Archiv für den Tag: 13. Juli 2011

Hamburg / Mannheim: Zwei Ausstellungen mit Hafenfotografien

­Hamburg Das Speicherstadtmuseum zeigt noch bis zum 31. Juli Fotos aus der traditionsreichen Hamburger Speicherstadt und dem alten Freihafen von Triest. Die Adriastadt verfügt ebenfalls über ein Freihafengebiet mit einem großen Lagerhauskomplex, der zeitgleich mit der Speicherstadt im späten 19. Jahrhundert entstand, als Triest noch der Haupthafen der Habsburgermonarchie war (Österreich – Ungarn). Giorgio Masnikosa ist es gelungen, den morbiden Reiz dieses beeindruckenden Ensembles einzufangen, das bereits seit über zwei Jahrzehnten leer steht und allmählich verfällt. Das ist umso bedauerlicher, als die Anlagen in Triest noch umfassend erhalten sind – einschließlich der ursprünglichen Dampfkessel und der Maschinen für die Hydraulik, die in den 1880er Jahren in Prag hergestellt wurden. Giorgio Masnikosa (48) lebt und arbeitet seit 1985 als Designer und Fotograf in Stockholm. Seine große Leidenschaft ist der Radsport, dem er einen Fotoband gewidmet hat. Weitere Bände mit Aufnahmen von Gotland und Triest, seiner Geburtsstadt, sind in seinem eigenen Masnikosa Verlag erschienen.

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Thomas Hampel (55) lebt und arbeitet in Hamburg. Er ist Inhaber der Agentur Elbe & Flut für Fotografie und Gestaltung und Herausgeber der Zeitschrift „Quartier“. Seine Impressionen aus der Speicherstadt und dem Hafen sind vielen Liebhabern des maritimen Hamburg aufgrund seiner Veröffentlichungen in der eigenen Edition Elbe & Flut bekannt, die im Junius Verlag Hamburg erscheint.

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Mannheim

Die ­Rhein-Neckar Industriekultur RNIK lädt ein zur Eröffnung der Ausstellung „Hafenlichter“ im Mannheimer Markthaus am 15. Juli 2011. Tausende Besucher haben die grandiose Inszenierung des Industriehafens in der „Langen Nacht der Museen“ erlebt und waren hingerissen von der einmaligen Stimmung. Zum ersten Mal und nur für eine Nacht strahlten dort die Lichter. Mühlen, Silos, Kaianlagen und Industriegebäude leuchteten von Innen, waren zusätzlich künstlerisch in Szene gesetzt und spiegelten sich im schwarzen Wasser… Mit der Ausstellung „Hafenlichter“ wird der Verein „Rhein-Neckar-Industriekultur“ den Genuss jetzt verlängern. Die Fotokünstlerin Elsa Hennseler-Etté hat brilliante Aufnahmen gemacht. Sowohl in der Blauen Stunde wie auch nachts hat sie die bezaubernde Atmosphäre eingefangen. Wer die Inszenierung des Industriehafens in der „Langen Nacht der Museen“ im April live erlebt hat, weiß wie überwältigend dieser Anblick war. Wer selbst versucht hat zu fotografieren, merkte, wie schwierig das war. Die Fotokünstlerin Elsa Hennseler-Etté hat brillante Aufnahmen von den beleuchteten und sich spiegelnden Mühlen, Kaianlagen und Industriegebäuden gemacht. Zur Eröffnung sprechen Helen Heberer (MdL) und Veit Lennartz. Bei der RNIK weiss man, dass viele Fotobegeisterte unter den Freunden der Industriekultur sind. Gerne könnten diese bei der Ausstellung mitmachen und noch im Laufe der Ausstellung die Abzüge ins Markthaus nachreichen oder als Datei an den Verein schicken: info@Rhein-Neckar-Industriekultur.de. Eröffnung der Ausstellung am Freitag, 15. Juli 2011 um 18 Uhr im Markthaus in Mannheim, Floßwörthstraße 3-9. Sie ist bis 30. September Montags bis Freitags von 10.30 bis 19 Uhr und Samstags von 9.30 bis 16 Uhr zu sehen.

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Hannover/Lehrte/Sehnde: Region Hannover präsentiert neuen Routenführer „Schiffe, Schienen und Schächte“

­ Im 19. und frühen 20. Jahrhundert war Hannover eines der größten deutschen Industriezentren. Firmen wie Hanomag, Pelikan und Continental haben den Namen der Stadt in die ganze Welt getragen. Aber auch der Osten der Region Hannover blickt auf eine bewegte Industriegeschichte zurück. Eine neue Broschüre aus der Reihe „Routen der Industriekultur“ führt Fahrradfahrer zu „Schiffen, Schienen und Schächten“. Der etwa 40 Kilometer lange Radrundkurs beginnt an der Hindenburgschleuse im Osten Hannovers. Auf den ausgeschilderten Fahrradrouten R 12, 13 und dem Regionsring geht es nach Lehrte und Sehnde, vorbei an baulichen Anlagen aus der Blütezeit der Wasserschifffahrt, der Eisenbahn, der Zucker- und Kaliindustrie. Die Tour endet wieder in Anderten. Eine von insgesamt 14 Station auf dem Weg ist das alte Stellwerk Lpf (Lehrte Personenbahnhof Fahrdienstleiter) aus dem Jahr 1896 in Lehrte. Im Jahre 1986 wurde es stillgelegt und beherbergt heute im ehemaligen Spannwerksraum eine 21 Meter lange und 3 Meter breite Modelleisenbahn, die die Situation in der Eisenbahnerstadt im Jahr 1960 zeigt. Im Obergeschoss befindet sich das älteste und größte mechanische Stellwerk in Norddeutschland mit einer 20 Meter langen Hebelbank. Für den Erhalt dieses Reliktes aus der Lehrter Eisenbahngeschichte setzt sich der Modelleisenbahnverein Lehrte e.V. seit 25 Jahren ein. Das ehemalige Bauerndorf Lehrte entwickelte sich mit der Eröffnung des ersten Teilstücks der hannoverschen Eisenbahnen aus der Residenzstadt Hannover nach Lehrte ab 1848 zum Zentrum des gesamten hannoverschen Schienennetzes. Das Gebiet um den Bahnhof, der 1844 entstand und heute unter Denkmalschutz steht, blühte bis zur Jahrhundertwende auf. Der günstige Verkehrsanschluss und nahe Rohstofflagerstätten zogen eine Düngemittel-, eine Zement-, Zucker- und Chemische Fabrik nach. So gründete 1883 beispielsweise August Bödecker die Lehrter Zucker AG, deren 45 Meter hoher Wasserturm heute im Lehrter Hohnhorstpark zu bewunden ist. Lehrtes Rolle als Knotenpunkt schwand erst ab 1938 mit Inbetriebnahme der „Hasenbahn“, die Hannover über Langenhagen und Burgdorf mit Celle verband, ohne den zeitraubenden Umweg über Lehrte zu nehmen. Weitere Stationen auf dieser Tour, die sich auch als Tagesausflug mit Bussen und Bahnen gestalten lässt, sind der Mittellandkanal mit den Schleusen in Anderten und Sehnde Bolzum, die Doppelschachtanlage Bergmannssegen-Hugo oder die Gewerkschaft Hohenfels mit dem Straßenbahnmuseum in Sehnde-Wehmingen. „Die historischen Industrieanlagen prägen immer noch das Gesicht vieler unserer Städte und Gemeinden. Auch der unter- und oberirdische Abbau von Bodenschätzen hat unübersehbare Spuren in einer Region hinterlassen, in der heute drei Viertel aller Erwerbstätigen ihr Geld in der Dienstleistungsbranche verdienen“, sagte Prof. Priebs bei der Präsentation der Broschüre. „Mit den Routen der Industriekultur laden wir dazu ein, in vergangene Arbeits- und Alltagwelten einzutauchen, ihren Wandeln nachzuvollziehen und Spuren dieser Zeit zu verfolgen. Es gilt der Satz: Man sieht nur, was man weiß.“ Die Broschüre „Schiffe, Schienen & Schächte“ ist im Bürgerbüro der Region Hannover, Hildesheimer Straße 18, bei der Tourist-Info am Ernst-August-Platz, der Tourismusregion Hannover sowie in den Bürgerbüros der Städte Lehrte und Sehnde kostenlos erhältlich. Weitere Informationen unter www.industriekultur-hannover.de Ausführliche Informationen zur Industriegeschichte in der Region Hannover bietet das Buch „Kali, Kohle und Kanal. Industriekultur in der Region Hannover“ (erschienen im Hinstorff Verlag, 39,90 Euro). Auf mehr als 300 Seiten und mit über 240 aktuellen und historischen Aufnahmen beleuchten Herausgeber Prof. Dr. Axel Priebs, Dezernent für Umwelt, Planung und Bauen der Region Hannover, und das Autorenteam Christiane Schröder, Sid Auffarth und Manfred Kohler 150 Jahre Industriekultur in Hannover und dem Umland. Kontakt Modelleisenbahnverein Lehrte e.V.: www.mev-lehrte.de (Besuchertag: jeder 4. Sonntag im Monat von 10 bis 13 Uhr, Führungen nach Vereinbarung).

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