industrial heritage in Spain: national plan and concrete examples: Pablo Sánchez (University of Valladolid / Llámpara Association)

Apocalypse Soon: a seedbank of of technologies as part of the human survival package?: David Cranstone (Cranstone Consultants)

So much archaeology, so little time: archaeological technique and Industrial remains: Helen Gomersall (West Yorkshire Archaeology Advisory Service)

Concluding lecture: Bringing Back The People; Sir Neil Cossons

Aktuelle und detaillierte Informationen unter: www.ironbridge.org.uk

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Die europäische Perspektive: Projekt Early Birthplaces

Ironbridge ist auch wichtiger Bestandteil des Projektes „Early Birthplaces“ (www.early-birthplaces.eu) , in dem europaweit die vor- und frühindustrielle Entwicklung der Roheisenerzeugung dokumentiert und präsentiert wird – unter maßgeblicher Beteiligung des LVR-Industriemuseums, Schauplatz Oberhausen.   

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Dortmund: Kokerei Hansa ist Publikumsliebling der Industriedenkmalstiftung / 7. Montan-trödelmarkt am 21. Juni

Der Standort Hansa in Dortmunds Nordwesten ist nicht zu bremsen – die erfreuliche Bilanz von der dort ansässigen Kletterhalle Bergwerk, dem Veranstaltungszentrum Alte Schmiede, der historischen Almetalbahn und der Kokerei Hansa beläuft sich zusammen auf über 96.000 Besucher.

Obwohl die Kletterhalle (www.kletterhalle-bergwerk.de) erst Mitte März eröffnete, konnte sie bis zum Jahreswechsel allein mit 42.000 Kletterbegeisterten aufwarten. Im Laufe des letzten Jahres kamen außer dem Klettern noch weitere Anziehungspunkte hinzu, so öffnete zum Beispiel der Biergarten an der Kletterhalle im Sommer seine Pforten. Seit Anfang 2009 ergänzt sogar eine eigene Sauna das Rundum-Angebot im umgebauten Turbokompressorenhaus der Kokerei Hansa. Christoph Knieper, Inhaber der zu den größten Kletteranlagen Deutschlands zählenden Freizeitanlage, ist rundum zufrieden mit der Bilanz und freut sich besonders darüber, auch im Stadtteil anzukommen: „Die Kletterhalle wird nicht nur von Sportlern aus ganz Europa angesteuert, sondern auch von Schulen und sozialen Einrichtungen des Stadtteils als Sport- und Erlebnisstätte genutzt.“

Die Alte Schmiede (www.ihv2000.de), Veranstaltungszentrum auf dem Gelände der früheren Zeche Hansa, war im vergangenen Jahr fast restlos ausgebucht und kam damit auf 30.000 Gäste in den historischen Mauern. „Die Möglichkeit zu Veranstaltungen und Feierlichkeiten aller Art, ob Firmenversammlung oder Hochzeit, wird seit jeher von den Menschen des Stadtteils und auch über die Grenzen hinaus rundherum gut angenommen“, so Gerd Hendler vom Vorstand der Interessengemeinschaft Huckarder Vereine, der die Schmiede seit 1999 als Vereinsstätte dient und sie gleichzeitig vermietet.

Auch Jens Petersmann, Geschäftsführer der Westfälischen Almetalbahn e.V. (www.bahnhof-mooskamp.de) zeigt sich begeistert über das Interesse der Besucher. „Obwohl wir gerade erst begonnen haben, unser Angebot auszubauen, konnten wir für das Jahr 2008 bereits 4.000 Gäste für eine Fahrt in einer historischen Straßenbahn, vorbei an der interessanten Industriekulisse der Kokerei Hansa und versteckten Schätzen der Region begeistern“.

Die Kokerei selbst legte 2008 erneut eine Punktlandung hin, über 20.000 Besucher kamen, genau wie im Vorjahr, auf das stillgelegte Industriedenkmal in Dortmunds Nordwesten. „Karlchen Koks“ scheint dabei der absolute Star des vergangenen Jahres zu sein. Das Maskottchen in Form eines vorwitzigen Kokskrümels, der seit der Einführung des Kinder-Audioguides im Juni die kleinen Besucher über „sein“ Denkmal führt, machte den Besuch der Kokerei für die unter 12-Jährigen weitaus spannender als bisher.

Um fast 40 Prozent stieg die Anzahl der ausgeliehenen Audioguide-Führungen im Gegensatz zum Vorjahr auf rund 2.500. Einen Großteil davon gab Annette Marchewitz, Mitarbeiterin der Stiftung Industriedenkmalpflege und Geschichtskultur, in deren Eigentum sich die Kokerei Hansa befindet, in erwartungsvolle Kinderhände: „Die Kinder lieben die unkonventionelle Art, mit der sie die riesige Anlage und die komplizierte Technik hier erklärt bekommen“. Kinderfreundlichkeit wird auf Hansa seit jeher großgeschrieben, so erhielt die Stiftung Industriedenkmalpflege und Geschichtskultur bereits im November die Auszeichnung „Dortmund familienfreundlich“.

Doch auch die Erwachsenen nutzen die Audioguides, um sich ganz spontan, auch außerhalb der regulären Führungszeiten, die stillgelegte Industrieanlage anzusehen. Ursula Mehrfeld, Geschäftsführerin der Stiftung, freut sich über diese Entwicklung: „Familien- und Kinderfreundlichkeit kann gar nicht groß genug geschrieben werden. Wir werden dieses Anliegen auch bei weiteren Entwicklungen der Kokerei verfolgen und wollen auch künftig dem Zertifikat ,Dortmund familienfreundlich´ mehr als gerecht werden.“

Auf der Beliebtheitsskala der Kokerei-Besucher stehen auch die offenen Wochenend-Führungen ganz oben. Besonders die Führung am Sonntagnachmittag und die Nachtlichtführung hatten es den Besuchern angetan. Fast 700 Nachtschwärmer kamen allein um sich die stillgelegte Industrieanlage am Freitag Abend in nächtlicher Illumination anzuschauen. Die Führung am Sonntagnachmittag wurde von über 600 Besuchern angesteuert, die unter dem Motto „Natur und Technik“ einen spannenden Rundgang durch die riesige Anlage erlebten.

Besonderes Lob in der Besucherbefragung 2008 ernteten erneut die Begleiter der Führungen für ihre Freundlichkeit und ihr Wissen. Aber auch die Möglichkeit, überhaupt so tief in eine Industrieanlage vorzudringen, „geheime“ Orte zu entdecken und Maschinen von „anno dazumal“ in Aktion zu erleben, schlug sich in den Besucherkommentaren nieder.

Weitere Fakten, die die Besucherbefragung offen legt: So ist der durchschnittliche erwachsene Besucher 40,4 Jahre alt, mehr Männer als Frauen besuchten das Denkmal, die weiteste Anreise hatten Besucher aus den USA. Am stärksten vertreten waren jedoch wieder Besucher aus Deutschland. Neben den vielen lobenden Einträgen gab es durchaus auch überraschende Reaktionen in den Besucher-Kommentaren, so zum Beispiel von zwei Besuchern aus der Schweiz, die sich hocherfreut zeigten „mal was anderes als Berge zu sehen“!  Woher wussten die Besucher von Hansa? Der Trend aus dem letzten Jahr setzte sich auch in 2008 fort, die Besucher erfuhren vor allem aus Tageszeitungen und dem Internet von Hansa und viele nutzten die Ruhrtopcard für einen Eintritt in die Kokerei. 

Weitere Instandsetzung des Kohlenturms I

Drei Gebäude hat die Stiftung Industriedenkmalpflege und Geschichtskultur auf dem Gelände des Industriedenkmals Kokerei Hansa in Huckarde umgebaut. Dazu zählen der Eingangsbereich, das Waschkauen- und Sozialgebäude und die Zentralwerkstatt. Für die Instandsetzung des Kohleturms I hat die Bezirksregierung Arnsberg nach bekunden der Stiftung Ende 2008 erneut einen Förderbetrag von 981 000 Euro bewilligt. Damit hat das Land NRW bislang 1,5 Millionen Euro für den Erhalt des Turms zur Verfügung gestellt. Die Gesamtkosten für die Restaurierung werden sich voraussichtlich auf 2,5 Millionen Euro belaufen.

Traditioneller Montantrödelmarkt am 21. Mai (Christi Himmelfahrt)

Arschleder, Grubenlampen und Barbarafiguren werden am 21. Mai auf Hansa wieder heftig umworben sein, denn dann startet der 7. Montantrödelmarkt auf dem Industriedenkmal. Der mittlerweile schon zum Kult gewordene, ganz besondere Flohmarkt lockte im letzten Jahr über 800 Besucher an. Die Kokerei Hansa präsentiert auch dieses Jahr wieder traditionell an Christi Himmelfahrt abwechslungsreiche Stände, an denen, in der Kompressorenhalle oder in der Waschkaue, Raritäten aus den Zeiten von Kohle und Stahl feil geboten werden. Das Angebot reicht dabei von besagten Erinnerungsstücken, über Bilder zum Thema Industriekultur, steinerne Kostbarkeiten, die man unter Tage finden konnte, bis hin zu Bücherständen, die längst vergriffene und auch antiquarische Bücher zum Thema anbieten.

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Auch in diesem Jahr wird es wieder einen Stand für Kommissionsware auf dem Montantrödelmarkt der Kokerei Hansa geben. Hauerbriefe, Grubenlampen, alte Bücher zum Thema und vieles mehr, können dort zum Verkauf abgegeben werden.  Am Stand der Stiftung Industriedenkmalpflege und Geschichtskultur, vor den imposanten Kompressoren, werden die "Schätzchen" dann an den Mann gebracht. Selbst schwierige "Kandidaten" können dort ganz einfach den Besitzer wechseln, vom Experten bis zum Hobbysammler tummeln sich an Christi Himmelfahrt traditionell alle auf der Kokerei Hansa, die am Montanzeitalter im Revier Interesse haben.

Weitere Informationen gibt es unter der Telefonnummer 0231-931122-33 oder auf www.montantroedelmarkt.de.

(Quelle: Pressemitteilungen) 

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Brauweiler: Viertes Symposium „Historische Wasserbauten im Kontext der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie“

In den vergangenen Monaten hat sich insbesondere die Deutsche Gesellschaft für Mühlenkunde und Mühlenerhaltung mit der Problematik beschäftigt, die bei der Umsetzung der WRRL historischen Wasserbauten droht (wir berichteten) und bereits einige Stellungnahmen veröffentlicht (Info). Sie weist immer wieder darauf hin, dass gegenüber Umwelt- und Naturschutzbelangen die kulturgeschichtlichen Aspekte zu wenig berücksichtigt werden und im Rahmen des „Rückbaus“ die Zerstörung und Beeinträchtigung der an den Gewässern über Jahrhunderte entstandenen  technischen Anlagen droht.

Programmübersicht:

Moderator: Prof. Dr.-Ing. Jürgen Jensen, Wasserbau und Hydromechanik, Universität Siegen

Eröffnung (Grußworte): Ministerpräsident Dr. Jürgen Rüttgers; Prof. Dr. Udo Mainzer, Landschaftsverband Rheinland, Denkmalpflege; Landrat Werner Stump, Rhein-Erft-Kreis, Vorsitzender Mühlenverband Rhein-Erft-Rur

Vorträge:

Ministerialrätin Dr. Birgitta Ringbeck, Ministerium für Bauen und Verkehr NRW: Das wasserbauliche Denkmal in der Umsetzung der WRRL. Denkmalschutz und WRRL-Kompatibilität

Reiner Priggen, MdL NRW(Grüne): Politische Genese und Umsetzung der WRRL: Eine 1:1-Umsetzung?

Dr. Norbert Heinen, Vorsitzender Rheinischer Verein für Landschaftspflege und Denkmalschutz e.V.: Wasserlandschaften und historische Gewässersysteme als integraler Bestandteil der Kulturlandschaft und des kulturellen Erbes

Dr. Christoph Aschemeier, Wassernetz NRW:WRRL-konforme Gewässerumgestaltung und die Folgen für historische Querbauwerke

Klaus Brunsmeier, Stellv. Vorsitzender BUND: Umsetzung der WRRL und Durchgängigkeit = Sterben der Wehranlagen?

Dr. Ulrich Kern, Erftverband: Umgestaltung der Erft in der Kulturlandschaft – quo vadis?

N.N.: Praktische Beispiele der Reaktivierung von Kleinwasserkraftstandorten als Beispiel zum Klima- und Denkmalschutz (NRW)

N.N.: Praktische Beispiele aus den Niederlanden/Belgien

Abschlussstatements: Prof. Dr.-Ing. Jürgen Jensen, Uni Siegen; Paul Demel, Dt. Gesellschaft für Mühlenkunde und Mühlenerhaltung e.V.

Im Rahmen des Symposiums Infostände von RMDZ, IGW, Frontinus-Gesellschaft, Erftverband, Denkmalpflege, DWhG etc.

Kontakt und Anmeldung (bis 10. Mai 2009):

Mühlenverband Rhein-Erft-Rur e. V. in Bergheim (MVRER): info@mvrer.de

Programm zum Download hier

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