Archiv für den Tag: 27. Januar 2012

Dortmund/Witten: Bergbaufolgen werden zu Verkehrsmeldungen – Tagesbrüche allerorten

Dabei sind solche „Tagesbrüche“ in alten Bergbauregionen, und dazu zählen in NRW neben dem Ruhrgebiet einige weitere, große Teile der Mittelgebirge, so sehr an der Tagesordnung, dass sie nur regionale Beachtung finden. So taten sich am Rande des Bergischen Landes, in Bensberg (Zink- und Bleierzbergbau) und in Ratingen (Erzbergbau) unvermutet Schächte auf. In Ratingen musste sich, wie Medien berichteten, das zuständige Bergamt von Lokalhistorikern belehren lassen, dass hier sogar ein fotografisch dokumentiertes Schachthaus existiert habe; entsprechend bissig fielen zahlreiche Kommentare aus. Mit der Kenntnis und Dokumentation historischer Grubenbaue scheint es, so wird suggeriert, nicht immer zum Besten zu stehen – sträflicher Leichtsinn, weil dies leicht zur Bedrohung für Leib und Leben werden kann.­
­­

Bochum/Witten: Hommage zum 100. Todestag des Bergarbeiterdichers Heinrich Wilhelm Kämpchen(1847-1912) am 6. März 2012

­Im heutigen Essen, in Altendorf an der Ruhr, geboren; in Linden (heute Bochum) gelebt, gearbeitet, gedichtet und begraben: Heinrich Kämpchen, ein Sohn des Ruhrgebiets, ein Bergmann und Dichter, der sich bis zum Tod mit seinen Versen für die Rechte und die Einigkeit unter den Bergleuten einsetzte. Mehr als tausend Gedichte hat er hinterlassen: zur Heimat, zur Bergarbeit und ihren Unglücken und Konflikten im 19. und beginnenden 20. Jahrhundert, zum Alltag und vielen anderen Themen der Zeit. Die Bergarbeiter kannten seine „Bergarbeiterlieder“ aus der „Bergarbeiter-Zeitung“; den Bergwerksbesitzern und Ämtern war er auch bekannt, denn er „huldigte“ der Sozialdemokratie und war einer der gewählten Zechendelegierten beim großen Bergarbeiterstreik von 1889. 4000 Menschen folgten im März 1912 dem Trauerzug vom Sterbehaus zu seinem Grab auf dem katholischen Friedhof in Linden.

An seinem 100. Todestag am 6. März erinnert das „LWL-Industriemuseum“ (an seinem Standort Zeche Nachtigall in Witten) zusammen mit dem „Fritz-Hüser-Institut für Literatur und Kultur der Arbeitswelt“, Dortmund an den Menschen Heinrich Kämpchen und an sein vielfältiges Werk, das zum immateriellen Erbe des Industriezeitalters gehört.
Wir folgen Kämpchens Spuren im Ruhrgebiet. Begleitend rezitieren die Musiker und Schauspieler „Duo Sago“ seine Verse und präsentieren erstmals vertonte Gedichte des Ruhrgebietspoeten, dessen Lieder zu Unrecht weitgehend in Vergessenheit geraten sind.

LWL-Industriemuseum Zeche Nachtigall, Witten

Nachtigallstr. 35­
Dienstag, 6. März, 19.00 Uhr

Die Veranstaltung wird umrahmt mit Musik der Zeit; in der Pause gibt es ein kleines gastronomisches Angebot.

Quelle: Presse- und Informationsamt Bochum