Archiv für den Monat: April 2011

Köln: Museum für Angewandte Kunst plant Ausstellung zum Unternehmer Engelbert Kayser

­ Engelbert Kayser gilt als einer der erfolgreichsten Unternehmer im Kunsthandwerk seiner Zeit. Er verschaffte dem Kayserzinn durch herausragende Gestaltung und professionelles Marketing eine bis heute nachwirkende Bedeutung. Zusammen mit bedeutenden Stücken aus den Werkstätten will Kurator Dr. Gerhard Dietrich auch die Geschichte und das Vorgehen der Unternehmerpersönlichkeit und seines Umfeldes darstellen. Dazu ist er auch weiterhin für jeden Hinweis dankbar.

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Engelbert Kayser war ein Bruder des erfolgreichen Berliner Architekten Heinrich Kayser (Kayser & von Grußheim), der eines der größten, deutschlandweit tätigen gründerzeitlichen Architekturbüros führte; er errichtete auch das Wohnhaus E. Kaysers in der Machabäerstrasse und das Geschäftshaus in der Hohe Strasse in Köln. Zu den bedeutendsten Sammlern von Kayserzinn gehörte der ebenfalls aus Krefeld stammende Architekt Helmut Hentrich. Anlässlich seines 100. Todestages würdigt das MAKK Leben und Wirken des Kölner Unternehmers und Künstlers Engelbert Kayser. Der „Vater des Kayserzinns“ hatte nicht nur das richtige Gespür für den Welterfolg des Jugendstilzinns, er besaß gleichermaßen kaufmännisches Geschick wie künstlerisches Empfinden. Diese außergewöhnliche Persönlichkeit wird in Zeitdokumenten, Einrichtungsgegenständen und Erinnerungsstücken verlebendigt. Gleichzeitig fokussiert die Ausstellung auf das Werk: Zahlreiche bedeutende Objekte aus dem silbrig schimmernden und ästhetisch anspruchsvollem Material – dem Kayserzinn – machen die Faszination nachvollziehbar. Viele der seltenen und wichtigen Stücke waren zum Teil noch niemals öffentlich zu sehen. Welterfolg Jugendstilzinn – Engelbert Kayser und die Kreation einer Marke Museum für Angewandte Kunst Köln: 3. September bis 13. November 2011 Engelbert Kayser.

Portrait_E_Kayser.450.jpgReliefporträt Engelbert Kayser, Zinn (Privatbesitz Köln. Copyright G. Dietrich)

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Bitterfeld: Mit Sprengung von drei Schornsteinen endet der Abbruch des historischen Bahnkraftwerks Muldenstein

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Das Bahnkraftwerk Muldenstein wurde 1910- 1911 von der Preußische Staatsbahn zur Elektrifizierung der Versuchstrecke Dessau – Bitterfeld (26 km) errichtet. Erste Versuche zur Elektrifizierung von Bahnstrecken in Berlin und Hamburg waren vorausgegangen. 1914 erfolgte der Ausbau des Werkes zur Elektrifizierung des mitteldeutschen Raumes (insgesamt 68 km). In den Jahren 1914- 1918 diente das Werk zur Stickstoffherstellung, während der elektrische Betrieb kriegsbedingt eingestellt war; 1921 wurde die Bahnstromversorgung wieder aufgenommen. 1934 konnte der Elektrifizierung des mitteldeutschen Ringes fertiggestellt werden. 1937- 1941 wurden die Anlagen zur Stromversorgung für das Netz der Deutschen Reichsbahn erneut erweitert. 1946 erfolgte die Demontage und Verschickung in die UdSSR; mit zurückgegebener Ausstattung kam es 1952- 1956 zum Wiederaufbau des Werkes. Einer 1987- 1990 vorgenommenen Erneuerung der Anlagen folgte bereits 1994 die Stillegung.

Das Bahnkraftwerk galt als besterhaltene Anlage aus der ersten Zeit der Braunkohle-Großkraftwerke. In seinem umfangreichen Text zur Geschichte und Bedeutung des Kraftwerks schieb der Industriearchäologie Rolf Höhmann 2002: „Das Kraftwerk Muldenstein als einziges mit noch vollständiger Ausstattung hätte besondere Erhaltungs- und Sicherungsbemühungen verdient“ (vollständiger Text unter kunsttexte.de)

Sachsen-Anhalt-Wiki 

Fotostrecke 

BKW Muldenstein bei Wikipedia 

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Radevormwald-Dahlerau: Wülfingmuseum geht in die erste Sommersaison

181 Jahre lang, von 1815 bis 1996, stellte die Familie Hardt im Tal der Wupper Bekleidungsstoff her. Das Wasser des Flusses trieb die Spinn- und Webmaschinen an, die hochwertige Tuche erzeugten. Im Laufe von 100 Jahren entwickelte sich eine Volltuchfabrik, in der von der Verarbeitung der Rohwolle zu Garn bis zu dessen Weiterverarbeitung zu Tuch alles in eigener Regie durchge führt wurde. Im Umfeld der Fabrik entstand eine eigene kleine Stadt, in der die Familie Hardt für das Wohl ihrer Arbeiter und Angestellten sorgte. Mit der beginnenden Globalisierung in den 1990er Jahren verlor das Unternehmen die Konkurrenzfähigkeit und schloss 1996 seine Tore. ­ Das Wülfingmuseum ist eingebettet in das Industriekultur-Netzwerk „Bergischer Ring“­ der Städte Solingen, Remscheid und Wuppertal, das regelmäßig durch einen Newsletter, den „Ringbrief“, über interessante Aktivitäten und Termine informiert und im Jahre 2011 seine zehnte Saison erlebt.­

Zur Website des Museums

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Düsseldorf: NRW-Stiftung fördert auch 2011 Sanierung und Umnutzung von Industriebauten und Sicherung von Brachen

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Sanierung und Umnutzung der Maschinenfabrik Hesse und Jäger in Lüdenscheid

Der Verein "Turbo-Schnecken Lüdenscheid" erhält für die Instandsetzung der ehemaligen Maschinenfabrik Hesse und Jäger nun Hilfe aus Düsseldorf: 100.000 Euro wird die Nordrhein-Westfalen-Stiftung dafür zur Verfügung stellen.

Vor drei Jahren hatte der Lüdenscheider Verein die heute denkmalgeschützte Maschinenhalle erworben, um sie als Sport- und als generationsübergreifende Begegnungsstätte, als Vereinszentrum und Veranstaltungsort nutzen zu können. Die dafür erforderlichen Arbeiten sind zwischenzeitlich mit den zuständigen Denkmalpflegern genehmigt worden. Für die Baumaßnahmen haben auch die Stadt Lüdenscheid, die Deutsche Stiftung Denkmalschutz und vor allem das Land erhebliche Mittel zugesagt. Auch wenn mit dem Zuschuss noch nicht alle Finanzierungsfragen für dieses ehrgeizige Projekt gelöst seien, so wolle man doch das Engagement des Vereins für den Erhalt des Denkmals tatkräftig unterstützen, heißt es in einer Mitteilung der NRW-Stiftung. Man hoffe nun, dass auch weitere Förderer beim diesem ehrgeizigen Projekt helfen.

Sanierung des Wasserturms in der „Bahnstadt Opladen“ in Leverkusen

Bis zu 87.000 Euro wird die Nordrhein-Westfalen-Stiftung der KG Altstadtfunken Opladen e. V. für die Restaurierung und Umnutzung des denkmalgeschützten Wasserturms auf dem Gelände der Neuen Bahnstadt Opladen zur Verfügung stellen. Im ehemaligen Wasserturm sollen Veranstaltungsräume eingerichtet werden. Zudem können sich Besucherinnen und Besucher über die Vereins- und Stadtteilgeschichte und auch über die Technik dieses Baudenkmals informieren. In der Kuppel ist außerdem ein 360-Grad-Rundgang möglich, der durch die Fenster einen Blick über die Neue Bahnstadt Opladen erlaubt. Geplant ist zudem ein zweigeschossiger Anbau, in dem ein Multifunktionsraum und mehrere Veranstaltungsräume entstehen sollen, die an Vereine, Institutionen und Privatpersonen vermietet werden können.

Neubau eines Gradierwerkes an der Saline Unna-Königsborn

Der Förderverein Kurpark Königsborn e. V. erhält für seine Pläne, im gleichnamigen Park ein Gradierwerk zu errichten, Hilfe aus Düsseldorf: Die Nordrhein-Westfalen-Stiftung wird auf Antrag des Vereins bis zu 75.000 Euro zur Verfügung stellen, um die Anlage, die in Teilen auf dem historischen Grundriss entstehen soll, zu rekonstruieren.

Der Verein plant, im Kurpark ein zweiteiliges Gradierwerk zu errichten, das an die Geschichte und Bedeutung Königsborns als Kurbad erinnert. Königsborn war Mitte des 18. Jahrhunderts die wichtigste Saline Westfalens, der Ausbau Mitte des 19. Jahrhunderts führte in "Bad Königsborn" mit der Errichtung von Badehaus, Kurhaus und Sanatorien zu einer wirtschaftlichen Blütezeit. In den Kriegsjahren wurde die Saline Königsborn 1940 stillgelegt, das Kurbad kurz darauf geschlossen. Das letzte Gradierwerk wurde dann 1945 wegen Baufälligkeit abgebrochen.

Ausschlaggebend für die aktuelle Förderzusage der NRW-Stiftung war der Standort der Rekonstruktion, der sich an den historisch verbürgten Standort am Parkeingang mit Blick auf den Friedrichsborn und das Siedehaus anlehnt. Der Verein möchte neben dem Gradierwerk ein Sole-Quellbecken und einen Solekanal anlegen, die NRW-Stiftung regt an, zudem ein Beet mit Pflanzen anzulegen, die für Salzböden typisch sind.

Herne: Ehemaliges Beien-Gelände wird „Wildnis für Kinder“

Die Nordrhein-Westfalen-Stiftung stellt der Biologischen Station Östliches Ruhrgebiet für das Projekt "Wildnis für Kinder" in Herne bis zu 37.500 Euro zur Verfügung. Auf dem Gelände der ehemaligen Maschinenfabrik Beien soll den Kindern und Jugendlichen der umliegenden Schulen, Kindergärten und Quartiere die Möglichkeit zu einer weitgehend selbstbestimmten Naturbegegnung und Naturerfahrung geboten werden. Wie das Gelände später aussehen wird und für welche Bedürfnisse Angebote geschaffen werden, das möchte die Biologische Station unter anderem auch in Kooperation mit den Anliegern und Kindern erarbeiten.

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Leverkusen/Wermelskirchen: Netzwerk Industriekultur Bergisches Land startet in die Saison 2011

­Das Traditionsunternehmen Rasspe Systemtechnik GmbH & Co. KG ist nach eigenen Angaben einer der führenden Hersteller von Qualitätsprodukten für die Landmaschinen-Industrie.

Im Jahre 1827 wurde die Fa. Rasspe als Stiefeleisenschmiede gegründet. Das Warenzeichen "Pfeife" wurde 1868 eingetragen und gilt seit dieser Zeit als weltweit geschütztes Gütesiegel für herausragende Qualität "Made by Rasspe". Zusammen mit den eingetragenen Markenzeichen, wie zum Beispiel "radura®", ist dies Basis für die weltweite Akzeptanz unserer Produkte.

Bereits um die Jahrhundertwende entstehen erste Kontakte zu amerikanischen Landmaschinenfabriken in Chicago. Um den weltweiten Bedarf decken zu können, wird das Fabrikationsprogramm auf 30.000 verschiedene Teile erweitert. Die Produktion von Knotern (Knüpfern) für Hochdruckpressen wird 1962 begonnen und ist bis heute eine der Kernkompetenzen der Rasspe Systemtechnik GmbH & Co. KG. Durch den landwirtschaftlichen Schrumpfungsprozess Mitte der 80er Jahre wurde der Fertigungsumfang in diesem Bereich angepasst. Das Zweigwerk in Solingen-Burg wird im Jahre 1991 in das Hauptwerk Solingen-Stöcken eingegliedert.

Im Jahre 2000 wird das bis dahin von der Familie Rasspe geführte Unternehmen durch eine starke mittelständische Gesellschaftergruppe unter der Führung der Gebr. Schumacher GmbH übernommen. Im Rahmen dieser neuen Zugehörigkeit findet Rasspe eine Heimat in einem starken und weltweit agierenden Unternehmensverbund landtechnischer Zulieferer. Heutiger Schwerpunkt der Produktion sind Komponenten für Landmaschinen, die für die Grünfutter- und Getreideernte verwendet werden. Spitzenprodukte sind zweifellos die Garn- und Drahtknoter für stationäre und gezogene Pressen, die zum Binden von Stroh und anderen Produkten eingesetzt werden. Auch bei den Messern für die Papierindustrie hat sich Rasspe durch ausgezeichnete Qualität einen Spitzenplatz im Weltmarkt gesichert.

Die Besichtigung mit Voranmeldung findet am 14. 4. 2011 von 14.30 – 16.00 Uhr. Anmeldung erforderlich bis 9. 4. 2011. Weitere Informationen zum Inhalt der Tour sowie zum Anmeldeverfahren finden Sie in dem beigefügten Dokument (download pdf).

Website des Netzwerk Industriekultur Bergisches Land 

Kontakt:
c/o
Industriemuseum Freudenthaler Sensenhammer
Wilhelm Matthies M.A.
Freudenthal 68
51375 Leverkusen
Tel. 0214/ 5007268 – Fax 0214/ 5007269
mail: wilhelm.matthies@sensenhammer.de
www.sensenhammer.de

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