Archiv für den Tag: 13. Juni 2013

Gladbeck/Dortmund: 100 Jahre Zecheneisenbahn im Ruhrgebiet

­Neben einer Darstellung der Historie auf acht großen Schautafeln präsentiert das LWL-Industriemuseum auf der Galerie im historischen Werkstattgebäude Fotografien sowie eine Diaschau aus der Geschichte der Bahn. Auf den Gleisen des Zechenbahnhofs im Außengelände werden originale Fahrzeuge gezeigt, darunter mehrere Dampflokomotiven. Die älteste, Lok Victor, präsentiert sich in der preußischen Farbgebung von 1908.

Bei der Eröffnung am Sonntag (16.6.) um 11 Uhr führt Norbert Tempel vom LWL-Industriemuseum in die Ausstellung ein. Dieter Zils, Leiter Eisenbahntransport bei RBH Logistics, hält einen Bilder-Vortrag zur aktuellen Entwicklung des Unternehmens. Daneben gibt es Führerstandsmitfahrten auf der Museums-Dampflok "Anna", die früher die Lothringen-Anschlussbahn nach Dortmund-Bövinghausen befuhr. Im Magazin der Zeche Zollern ist die Ausstellung von Modelleisenbahnen aus der Sammlung Peter Tell während der gesamten Ausstellungsdauer geöffnet. Für Besucher der Eröffnung ist der Eintritt am Sonntagmorgen frei.

Hintergrund

Das 1913 für die Kohlenabfuhr der preußischen Staatszechen im Raum Bottrop, Gladbeck und Gelsenkirchen gegründete Unternehmen gehörte später zur Bergwerksgesellschaft Hibernia. Nach Gründung der Ruhrkohle AG übernahm es nach und nach den Betrieb aller Zechenbahnen im gesamten Ruhrgebiet. Seit den 1990er Jahren werden Koks- und Kraftwerkskohle mit eigenen Zügen auch über DB-Gleise befördert. Nach Stilllegung vieler Zechenbahnen verkaufte die RAG das Unternehmen 2005 an die Deutsche Bahn. Das heutige Unternehmen verdient als RBH Logistics GmbH sein Geld auch mit dem Transport von Chemie und Öl.

Die Ausstellung entstand in Kooperation von RBH Logistics GmbH und LWL-Industriemuseum.

Begleitprogramm

Dienstag, 23.7. 19.30 Uhr
Filme aus Industrie und Verkehr im Ruhrgebiet aus dem vordigitalen Zeitalter.

Dienstag, 13.8. 19.30 Uhr ­Achtung, Themenwechsel!
Die Entwicklung der modernen Traktion bei den Zechenbahn- und Hafenbetrieben. Gesprächsrunde mit drei Zeitzeugen, die bei dem Gladbecker Unternehmen die Entwicklung der Traktionstechnik vorangetrieben und entscheidend beeinflusst haben: K.-Joachim Maiß, Horst Hackenthal und Dieter Zils.

Dienstag, 3.9. 19.30 Uhr
Das Rheinelbe-Zechenbahnnetz der GBAG. Bildervortrag von Christoph Oboth
Im Raum Essen – Gelsenkirchen – Gladbeck betrieb die Gelsenkirchener Bergwerks-AG ein umfangreiches Zechenbahnnetz, das dem Hibernia-Netz in Umfang und Verkehr nicht nachstand. Seine Geschichte wird in vielen seltenen Bildern dargestellt. In den 1970er Jahren wurden beide Netze zusammengeschlossen.

Dienstag 17.9.13, 19.30 Uhr­ Achtung, neu!
Die ­Dampflokomotiven der Zechenbahn- und Hafenbetriebe. Bildervortag von Joachim Leitsch

Dienstag, 1.10. 19.30 Uhr
Die Hibernia und ihre Zechenbahn- und Hafenverwaltung in historischen Aufnahmen. Bildvortrag von Christoph Oboth. Die gezeigten Bilder beschränken sich auf den Zeitraum von 1913 bis 1969. Neben Glasplatten-Werksfotografien gibt es auch Luftaufnahmen und die ersten Farbdias von Hibernia-Lokomotiven aus den 1960er Jahren zu sehen.

"Jede Menge Kohle …." – 100 Jahre Zechenbahn- und Hafenbetriebe
16.6. – 6.10.2013, geöffnet Di-So 10-18 Uhr

LWL-Industriemuseum Zeche Zollern 

Festschrift

Zum ­Firmenjubiläum erschien im Klartext-Verlag eine ausführliche Festschrift unter dem Titel "Kohle, Koks & Oel – Von der Königlichen Zechenbahn zur RBH Logistics GmbH – 100 Jahre RBH", die im Museum und im Buchhandel erhältlich ist.

Das Buch schildert umfassend und detailliert die Geschichte der Gladbecker RBH Logistics GmbH und ihrer Vorgängerbetriebe, deren Tradition auf die 1913 gegründete Königliche Zechenbahn des preußischen Staatsbergbaus zurückgeht. Heute steht die Marke RBH für den flexiblen Ganzzugverkehr im Montan-, Chemie- und Mineralölbereich im gesamten deutschen Eisenbahnnetz und darüber hinaus. Entwicklung, Betrieb und Verkehr der über viele Jahrzehnte zu einem einheitlichen Netz zusammengewachsenen Zechenbahn- und Hafenbetriebe im Ruhrgebiet werden ebenso ausführlich dargestellt wie die Entwicklung des Fahrzeugparks bis heute. Bis zur Elektrifizierung 1968 war die damalige Hibernia-Zechenbahn eine Hochburg des Dampfbetriebs mit dem modernsten Maschinenpark in der deutschen Montanindustrie. Mit dem weltweit ersten serienmäßigen Einsatz von Drehstromlokomotiven mit elektronischer Leistungsübertragung im Jahr 1976 schrieb das Unternehmen Eisenbahngeschichte. Mehr als 300, darunter viele bislang unpublizierte Abbildungen und historische Karten vermitteln ein farbiges Bild eines lebendigen Unternehmens.

Norbert Tempel
Koks, Kohle & Öl
100 Jahre RBH. Von der königlichen Zechenbahn zur RBH Logistics GmbH
Klartext Verlag, Essen ISBN=978-3-8375-0593-1
168 Seiten, zahlr. farb. Abb., 29,95 ¤
ISBN: 978-3-8375-0593-1

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Köln: Nacht der Technik verbindet alte und neue Industriekultur

­Von Hightech-Wundern bis zu technologischen Alltagsphänomenen – die Ideenschmieden der Rheinmetropole zeigen, wie aus Science Fiction Realität wird und entführen Neugierige von 9 bis 99 Jahren in die faszinierende Welt der Technik. Mit einem mitreißenden Programm, bei dem Staunen, Mitmachen und Begreifen auf dem Stundenplan steht. Ein Erfolgskonzept der Kölner Ingenieur-Bezirksvereine von VDI und VDE, das in den vergangenen Jahren schon mehr als 15.000 Technikbegeisterte in seinen Bann zog.

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Technikregion Köln­

Als Zentrum internationaler Motoren- und Automobil-Hersteller besitzt die Domstadt schon lange einen Namen. Die DEUTZ AG hat als ein führender Motorenbauer seit mehr als 140 Jahren ihren Hauptsitz in Köln. Hier wurde der 4-Takt-Motor erfunden; er ist die Basis für die Motorisierung der Welt.

Die Ford-Werke GmbH ist mit über 18.000 Mitarbeitern Kölns größter Arbeitgeber und produziert seit 1931 in Köln. Sie besitzt heute in Köln eine der modernsten Autofabriken Europas. Die deutschen Zentralen von Citroën, DAF, Mazda, Nissan, Renault und Volvo sowie die Motorenwerke von Aston Martin sind auch dort angesiedelt. Toyota entwickelt seine Formel-1-Wagen komplett in der Domstadt.

Ein Kranz von Zulieferfirmen unterstützen die Autohersteller von A wie ABS-Systeme bis Z wie Zahnräder. Wichtige, international bedeutende Namen sind hier z. B. Bertrand, Getrag und GKN SinterMetals.

Die Chemie mit fast 80.000 Mitarbeitern ist die dominierende Branche der Region. Mehr als ein Viertel des deutschen "Chemie"-Umsatzes wird hier erzielt. "High-Chem" ist das Stichwort für die international angesehene Chemie und Pharmaindustrie dieser Region.

Unternehmen der klassischen Elektrotechnik, des Maschinenbaus und der Energiewirtschaft runden das industrielle Spektrum ab – und neue Technologien entstehen. Im "Chemie-Gürtel" Kölns arbeiten schon heute 40 Unternehmen im Sektor Bio-Technologie und Life-Science.

Bundesweit gilt Köln/Bonn als die Region, in der die Informations- und Kommunikationsbranche am schnellsten wächst. Vier der deutschen "Top Ten" der Telekommunikation sind an diesem Standort angesiedelt. Viele mittelständische und kleinere Unternehmen bilden das Rückgrat der Branche, die natürlich auch Software-Firmen einschließt. Auch in dieser Branche blühen völlig neue Arbeitsgebiete: Software-Qualitätsmanagement – wie etwa bei SQS, Telemedizin, Streaming Media oder Computerspiele.

Und Köln ist Medienstandort: Ein Drittel der deutschen TV-Produktion kommt aus Köln und man schätzt, dass mit den Freiberuflern über 50.000 Menschen in Köln und Umgebung ihr Geld in der Medien- und Kommunikationsbranche verdienen – nicht alle in technischen Berufen, aber ein großer Teil davon.

Auch öffentliche Projekte am Standort Köln zeigen herausragender Leistungen in technischen Disziplinen. Hierzu zählen U-Bahnbau und Hochwasserschutz.

Nicht zuletzt auf dem Sektor der Abfallwirtschaft präsentiert Köln Spitzentechnologie. Die Restmüllverbrennungsanlage Köln zählt zu den modernsten und technisch anspruchsvollsten Müllverbrennungsanlagen weltweit.
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