Archiv für den Tag: 11. August 2012

Industriedenkmalpfleger trauern um Friedhelm Henseler

Als junger Architekt war er 1960 in die Architekturabteilung des Kesselbauers Babcock eingetreten, dessen Sonderbau-Abteilung er bis 1993 leitete. Als erfahrener Kessel- und Schornsteinbauer war er ein wertvolles Mitglied der AG Industriedenkmalpflege, der jederzeit hilfreich mit Rat und Tat zur Stelle war, wenn Fragen der Erhaltung von Industrieschornsteinen anstanden. Dies war z.B. der Fall bei der Eisenhütte Duisburg-Meiderich oder des Magdeburger Grusonwerkes, wo es um die Erhaltung des “Langen Heinrich” ging, des 1922 erichteten, 108 Meter hohen Backstein-Schornsteines des Werkes.
Als Mitglied von Fachverbänden wie der Deutschen Gesellschaft Feuerfest und Schornsteinbau und dem Bundesverband der deutschen Ziegelindustrie hielt er auch nach seiner Penionierung den Kontakt zur Fachwelt und brachte dort historische Perspektiven ein. Besonders die Mitglieder der Arbeitsgruppe kannten ihn in den langen Jahren seiner Mitgliedschaft als Ruhe ausstrahlenden, freundlichen und zugewandten Kollegen. Im Bereich einiger Denkmalämter wurde er mit Gutachten beauftragt. Die Arbeitsgruppe wird ihm ein ehrendes Gedenken bewahren. (Axel Föhl)

LWL trauert um Michael Funk

Seit 1996 hat der gebürtige Duisburger den Standort des LWL-Industriemuseums in Petershagen (Kreis Minden-Lübbecke) aufgebaut und geleitet. In dieser Zeit machte er die Glashütte Gernheim zu einem überregional beachteten Museum und Treffpunkt international renommierter Glaskünstler. „Das Museum war für ihn nicht allein Arbeitsort, sondern sein Lebenswerk, dem er sich mit aller Kraft widmete“, würdigt LWL-Direktor Dr. Wolfgang Kirsch die Leistungen Funks. 

Die fortschreitende Erkrankung, an der er seit Jahren litt, machte ihm das Arbeiten seit längerem nicht mehr möglich. Dennoch plante er weiter: Der Historiker sollte die Museumsarbeit beratend weiter begleiten. Für die bevorstehende Verabschiedung führte er schon eine umfangreiche Gästeliste. Gefreut hatte sich Michael Funk auch auf die Feierlichkeiten zum 200-jährigen Bestehen der Glashütte Gernheim in diesem Jahr, zu dessen Auftakt am Sonntag (10.6.) in Petershagen die Jahresausstellung der Glaskünstlervereinigung NRW eröffnet wird. 

Der plötzliche Tod setzt dem hoffnungsvollen Blick in die Zukunft ein jähes Ende. Michael Funk hinterlässt seine Frau und zwei Töchter im Alter von 17 und 15 Jahren, denen unser Mitgefühl gilt. (LWL Pressemitteilung)

Duisburg: TKS reißt Deutschlands bekanntesten Hochofen ab

Nachdem bereits einige Häuser der Dieselstraße abgerissen wurden (siehe IK 4/10), muss nun auch die imposanteste Landmarke des Stadtteils weichen. Hochofen 4 hatte bis Mai 2008 Roheisen produziert. Seitdem gehörte er zur Kaltreserve des Unternehmens, die aktiviert werden sollte, falls die Konjunktur anzöge. Die wird nun, wegen Konjunkturflaute und Kurzarbeit, nicht mehr benötigt.

In besseren Zeiten sollen der nebenan errichtete hochmoderne Hochofen 8 sowie der runderneuerte Hochofen 9 dank höherer Kapazitäten den Verlust locker ausgleichen. Außerdem verfügt das Unternehmen wenige Kilometer nördlich, im Stadtteil Schwelgern, über weitere Hochöfen. Im Duisburger Süden sind weitere Öfen der Hüttenwerke Krupp-Mannesmann im Einsatz.

Obwohl in den letzten Jahren bereits Hochöfen in Ruhrort und Rheinhausen verschrottet wurden, bleibt Duisburg auch ohne Hochofen 4 der größte Produktionsstandort für Roheisen in Europa.

Chemnitz: Tage der Industriekultur vom 14.-16. September

Die „Spätschicht“ gibt mit Führungen und offenen Toren Einblicke in die laufende Produktion von Chemnitzer Unternehmen, während in deren Räumlichkeiten gleichzeitig Veranstaltungen, Ausstellungen und Konzerte stattfinden. Zur „Frühschicht“ sind Kindergarten- und Grundschulkinder zu Führungen in sechs ausgewählten Unternehmen und Forschungseinrichtungen eingeladen. Der Gründerzeitmarkt auf dem Chemnitzer Marktplatz lässt das bunte Treiben eines Marktes am Ende des 19. Jahrhunderts wieder auferstehen. Der Sonntag steht unter dem Motto „Industriewelten“. In der historischen Sterngarage, als eine der ersten ihrer Art 1928 an der Zwickauer Straße in Chemnitz errichtet und heute Sitz des Museums für sächsische Fahrzeuge, soll dem Publikum ein Kunst- und Kulturprogramm zwischen Theater, Kleinkunst und Diskussion geboten werden.