Archiv für den Tag: 7. Mai 2009

Uckange/Lothringen: Denkmalhochofen auch in dieser Saison wieder zugänglich

Die Anlage im Eigentum des Gemeindeverbunds Val de Fensch, die dort den „Parc du Haut-Fourneau“ einrichtet. Der umgebende „Jardin des Traces“ der Stadt Uckange wird diesen Sommer durch einen „Garten der Alchemie“ ergänzt. Im Jahre 2008 besuchten gut 8.400 Besucher den Hochofenpark.

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Von der Hochofenanlage ist eine „Funktionseinheit“ mit Bunker, Beschickung, Winderhitzer, Ofen mit Abstichhalle sowie Gasreinigung erhalten. Im Hintergrund liegen die Bauten von Kraftwerk und Gebläsehalle.

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Auf dem festgelegten Rundgang erläutern dreisprachige Tafeln die einzelnen Teile der Anlage. Man betritt den Rundgang durch ein Zelt, in dem Schautafeln die Geschichte der Hütte und des Ortes bis zur Stillegung erläutern. Mitglieder der Mercilor (Freunde der lothringischen Industriegeschichte) bieten am Wochenende ehrenamtlich  Führungen an.

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Das Hüttenwerk in Uckange (Ückingen), bei Thionville an der Mosel gelegen, wurde 1890 von den Gebrüdern Stumm mit zunächst vier Hochöfen errichtet und 1904 auf sechs erweitert. Nach dem Ersten Weltkrieg kam die Hütte in französisches Eigentum und gehörte zuletzt der Usinor.

Öffnungszeiten:

11. April bis 1. November:

Di.-So. 14.00 bis 18.30, Fr./Sa. auch 20.30 bis Mitternacht

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­Weitere umfangreiche Informationen in französischer Sprache

Auskunft:

Office de Tourisme du Val de Fensch, F-57700 Hayange, Frankreich

Tel. 0033/382866530

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Berlin: Eigensinn mit Luntenzündung – Landmaschinen Marke Eigenbau aus der DDR als Fotoausstellung in Berlin

Die beiden Fotografen Bernd Hiepe und Erasmus Schröter haben von 1992 bis 1994 zahlreiche dieser Gefährte und ihre Besitzer in Thüringen ausfindig gemacht, in gestalterisch eindrucksvoller Weise noch einmal in Szene gesetzt und mit professioneller Studiolichttechnik fotografiert.

Da es in der DDR zur Bewirtschaftung der eigenen kleinen Scholle keine Traktoren gab, bauten sich findige Köpfe mit handwerklichem Geschick und Organisationstalent ihre Gefährte selber. Aus Einzelteilen von alten Land- und Baumaschinen, Militärfahrzeugen, diversen LKW, PKW oder Motorrädern entstanden die kuriosesten Vehikel.

Diese Zeiten sind lange vorbei. Nach der Wende entfielen die Absatzmärkte für nebenerwerbslandwirtschaftliche Produkte. Strenge TÜV-Normen und versicherungstechnische Auflagen machten dieser spezifischen Form der DDR-Landtechnik den Garaus.

Bernd Hiepe, geboren 1955 in Erfurt, lebt und arbeitet als freiberuflicher Fotograf in Berlin.Er war als Lithograf und Fotografenmeister in der wissenschaftlichen Fotografie tätig und von 1988 – 1991 Mitarbeiter der Galerie „Lichtblick“ in Köln. Seit 1984 werden seine Arbeiten in Ausstellungen gezeigt.Erasmus Schröter, geboren 1956 in Leipzig, lebt und arbeitet als freier Fotograf in Leipzig.Er studierte Fotografie an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig und war dort 2006 und 2007 als Gastprofessor tätig. 1985 verließ er die DDR, übersiedelte nach Hamburg und arbeitete dort für verschiedene Zeitschriften. Seit 1990 beschäftigt er sich intensiv mit lichtinszenierter Fotografie und verwirklichte mehrere Projekte.

Mit dem Texter Franz Josef Görtz haben sie den Bildband „Das andere Traktorbuch“ zusammengestellt, der im Cadmos Verlag Brunsbek erschienen ist.

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Galerie der Fototechnik-Dauerausstellung

3. März bis 28. Juni 2009

Dienstag bis Freitag:  9.00 – 17.30 Uhr

Samstag / Sonntag: 10.00 – 18.00 Uhr

Deutsches Technikmuseum Berlin

Trebbiner Straße 9, 10963 Berlin-Kreuzberg

Telefon: 030 / 90 254-0,Fax: 030 / 90 254-175

(Text und Fotos: Deutsches Technikmuseum Berlin)

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Düsseldorf: Ausstellung „100 Jahre Führerschein“ im Meilenwerk

Mit dem kaiserlichen “Gesetz über den Verkehr mit Kraftfahrzeugen vom 3. Mai 1909“ schlug die Geburtsstunde des amtlichen Führerscheins. Diese rechtsverbindliche Regelung für ganz Deutschland löste die Ausweisflut der Königreiche, Herzog- und Fürstentümer im Deutschen Reich ab. Auf der ersten Seite, § 2, hieß es: “Wer auf öffentlichen Straßen oder Plätzen ein Kraftfahrzeug führen will, bedarf der Erlaubnis der zuständigen Behörde. Die Erlaubnis gilt für das gesamte Reich; sie ist zu erteilen, wenn der Nachsuchende seine Befähigung durch eine Prüfung dargetan hat und nicht Tatsachen vorliegen, die die Annahme rechtfertigen, dass er zum Führen von Kraftfahrzeugen ungeeignet ist. Den Nachweis der Erlaubnis hat der Führer durch eine Bescheinigung (FÜHRERSCHEIN) zu erbringen.”

Bis Ende der 50er-Jahre galt Autofahren in der Bundesrepublik als Männer-Sache. Begehrte eine Frau den “grauen Lappen”, war sie auf den guten Willen des Herrn Gemahls angewiesen. Denn ohne seine Erlaubnis blieb der Göttergattin der Führerschein verwehrt. Das änderte sich erst am 1. Juli 1958 mit Inkrafttreten des “Gesetzes über die Gleichberechtigung von Mann und Frau auf dem Gebiet des bürgerlichen Rechts”. Frauen erhielten also eher das Wahlrecht (schon 1919) als dass sie ohne die Einwilligung des Mannes den Führerschein machen durften!

Dieses und vieles Wissenswerte rund um die Geschichte der Fahrerlaubnis veranschaulicht die Ausstellung “100 Jahre Führerschein” im Düsseldorfer Meilenwerk, dem “schönsten Oldtimer-Kaufhaus der Welt.” Die Sachverständigen-Organisation FSP (Fahrzeug-Sicherheitsprüfung) präsentiert als Partner von TÜV Rheinland zusammen mit dem Fahrlehrerverband Nordrhein e.V., Bezirk Düsseldorf, die kurzweilige Schau. Sie bietet zugleich einen spannenden Streifzug durch die deutsche Politik-, Technik- und Kulturgeschichte.

Die Ausstellung basiert auf einer fast 30jährigen Sammlung des Technik-Archiv Hahn (Korschenbroich, www.tornax.de).

Die Regelung für ganz Deutschland seit 1909 löste die Ausweisflut der vielen unterschiedlichen Verwaltungsgebiete im Deutschen Reich ab – darunter die vier Königreiche Preußen, Bayern, Württemberg und Sachsen sowie elf Herzog- und sieben Fürstentümer. Zuvor verloren manche “Motorwagen-Erlaubnis-Scheine” beim “Grenzübertritt” ihre Gültigkeit und dem Fahrer drohte neben der Verhaftung auch die Beschlagnahme seines Autos. Ein Kuriosum am Rande: Karl Krieger, der Chauffeur des letzten deutschen Kaisers Wilhelm II., besaß nie einen “echten” Führerschein, da er es verpasst hatte, seine “Lenkbefähigung” von 1903 bis zum Stichtag gegen den Einheitsführerschein umzutauschen.

Führerscheine sind zugleich Zeitzeugen – etwa aus dem besetzten Rheinland, der Inflations- oder Nachkriegsära. Und: In der DDR gab es gar keinen Führerschein. Der hieß dort “Fahrerlaubnis”, da das Wort “Führer” den Apparatschiks im Arbeiter- und Bauerstaat zu negativ besetzt schien.

Der älteste Fahrausweis – eine Velociped-Karte für eine Radfahrerin – stammt aus dem Jahr 1896. Damals schrieb ein gewisser Dr. med. Warmwickler: “Auf Grund meiner fünfzigjährigen Praxis erkläre ich die seit zwei Jahren aufkommende Radfahrmanie der Damen schlechthin für Massenselbstmord.” Diese Vorahnung bewahrheitete sich zwar nicht, aber es dauerte noch weit mehr als ein halbes Jahrhundert bis zur offiziellen Gleichberechtigung der Frauen. Heute gehört der Führerschein zum mobilen Leben wie Notebook oder Handy. Anfang des Jahres begann bei TÜV Rheinland eine neue Ära in der Geschichte der Fahrerlizenz. Bei allen Prüfstellen in NRW, Berlin, Brandenburg und dem Saarland findet die theoretische Prüfung ausschließlich am PC statt.

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Das Düsseldorfer Oldtimer-Zentrum Meilenwerk bietet als “lebendiges Museum” die ideale Kulisse für die Ausstellung “100 Jahre Führerschein”. In dem denkmalgeschützten, ehemaligen Lokschuppen können die Besucher zahlreiche Klassiker in Glas-Garagen bewundern. Händler, Veteranen-Werkstätten, Boutiquen, Shops, das Gourmet-Restaurant “Sakari”, das Bistro “Hebmüller” oder der Biergarten mit Ausschank im historischen Citroën-”Wellblechbus” laden zum Verweilen ein. Das Meilenwerk liegt etwa 1,5 Kilometer von der Autobahnausfahrt Düsseldorf-Wersten (A 46) entfernt. Zunächst der Beschilderung Phillips-Halle folgen, dann ist das Meilenwerk ausgeschildert. Es stehen kostenlose Parkplätze zur Verfügung.

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www.meilenwerk.de

 

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Ratingen: Barockes Herrenhaus der ältesten Fabrik Deutschlands wird saniert / Jetzt Hinweisschilder an der Autobahn

Als Teil der von dem Wuppertaler Kaufmann Johann Gottfried Brügelmann 1782 gegründeten ersten Fabrik auf dem europäischen Kontinent ist das spätbarocke Gebäude ein Baudenkmal von nationalem Rang. Zusammen mit der erhalten gebliebenen „Hohen Fabrik" ist es einer von sechs Schauplätzen des LVR-Industriemuseums.

„Der Landschaftsverband Rheinland (LVR) verbindet mit der Sanierung gleich mehrere Ziele:  Zum einen wird die bislang nicht genutzte Gebäudehälfte für Ausstellungen und Veranstaltungen erschlossen", so LVR-Dezernentin Kultur und Umwelt Milena Karabaic. „Statt bisher vier wird es – zusätzlich zum repräsentativen Gartensaal mit seinem beeindruckenden Wandgemälde – zwölf  Ausstellungsräume geben. Neben der bisherigen Darstellung der Büroarbeit vor 200 Jahren wird es künftig Einblicke in Leben und Alltag der Unternehmerfamilie Brügelmann geben."

Die Besucherinnen und Besucher werden über die Geschichte von drei Generationen erleben können, wie ein großbürgerlichen Haushalt um 1800 organisiert war, wie die politischen Verhältnisse der Napoleonischen Zeit das Leben veränderte oder wie Frauen das Unternehmen retteten. Um jederzeit spannend, unterhaltend und emotional zu erzählen – ohne Fakten und Fiktion zu verwischen – werden neue Medien innovativ mit klassischen Ausstellungsmitteln verbunden. Die neue Ausstellung erschließt durch ausführliche Informationen das Herrenhaus selbst und berichtet über die Funktion und mögliche Ausstattung einzelner Räume.

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Schauplatzleiterin Claudia Gottfried und LVR-Dezernentin für Kultur und Umwelt, Milena Karabaic (v.l.) stellten die Umbauten des LVR-Industriemuseums, Schauplatz Ratingen, vor (Foto: Ludger Ströter/LVR)

Doch nicht nur der Ausstellung wird mehr Platz eingeräumt. Im Dachgeschoss bezieht die Museumspädagogik ein eigenes Domizil mit viel Platz für Bildung und Unterhaltung; und im Erdgeschoss des rechten Hausflügels werden ab 2010 gleich drei repräsentative Räume für kleinere Empfänge, Seminare und ähnliches zur Verfügung stehen, die zudem sowohl für private wie geschäftliche Anlässe gemietet werden können. Darüber wird die Museumsverwaltung ihre Büros beziehen.

Durch den Einbau eines Aufzuges wird das Herrenhaus – wie schon seit Jahren die „Hohe Fabrik" – künftig auch von Menschen besucht werden können, die auf den Rollstuhl angewiesen oder gehbehindert sind oder mit dem Kinderwagen unterwegs sind.Trotz der vielfältigen Nutzungen will das Museum den historisch einmaligen Charakter des Gebäudes erhalten und zum Maßstab für alle Räume machen. Entsprechend dem besonderen Denkmalwert sind Gipsplatten und Sperrholz kein Mittel der Wahl.

Der Abschluss der Baumaßnahme ist voraussichtlich im Sommer 2010. Der Gartensaal kann während dessen fast immer besichtigt werden, wie auch die „Hohe Fabrik". Dort geht trotz der Sanierung am Herrenhaus der Museumsbetrieb weiter. Hier dreht sich auch weiterhin das Wasserrad und Surren die Spinnmaschinen. Da das Herrenhaus vorübergehend nur in Teilen besichtigt werden kann, ist der Eintrittspreis einige Monate lang reduziert.

Auftakt der Touristischen Hinweisbeschilderung in Ratingen

„Dies ist ein Auftakt in doppelter Hinsicht: Das Autobahnschild für das LVR- Industriemuseum Standort Ratingen, das mit dem Herrenhaus Cromford verdeutlicht wird, weist einerseits auf den Beginn der Industrialisierung hier in Ratingen hin. Es vermittelt es an exponierter Stelle, dass Industriekultur im Rheinland nicht auf das Ruhrgebiet beschränkt ist, sondern überall im Rheinland Präsenz zeigt. Und darüber hinaus ist der heutige Termin das Debüt für die Touristischen Hinweisbeschilderungen für alle LVR-Museen rund um die Autobahnen A1, A3, A4, A44, A 46 und A52", so Karabaic. „Wir sind sehr froh darüber, dass das LVR- Industriemuseum künftig mit allen Standorten auf diese Weise an viel befahrenen Autobahnen vertreten ist und zu einem Abstecher einlädt."

SchildRatingen.450.JPGLVR-Dezernentin Kultur und Umwelt, Milena Karabaic, präsentierte die Touristische Hinweisbeschildung für das LVR-Industriemusem, Schauplatz Ratingen

Der kommissarische Leiter des LVR-Industriemuseums, Dr. Markus Krause, sowie Martin Schmidt, Mitarbeiter des Schauplatzes Ratingen, zeigten sich erfreut über die touristische Aufwertung und Ergänzung: „ Damit können wir punkten – die Touristischen Hinweisbeschilderungen werben für einen Besuch in den LVR-Museen, und wir versprechen unseren Gästen ganz besondere Eindrücke in unseren Dauer- und Sonderausstellungen".

Die Touristischen Hinweisbeschilderungen der LVR-Museen folgen dem Design der vom Land Nordrhein-Westfalen vorgegebenen Richtlinien: Auf braunem Grund sind die Industriebauten in ihrer Architektur weiß hervorgehoben, unter dem Titel „Industriekultur" sind Industriemuseum und geografischer Standort angegeben. Die Schilder stehen jeweils vor der Autobahnausfahrt, die dem Standort am nächsten liegt; in einem weiteren Schritt soll die innerstädtische Folgebeschilderung ergänzt werden.

(Quelle: LVR; ; Fotos: Ludger Ströter/LVR) 

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