Archiv für den Tag: 10. Juni 2008

Am „Tag der Architektur“ werden auch zahlreiche Umnutzungen von Industriedenkmalen präsentiert

In NRW findet die schon traditionelle jährliche „Leistungsschau“ der Architekten in diesem Jahr wegen des frühen Ferienbeginns schon am 21./22. Juni statt; die übrigen Bundesländer folgen am 28./29. Juni.

In Mecklenburg-Vorpommern findet die offizielle Eröffnung am 27. Juni 2008 in einem Industriedenkmal statt: dem Literaturhaus „Uwe Johnson“ in Klütz. Der Speicher aus dem 19. Jahrhundert wurde von den Lübecker Architekten Chlumsk-Peters-Hildebrand saniert und umgebaut.

Unter den 484 in NRW in einem umfangreichen – gedruckt oder im Internet zugänglichen – Katalog aufgeführten Objekten stechen für den Bereich „Industriekultur“ besonders heraus:

Aachen: – Widra-Areal (Sa. + So., 11-13 Uhr)

Büren: – Umnutzung, Sanierung und Erweiterung der Niedermühle von 1537 (So., 10-18 Uhr)

Detmold-Heiligenkirchen: – Ausbau einer Lagerhalle der 1970er Jahre zum Wohnatelier (Sa., 14-18 Uhr)

Dortmund: – Umbau eines denkmalgeschüzten Laborbaus (Phoenix-West) von 1958 zum Büro (Sa., 11-16 Uhr)

Duisburg: – Umnutzung eines Laborgebäudes (Hüttenwerk Meiderich) zur Biologischen Station (Sa. 10-12, So. 10-14 Uhr)

Düren: – Sanierung einer papierverarbeitenden Fabrik von 1911 zum Büro- und Gewerbestandort; Dampfkesselhaus mit hist. Dampfmaschine als Ausstellungsraum (Sa.+So. 13-16 Uhr)

Düsseldorf: – Umnutzung einer Remise des Rheinbahndepots zum Einfamilienhaus (Sa., 15-17 Uhr)

Euskirchen: – Sanierung und Umnutzung „Alte Tuchfabrik“ („in Folge des Umbaus unter Denkmalschutz gestellt“)(Sa., 14-17 Uhr)

Frechen: – Umbau des Trocken- und Pressenhauses der Grube Carl für Wohn- und Gewerbenutzung (Sa.+So., 14-16 Uhr)

Herford: – Ausfstockung und Sanierung der Alten Sackfabrik von 1924 (Sa.+So., 10-18 Uhr)

Hilden: – Waschkaue der Jugendwerkstatt Hilden, ehem. Vaillant-Gelände, um 1925 (Sa., 14-16 Uhr)

Köln: – „Ginger up“ yoga health & life club, Lagerhaus Siebengebirge, Rheinauhafen (Sa.+So., 11-13, 15-17 Uhr)

Recklinghausen: – Landschaftspark Halde Hoheward

Uedem: – Umbau einer Bushalle zu einer Wohnung (Sa., 12-17, So., 14-17 Uhr)

Wegberg: – Wohnen im Wasserturm der 1930er Jahre (Sa.+So., 14-18 Uhr)

Werther: – Mehr-Generationen-Haus mit Brauerei (Rotingdorfer) in ehem. Hofanlage (So., 11-17 Uhr)

Wuppertal: – Umbau einer Gardinenfabrik zum Gemeindezentrum (Sa., 13-16, So., 15-16 Uhr); – Umbau einer 125 Jahre alten Zangenschmiede zum „Knipex Forum“ (Sa., 11-14 Uhr)

Detaillierte Angaben zu Adressen, Anfahrt und Angeboten vor Ort (vielfach werden Führungen angeboten, Architekten und Bauherren sind anwesend ) finden Sie direkt bei der Architektenkammer NW

Die Übersicht über alle Landes-Programme bietet www.tag-der -architektur.de   

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Speicher in Klütz (Fotos: Architekten)

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Münster, Hattingen: Teil der historischen Gebläsehalle der Henrichshütte wird für Dauerausstellung „Weg des Stahls“ saniert

„Wir wollen vor allem den Hauptraum des historischen Teils der Gebläsehalle für eine Sommernutzung als Ausstellungs- und Veranstaltungsraum herrichten. Und vor allem den besonderen Charme dieser Halle erhalten. Damit wollen wir weit über das Kulturhauptstadtjahr 2010 hinaus für das südliche Ruhrgebiet und das ganze Land Nordrhein-Westfalen die Industriekultur wesentlich aufwerten“, so LWL-Kulturdezernentin Dr. Barbara Rüschoff-Thale.

Im historischen Teil der Gebläsehalle, in der vor über 110 Jahren die erste Elektro-Zentrale der Henrichshütte entstand, hat der LWL bereits im Jahr 2007 erste statische Sicherungsmaßnahmen durchgeführt. Jetzt sollen unter anderem eine neue Elektroanlage installiert, eine Aufzugsanlage eingebaut, die Dachbinder statisch verstärkt, die Dachschalung erneuert, eine neue Dämmschicht eingebaut und einige Mauerflächen neu verputzt werden. Zusätzlich müssen die Dachentwässerung, die senkrechten Glasflächen und die Bodenfliesen erneuert werden. Die Baumaßnahme soll 2010 zum Kulturhauptstadtjahr Ruhr 2010 abgeschlossen sein.Derzeit werden in Hattingen zwei Sonderausstellungen gezeigt:

Ausstellung 1: Prometheus. Feuer im Revier. Fotografien von Manfred Vollmer
15. 2. 2008 – 12. 10. 2008

32 großformatige Farbfotografien zeigen die verschiedenen Facetten des Feuers: in der ursprünglichen Form, als züngelnde Flammen, als Kraft, die vom Menschen gezähmt wird – als Schmiedefeuer bei der Werkzeugherstellung oder als gleißende Glut des Stahlabstichs – und aktuell in der Form von Feuerspektakeln vor Hochöfen, Kokereien oder Fördertürmen.

Manfred Vollmer versteht die Geschichte des antiken Helden, der den Menschen erschaffen und ihm das Feuer gebracht hat, auch als Parabel auf die Industriegesellschaft: „In der Mythologie beschwor der Titan mit seiner gestohlenen Gabe an die Menschheit den Zorn der Götter und brachte damit neben dem Wohl auch das Übel in die Welt. Auch als Antriebskraft der Industrialisierung hat das Feuer in der Folgen für die Menschheit eine nicht nur segensreiche Entwicklung angefacht.

Manfred Vollmer hat als "Fotograf des Ruhrgebiets" seit über 30 Jahren Arbeitswelt und Strukturwandel des Reviers fotografisch begleitet und dokumentiert. Der Absolvent der Folkwangschule Essen und Schüler von Prof. Otto Steinert erhielt 1979 den ersten Preis des World Press Photowettbewerbs in der Kategorie "News Picture Stories". Seine Arbeiten sind in bedeutenden nationalen und regionalen Museen und Sammlungen vertreten.

Ausstellung 2: Vom Rennfeuer zum Hochofen
18.5. – 24.8.2008

Eisen gilt als der Werkstoff unserer Geschichte. Mit ihm gestalten Menschen ihre Welt – als Schmuck, Werkzeug oder Waffe. Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) zeigt in Hattingen die Ausstellung „Altes Eisen. Vom Rennfeuer zum Hochofen“, die von den Universitäten Kiel und Münster entwickelt wurde. Im LWL-Indusriemuseum Henrichshütte geht es bis zum 24. August auf archäologische Spurensuche nach diesem Stoff, der unsere Geschichte seit 6.000 Jahren prägt.

„Altes Eisen“ schlägt den Bogen von der Prähistorie über die antike Sagenwelt bis hin zur nordischen Eisenverhüttung. Sie zeigt den Weg vom Erz zum Metall und weiter vom Metall zum geformten Produkt. Gegenüber gestellt werden moderne Hochöfen des Industriezeitalters wie etwa Hochofen 3 der Henrichshütte mit einfachen Rennöfen, wie sie noch vor wenigen Jahrzehnten in Afrika zur Anwendung kamen. Modelle und Experimente laden zum Ausprobieren ein. „Vor Ort“ geht der zweite Teil der Ausstellung. Sie dokumentiert die traditionsreiche Eisenverhüttung im Sauer- und Siegerland bis zum Beginn der Moderne.

Stahl & Eisen

Ein großes Thema kompakt und kompetent dargestellt, Raum an Raum mit der Eisengießerei – zur Feier des Tages hat sich das Industriemuseum ein Stahl & Eisen-Programm einfallen lassen. So bietet das Museum ab 11 Uhr stündlich Führungen auf dem neuen „Weg des Stahls“ über das Hüttengelände an. Um 15 Uhr eröffnen Marlene Lubek, stellvertretende Vorsitzende der Landschaftsversammlung, und Ausstellungs-Kurator Michael Overbeck die Ausstellung. Unterstützt werden sie dabei musikalisch von der „Klangschmiede Langenberg“ sowie handfest vom Förderverein, der an diesem Nachmittag Eisen gießt und Stahl schmiedet.

„Was bisher geschah“

„Die Ausstellung zeigt die eiserne Geschichte bis zum Beginn der Industrialisierung“, erläutert Museums-Kuratorin Andrea Hubert, „sozusagen die Vorgeschichte, die es brauchte, damit es so etwas wie die Henrichshütte überhaupt geben konnte.“ Dafür werden in Hattingen erstmals zwei Ausstellungen gemeinsam gezeigt, die sich dem Thema „Eisen“ aus unterschiedlichen Blickwinkeln nähern. Die Universität Kiel reist in ihrem Beitrag durch Zeit und Raum, immer dem Eisen auf der Spur. Die Reise führt in den Orient, nach Skandinavien, nach Afrika.

Die Dokumentation der Universität Münster zeigt hingegen die Ergebnisse jahrzehntelanger Forschungen zum Eisen in südlichen Westfalen. Michael Overbeck, Ausstellungs-Kurator von der Universität Münster, freut sich auf das gemeinsame Projekt mit dem Hattinger Museum: „Wir wollen hier dauerhaft die vorindustrielle Geschichte des Eisens zeigen. Hattingen ist als Mittler zwischen Südwestfalen und Ruhrgebiet sowohl historisch wie geographisch der ideale Standort für solch ein Projekt. Die Ausstellung ist ein erster Schritt in diese Richtung.

“Altes Eisen ist „in“ – Das Begleitprogramm

Das Thema Eisen ist hochaktuell – nicht nur in Wirtschaft und Produktion, wo weltweit Jahr um Jahr immer neue Rekorde aufgestellt werden. Auch die Auseinandersetzung mit der Geschichte dieses Werkstoffes ist allgegenwärtig: „Eiserne Zeiten“ wurden in Gliwice, Bendorf und Berlin gezeigt. In der Wendener Hütte geht es um die „Faszination Archäologie“ und in Oberhausen um einen „Industriearchäologischen Park Antony-Hütte“. Zur Wendener Hütte (11.6.) und auch nach Oberhausen (2.7.) führen im Begleitprogramm entsprechend Exkursionen, auch zur heimatlichen Isenburg (13.8.). Vorträge und Film-Programm runden das Angebot ab. Führungen durch die Ausstellung werden jeden Sonntag um 15 Uhr kostenfrei angeboten oder können nach Vereinbarung gebucht werden.

Kommende „Events“

Sa., 21. Juni
ExtraSchicht: „FeuerFest“ – Eine heiße Nacht rund um Hochofen 3

Fr., 8. August, 22-4 Uhr (geplant)
Die Nacht des Olympischen Feuers

So., 14. September Eröffnung von Erzkabinett, Möllerung und die Ausstellung „Erddynamo“

Fr., 19. September
„Am Anfang war das Feuer“ Open-Air-Kino

So, 12.10., 19 Uhr (angefragt)
„Feuerwerke. Zur Geschichte der Pyrotechnik“Finissage der Fotoausstellung mit einem Vortrag von Dr. Barbara Stambolis und praktischen Beispielen

www.henrichshuette.de 

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