Essen: „Zehn nach Zehn“ – 10 Jahre Kulturhauptstadt und Ruhr Museum auf Zollverein vom 10. bis 25. Januar 2020

Millionen Menschen begegneten sich beim Still-Leben auf der A40, Hunderte gelbe Luftballons erinnerten als „SchachtZeichen“ an die alten Zechenstandorte, unzählige Aufführungen, Ausstellungen, Festivals und Projekte erweckten die Kulturhauptstadt Europas RUHR.2010 zum Leben. Gleichzeitig bekam die Metropole Ruhr ihr großes Regionalmuseum: Das Ruhr Museum eröffnet auf dem UNESCO-Welterbe Zollverein in Essen. Für die regionale Kultur wurden neue und nachhaltige Entwicklungen und Netzwerke angestoßen…

Vor zehn Jahren war die Stadt Essen Bannerträger der Kulturhauptstadt. Deshalb ist es für Oberbürgermeister Thomas Kufen ein ganz besonderer Anlass, das Jubiläum auf dem Zollverein-Gelände und gemeinsam mit dem Ruhr Museum zu feiern, eine Bestandsaufnahme zu machen und in die Zukunft zu blicken: „10 Jahre europäische Kulturhauptstadt ﹘ das ist ein guter Grund zu feiern“, so Oberbürgermeister Thomas Kufen. „Wir wollen vom 10. bis 25. Januar auf das zurückblicken, was wir seit 2010 an wichtigen kulturellen Errungenschaften hinzugewonnen haben und gleichzeitig einen Blick in die Zukunft werfen. Denn gestern wie heute profitiert unsere Region von der Kultur: als Angebot in einer lebenswerten Stadt für die Bürgerinnen und Bürger genauso wie als wichtiger Imagefaktor für die Metropole Ruhr.“ „Die Kulturhauptstadt Europas RUHR.2010 hat die Menschen in der gesamten Metropole Ruhr bewegt und begeistert”, so Karola Geiß-Netthöfel, Regionaldirektorin des Regionalverbandes Ruhr. „Um die Impulse und Erfolge dieses Ereignisjahres für die Kulturmetropole Ruhr zu sichern, stellt der Regionalverband Ruhr gemeinsam mit dem Land Nordrhein-Westfalen jährlich 4,8 Millionen Euro für die Nachhaltigkeit von RUHR.2010 zur Verfügung. Urbane Künste Ruhr, die Kulturnetzwerke der RuhrBühnen und RuhrKunstMuseen und der Emscherkunstweg sind nur einige Beispiele dafür, dass sich die Profilierung der Kulturmetropole Ruhr eindrucksvoll fortsetzt.

In der Tradition der Internationalen Bauausstellung (IBA) Emscher Park und der Kulturhauptstadt arbeitet der RVR bereits an dem nächsten Dekadenprojekt: Mit der Internationalen Gartenausstellung IGA 2027 schlägt die Region gemeinsam das nächste Kapitel im Strukturwandel auf mit den aktuellen Zukunftsthemen Klimaanpassung, Quartiersentwicklung und Grüner Infrastruktur.“ Zehn Jahre später erstrahlt die Kulturhauptstadt Europas zwei Wochen lang von neuem in großflächigen Projektionen, Licht- und Klanginstallationen. Da ist zum Beispiel das Videomapping-Projekt „Alle Bilder sind noch da“, bei der die Bilder des Jahres 2010 in einer virtuosen Mediamix-Inszenierung auf den imposanten Zechengebäuden in die Gegenwart zurückkehren. Wie einst vor zehn Jahren geht es dem Lichtkünstler Wolfram Lenssen und seinem Team darum, mit seinen Bildern Geschichten zu erzählen. Ein Morphing-Tool ermöglicht es Lenssen, Inhalte aus bestehenden Bildern herauszulösen und neu in Szene zu setzen. „Wenn ich die Bilder, so wie sie sind, verwende, blicke ich zurück. Wenn ich aber die vorhandenen Bilder verändere und in andere Kontexte stelle, gebe ich ihnen eine neue aktuelle Deutung“, erklärt Lenssen, der seit rund 20 Jahren als Lichtkünstler in Europa tätig ist und auch bereits zahlreiche Projekte auf Zollverein inszenierte. Auch an der Gleisharfe auf Schacht XII und auf dem Ehrenhof lässt er die Kulturhauptstadt strahlen: Unter dem Titel „Zollverein – Licht bei der Nacht“ wird der Industriewald durch eine Licht- und Klanginszenierung in Szene gesetzt, in der Architekturprojektion „Zitier-Bar“ direkt unter dem Doppelbock erleben die Gäste facettenreiche Sichtweisen auf die Kulturmetropole Ruhr. Seinen ersten „runden“ Geburtstag feiert das Ruhr Museum am 11. und 12. Januar 2020 mit einem großen Museumsfest mit freiem Eintritt und kostenlosen Veranstaltungen. Tagsüber können alle drei Ausstellungen mit Audioguides und Quizzen kostenfrei besucht werden.

Museumsdirektor Prof. Heinrich Theodor Grütter: „Mit dem Ruhr Museum bekam die Metropole Ruhr endlich ein Museum ihrer eigenen Geschichte. Das Regionalmuseum des Ruhrgebiets hat seitdem mehr als 30 Sonderausstellungen gezeigt und 2,5 Millionen Besucher begrüßt und ist damit in die Liga der internationalen Geschichtsmuseen vorgestoßen.“ Am 11. Januar 2020 um 18 Uhr startet das große Museumsfest. Der Oberbürgermeister der Stadt Essen, Thomas Kufen, und Museumsdirektor Prof. Heinrich Theodor Grütter begrüßen auf der 24-Meter-Ebene den 2,5 millionsten Besucher an der Geburtstagstorte. Als Empfangskomitee warten zudem s/w Atemgold 09 und das Theater Zebula. Nach der 24-Meter Ebene erwacht die Dauerausstellung zum Leben. An zehn Stationen schaffen die szenischen Interventionen der Künstlergruppe Chapeau Club ein magisches Spektakel.

Spontan eröffnet das Improvisationstheater Emscherblut in der Dauerausstellung einen “Speakers‘ Corner“. Daneben präsentieren die Kuratorinnen und Kuratoren des Hauses in den eigens für das Fest neu konzipierten Top-10-Kuratorenführungen ihre 10 Lieblingsexponate. Ebenfalls im Haus unterwegs ist der Scribbler Jesse Krauß, der in Sekunden jedem seine persönliche Erinnerung zeichnet. Im Rundeindicker zeigt der Dokumentationsfilm „Umzug in die Kohlenwäsche“ die Entstehung des Ruhr Museums. Dafür begleitete der WDR exklusiv Planer und Macher des Regionalmuseums über viele Monate vor seiner Eröffnung 2010. Um 21 Uhr startet die Geburtstagsparty mit Clubsounds von DJ Jan und Cocktails auf dem schönsten Dach des Ruhrgebiets: im Erich-Brost-Pavillon. Am Sonntag feiert das Ruhr Museum gleich an drei Orten ein großes Familienfest. Als Ehrengast kommt die „MAUS“ vom WDR vorbei und gratuliert.

Um 15 Uhr schneidet sie mit dem Oberbürgermeister der Stadt Essen Thomas Kufen und dem Museumsdirektor Prof. Heinrich Theodor Grütter die große Geburtstagstorte an. Mit Theater und Musik verzaubern Ritter Rost, die Hexe Kleinlaut und Krümelmucke mit ihren Stücken Familien mit Kindern ab 5 Jahren in der Halle 5 von 11 bis 15 Uhr. Den ganzen Tag gibt es zudem im Kokskohlenbunker einen Steinzeit-Workshop und Präsentationen rund um Mammut, Mensch und Feuerstein. In der Dauerausstellung bietet die Künstlergruppe Chapeau Club ein magisches Spektakel für Kinder an fünf Geburtstagsstationen an. Daneben sorgen weitere fünf Mitmachstationen in allen Ausstellungen spielerisch für Wissen, das Spaß macht. Die Museumsguides führen in den eigens für den Geburtstag neu konzipierten Top-10-Familienführungen zu ihren 10 Lieblingsexponaten. Zudem sorgt das Kinderschminken für den richtigen Geburtstagslook.

Scribbler Jesse Krauß zaubert für schöne Erinnerungen auf Papier. An beiden Tagen sind auch auf dem Außengelände von Zollverein ab 17 Uhr die Architekturprojektionen und Illuminationen zu sehen. Ein Blick hinter die Kulissen von RUHR.2010, 11:30 Uhr, Halle 12. Gäste: Fritz Pleitgen, Aslı Sevindim, Frank Goosen, Sebastian 23, Musik: Christof Schläger „Zehn nach Zehn“ wird mit dem „Salon 2030“ in Halle 5 auf Zollverein zu Debatten und Dialogen einladen, bei denen die Kulturmetropole Ruhr in die Zukunft gedacht werden soll: RUHR.2010 war gestern, wohin gehen wir morgen und wo wollen wir 2030 stehen? Welche Perspektiven, Visionen und Utopien gibt es für eine Region, deren große Erzählung des Wandels nach IBA (1989-1999) und RUHR.2010 (2002-2010) ein neues Kapitel aufschlägt?

Neben Diskussionsrunden finden im „Salon 2030“ Konzerte und Partys statt. Für die Gestaltung von Halle 5 ist die Künstlerin Ursula Meyer verantwortlich. Eine von ihr geschaffene 10 mal 12 Meter große Installation, ein waberndes Geflecht aus Stoffbahnen, hängt über den Köpfen der Besucherinnen und Besucher. „Erinnerung und Zukunft, Diskussion und Kultur, das alles kommt im Salon zusammen. Hier zeigen wir, dass die Kulturhauptstadt weiterlebt“, so Ralph Kindel, Projektleiter Zehn nach Zehn. Die Architekturprojektionen und Illuminationen sind vom 10. bis zum 25. Januar 2020 auf Zollverein zu sehen. Der „Salon 2030“ ist ebenfalls an jedem Tag geöffnet, auch hier gibt es Projektionen, auf einem Screen laufen Filme von RUHR.2010, es gibt Raum für Begegnungen. Prof. Dr. Hans-Peter Noll, Vorstandsvorsitzender der Stiftung Zollverein: „Die Stadt Essen, der Regionalverband Ruhr und das Land Nordrhein-Westfalen fördern das Jubiläumsfest und haben uns mit der Durchführung der Jubiläumsfeierlichkeiten beauftragt. Wir wollen ‚Zehn nach Zehn‘ als großes Bürgerfest gestalten, das die Erinnerung an die Kulturhauptstadt wachruft und zugleich in die Zukunft blickt.“

: Zehn nach Zehn – 10 Jahre Kulturhauptstadt und Ruhr Museum auf Zollverein Architekturprojektionen und Illuminationen „Alle Bilder sind noch da“, „Zollverein – Licht bei der Nacht“, „Zitier-Bar“, 10.-25.01.2020, So-Mi 17-21 Uhr, Do-Sa 17-23 Uhr, Eintritt frei // Museumsfest des Ruhr Museums 11. und 12.01.2020, Sa 10-0 Uhr, So 10-18 Uhr, Eintritt frei, Veranstaltungen kostenlos // Salon 2030, 10.-25.01.2020, verschiedene Veranstaltungen vom 16. bis zum 25.01.2020, Eintritt frei

 

Die Gastronomien rund um das Forum auf Schacht XII bieten an den Veranstaltungstagen Speisen und Getränke an.

Zehn nach Zehn Flyer

Stiftung Zollverein, Ruhr Museum UNESCO-Welterbe Zollverein, Gelsenkirchener Str. 181, 45309 Essen

www.zollverein.de/zehnnachzehn, www.ruhrmuseum.de/geburtstag

Foto: (v.l.n.r.) Melanie Kemner, Projektteam Zehn nach Zehn, Karola Geiß-Netthöfel, Regionaldirektorin des Regionalverbandes Ruhr, Wolfram Lenssen, Lichtkünstler, Prof. Heinrich Theodor Grütter, Mitglied des Vorstands der Stiftung Zollverein und Direktor des Ruhr Museums, Thomas Kufen, Oberbürgermeister der Stadt Essen, Ralph Kindel, Projektteam Zehn nach Zehn (Fotograf: Jochen Tack, Stiftung Zollverein)