Archiv für den Monat: November 2010

Bremerhaven: Leuchtturm „Roter Sand“ zum „Wahrzeichen der Ingenieurbaukunst“ erklärt

­­Der Leuchttum "Roter Sand" wurde 1880 – 1885 erbaut. Er liegt im offenen Meer an der deutschen Nordseeküste, 48 km von Bremerhaven aus in nordwestlicher Richtung und 11 km von der Insel Wangerooge entfernt. Zum ersten Mal wurde mit dem „Roten Sand“ ein festes Leuchtfeuer dieser Dimension im tiefen Seewasserbereich auf Treibsand ohne stabilen Untergrund mit Hilfe der Caisson- oder Senkkastentechnik errichtet. Der technikhistorisch bedeutendste Teil ist der Caisson, der Gründungskörper. Er steckt im Meeresgrund, ist nur bei Niedrigwasser zu sehen und trägt die eigentliche Turmkonstruktion. Bis 1964 war der Leuchtturm in Betrieb und wurde dann durch ein Feuerschiff abgelöst. Das einprägsame viergeschossige Stahlbauwerk mit drei auskragenden Erkern und dem Laternenraum ist heute als Kulturdenkmal der Technik- und Schifffahrtsgeschichte allgemein anerkannt und konnte durch die Gründung einer "Stiftung Leuchtturm Roter Sand" (www.rotersand.de) an seinem ursprünglichen Standort erhalten werden: Im Jahr 1987 wurde der Leuchtturm aus Mitteln des Bundes, des Landes Niedersachsen und des Fördervereins "Rettet den Leuchtturm Roter Sand e.V." gesichert. In einer spektakulären Rettungsaktion wurde eine Stahlmanschette über den 30 Meter hohen Turm gestülpt, auf den Meeresboden abgesenkt und mit Beton hinterfüllt, um dessen Fundament neue Stabilität zu verleihen. Der Bund übertrug der Deutschen Stiftung Denkmalschutz im gleichen Jahr den Leuchtturm und stellte das Stiftungskapital für die Errichtung einer treuhänderischen Stiftung zu dessen dauerhafter Erhaltung zur Verfügung. Über 690.000 Euro sind seither aus Mitteln der Treuhandstiftung und der Deutschen Stiftung Denkmalschutz in die Sanierung und Restaurierung des maritimen Denkmals geflossen. Nachdem der Leuchtturm Roter Sand mit den erforderlichen Rettungsmitteln von der Treuhandstiftung ausgestattet wurde, kann er seit 1999 besucht werden. Bereits mehr als 600 Übernachtungs- und über 4.100 Tagesgäste lernten so die besondere Atmosphäre dieses maritimen Denkmals aus der Nähe kennen. Die Fahrten dorthin werden von der BIS Bremerhaven Touristik in Bremerhaven angeboten und durchgeführt.

Doch immer noch gilt es, die weitere Zukunft des Roten Sandes zu sichern. Das Turmfundament muss ständig gegen die Meeresgewalten geschützt werden, das eiserne Gehäuse bedarf der regelmäßigen Konservierung und Pflege. Für diese kontinuierliche Pflege und Unterhaltung wird weiterhin viel Geld benötigt. Die Stiftung "Leuchtturm Roter Sand" der Deutschen Stiftung Denkmalschutz und der Förderverein "Rettet den Leuchtturm Roter Sand e.V." suchen daher zusätzliche Förderer zum Erhalt dieses einzigartigen Baudenkmals. Jede Hilfe ist willkommen. Alle Förderer werden in das „Buch der Förderer“ der "Stiftung Leuchtturm Roter Sand" im Deutschen Schifffahrtsmuseum in Bremerhaven aufgenommen.

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Dauer der Sonderausstellung „125 Jahre Leuchtturm ROTER SAND“: 31.10.2010 – 30.01.2011
Ort: Deutschen Schiffahrtsmuseum, Bremerhaven (www.dsm.museum/)

Publikation der Bundesingenieurkammer

Die drei Autoren Christine Onnen, Wolfgang Neß und Dirk J. Peters haben in einer schön bebilderten Broschüre den äußerst riskanten und gefahrvollen Bau des Leuchtturmes sehr lebendig beschrieben. Der Fokus des Begleitbandes zum siebten ausgezeichneten „Historischen Wahrzeichen der Ingenieurbaukunst in Deutschland“ liegt auf der Darstellung des Know-hows und der vorhandenen technischen Möglichkeiten, die vor 125 Jahren zum Turmbau an der Grenze zur freien See geführt haben. Bestellung über die Website  www.wahrzeichen.ingenieurbaukunst.de

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Düsseldorf: 150 Jahre Verein deutscher Eisenhüttenleute

­ Seit zwei Jahrhunderten sind Eisen und Stahl unverzichtbare Werkstoffe im alltäglichen Leben. Deutschland liegt bei der Hüttentechnologie an der Weltspitze. Dazu beigetragen hat ein Verein, der 1860 die Sorge hatte, die hiesigen Firmen könnten im europäischen Wettstreit ins Hintertreffen geraten. Damals wurden die holzkohlebefeuerten Kleinhochöfen mehr und mehr von großindustriellen Anlagen abgelöst. Die deutschen Hüttenleute waren ehrgeizig und erfindungsreich; aber die Konkurrenz in England, Belgien oder Frankreich war stark und finanzkräftig. Durch ein "festes und inniges Zusammenwirken der gesamten vaterländischen Eisenindustrie" und eine "Vereinigung aller Kräfte" müsse die Schlagkraft der Stahlwirtschaft gestärkt werden, forderten deshalb Leopold Hoesch, Jakob Kocher und Reiner Daelen in einer Einladung zu einem Treffen in Düsseldorf am 3. November 1860. Es führte zur Gründung des Vereins Deutscher Eisenhüttenleute (VDEh).

Autor: Kay Bandermann; Redaktion: Ronald Feisel

Zur Geschichte des VDEh  

Schon früh setzte sich der VDEh – wie der Verein Deutscher Ingenieure – für die Erfoschung der Technikgeschichte und den Erhalt Technischer Denkmale ein. Die Rettung der Luisenhütte in Wocklum (Balve/Westfalen) in den 1930er Jahren steht dabei an herausragender Stelle. Ausserdem verfügt der Verein über eine ca. 900 Stücke zählende Sammlung historischer eiserner Ofenplatten und eine umfangreiche historische Fachbibliothek. ­

Festschrift:

Maier/Zilt/Rasch (Hgg.): 150 Jahre Stahlinstitut VDEh 1860-2010; ISBN: 9783837500516; EUR 49,95 Klartext Verlag, Essen

erschienen Ende November 2010

„150 Jahre Stahlinstitut VDEh 1860-2010“ ist nach Angaben des Verlags der Rahmen eines historischen Sammelbandes, der von dem Bochumer Technikhistoriker Prof. Dr. Helmut Meier und Prof. Dr. Manfred Rasch, Vorsitzender des VDEh-Geschichtsausschusses, herausgegeben wird. Über 30 Autoren befassen sich mit historischen Themen wie zum Beispiel „Der VDEh und die Montanstadt Düsseldorf“ oder „Der VDEh und die Wirtschaftsvereinigung Stahl“.

Frankfurt am Main / Bonn: Zwei Kongresse zur Geschichte, Gegenwart und Zukunft des Rheins im November

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Frankfurt/Main: Second Transnational Rhine Conference: “The Coal-based Rhine Economy. Development of an Industrial Region from Basel to Rotterdam, 1850-1950” Goethe University, Frankfurt am Main (25-27.11.2010)

From the distant past to the present day, the Rhine region has been the central economic axis of Western Europe. The actual and eminent economic fact is the river itself, being the unchanging and hardly changeable natural condition that shapes the lives, habits, mentalities, and everyday routine of the Rhenish people. The changing structure of the Rhine economy thus must be understood as variations of a given opportunity in accordance with a peculiar path dependency. Since the Middle Ages, a river economy emerged along the Rhine that favoured the development of self-confident cities, long-distance trade, and the accumulation of great fortunes, and thus in turn enhanced the economic potential of the region in a co-evolutionary process. The industrialization in the 19th century marked the beginning of a new phase in the history of the Rhine economy. The new production technologies spreading from Britain and later Belgium, and the following expansion of energy and material consumption, suddenly raised the value of the deposits of the Rhenish-Westphalian coal fields. In order to exploit the coal deposits of the Ruhr effectively, however, both an economical supply of ore and reasonable rates for the transport of the finished or semi-finished products were needed. The traditional division of labour between the Middle and Upper Rhine on the one hand and the Netherlands on the other hand was gradually complemented, and finally substituted, by the trade with coal, ore, and products of the heavy industry. Rotterdam became the seaport of the Ruhr, just as the Ruhr became the factual hinterland of Rotterdam. This division of labour became more differentiated by the emergence of an industrial cluster in the Rhineland and Westphalia, where mechanical engineering and chemical industries soon joined heavy industry. Yet the Netherlands and the Ruhr alone were not the only regions of the 19th-century coal-based Rhine economy. It stretched further, and included the Rhine-Main region, the Rhine-Neckar region, and the industrial cluster around Basel. Via the Rhine, fuel and by-products from coking, that served as raw materials for the chemical industry, arrived, and the river itself served as the necessary source of fresh water as well as a drain. Finished products were shipped back downstream. In addition, there was great demand for cheap food in the ever-growing industrial agglomerations in the Rhine area. Grain, edible fats, and other agricultural produce, however, were not brought in directly from the agricultural Eastern German regions, but were mainly imported from other parts of the world via Rotterdam and the river Rhine. Although it was geographical location and natural conditions that enabled the development of West Europe’s most important economic region, it was entrepreneurs, firms, and cartels that used the given opportunities and created economic realities. Local, national and transnational authorities gave them the freedom to do so, or even took the initiative in some periods, and hindered them in others. The Rhine thereby should not only be seen as a means of water transport, but also as a structuring element of the transnational region, where other means of transport – railways, motorways, and electricity networks – clearly followed the river basin. Moreover, big cities and large industrial centres arose near Europe’s main waterway. As the Rhine crossed borders of several states, with different institutions and conflicting interests, this caused co-operation as well as conflict.

After a fruitful and lively kick-off conference in Rotterdam in November 2009, which aimed to discuss the Transnational Rhine economy from various perspectives in the 1850-2000 period, the second Transnational Rhine Conference will be organized at the Goethe University in Frankfurt am Main from 25 to 27 November 2010 and focuses on a century when the economic region was shaped by the production of coal, iron ore, steel, and the distribution of these items over the river Rhine. It aims to explore the rise, growth, and fall of a coal based economic region from Rotterdam to Basel in the period 1850-1950. In order to achieve its research programme on these and related issues, the organisers endeavour to build a transnational network, consisting of economists, economic and business historians, as well as historians of technology, in the first place coming from the countries along the Rhine and its delta, however not exclusively. To explore the long-term economic development of the Rhine region the organisers have selected five different themes, i.e. “international coal trade”, “business and financial relations”, “food trade”, “institutions and regional integration”, and “transport and logistics”. The organizing committee has invited scholars to present their papers and others to discuss these, however, those interested to participate in the discussion are encouraged to do so.

For more information please contact Ralf Banken (Ralf.Banken@t-online.de).

Thursday, 25. 11. 2010

17.30-18.00 Introduction: Werner Plumpe, Ralf Banken (Goethe-University of Frankfurt/Main), The Transnational Rhine Economy in the Period of the Coal-based Economy

18.00-19.00 First Keynote Speech: Richard Coopey (Aberystwyth University; London School of Economics), Flowing across boundaries, flowing across history; The economy of rivers since 1800.

Friday, 26.1.2010

9.00-11.00 First Session: Perspectives on Transport and Logistics

Jeroen Euwe (Erasmus University Rotterdam), Changing Traffic Flows along the Rhine during the Weimar Republic.

Vincent Lagendijk (University Leiden), Transnational Dimensions of the Exploitation of International Rivers: A Comparative Approach.

Andreas Kunz (Institute of European History Mainz), The Transport of Coal in the Rhine Economy 1850-1950.

Discussant: Monika Dommann (University Basel)

11.30-13.00 Second Session: Business and Financial Relations

Hein Klemann (Erasmus University Rotterdam), Monetary and Financial Problems in the Rhine States during the Interwar Period.

Alfred Reckendrees (Copenhagen Business School), The Vereinigte Stahlwerke and its Financial Relations to the Netherlands 1926-1933.

Discussant: Christopher Kobrak (ESCP Europe Paris)

14.00-15.00 Second Keynote Speech: Ron Boschma (University Utrecht), How do regions diversify over time? The importance of technological relatedness

15.30-17.00 Third Session: International Coal and the Rhine

Hendrik Fischer (University of Cologne), Boris Gehlen (University of Bonn), The Development of the Rhenish Lignite Industry: Enterprises and Markets 1880-1933.

Ralf Banken (Goethe University Frankfurt am Main), The Coal market between Mannheim and Basel: The Competition between the Saar and Ruhr Coal in the middle and upper Rhine Valley 1850-1914.

Thomas Jovovic (Ruhr University Bochum), The Rhenish-Westphalian Coal Syndicate and the Concentration of the Ruhr Coal Mining Industry.

Discussant: Dominique Barjot (Paris-Sorbonne-Paris IV) (to be confirmed)

17.00-18.00 General discussion

Saturday, 27.11.2010

9.00-11.00 Fourth Session: Regulating and Regional Integration

Isabel Tölle (University Siegen), Fuming Chimneys under the Bridge: the first non-moveable Bridge over the Rhine as a Hindrance for Shipping.

Francoise Berger (University of Grenoble), Issues and imbalances of an insertion in the Rhine economy: The International Steel Cartel in the Inter-War-Period.

Kurosawa Takafumi (Kyoto University), “The Hydro-powered Industrial Revolution in the High-Rhine: How Historical Inter-industrial Linkages Formed a Transnational "Proto-Economic Region”

Discussant: Peter Lyth (Nottingham University Business School)

11.30-13.00 Fifth Session: Food Trade

Laura Rischbieter (Humboldt University Berlin), Mark Jakob (University of Göttingen), The Trade with Colonial Goods on the Rhine in the Nineteenth Century.

Ben Wubs (Erasmus University Rotterdam), Feeding the Ruhr. How food connected the ever-growing industrial agglomerations with other parts of the world via Rotterdam and the river Rhine.

Discussant: Christian Kleinschmidt (University Marburg)

13.00-13.30 Preliminary conclusions: Harm Schroeter (Bergen University)

13.30-14.00 General discussion

14.00 End of the Conference

Kontakt: Ralf Banken Wirtschafts- und Sozialgeschichte, Historisches Seminar, Universität Frankfurt am Main

Ralf.Banken@t-online.de

Ankündigung im Internet

Bonn:
Internationale Rheinkonferenz ":zukunft rhein"
17. bis 19 November 2010
World Conference Center Bonn [ehem. Deutscher Bundestag]

Ziel der Rheinkonferenz 2010 ist für die Veranstalter die Initiierung eines dauerhaften interkommunalen und interdisziplinären Dialogs zu den gemeinsamen Entwicklungsaufgaben am Rhein – von der Quelle bis zur Mündung. Dabei will sich die Rheinkonferenz auch mit der Frage der Akteursstrukturen und ihrer jeweiligen Aktionsfähigkeit im Kontext multifunktionaler Nutzungungsansprüche und äußerer Einflüsse am Fluss auseinandersetzen. Hierzu sollen erstmalig auch in einer regionalen und thematischen Gesamtschau Projekte, Strategien und Visionen vorgestellt und diskutiert werden, die beispielhaft für das tatsächliche Zusammenspiel zwischen regional integrierten Ansätzen und übergeordneten Vorgaben stehen. Im Zentrum der Rheinkonferenz 2010 steht der Dialog und der Austausch zwischen den Anrainern und Akteuren über die Zukunft der gemeinsamen geographischen Mitte im Spannungsfeld zwischen differenzierten Ansprüchen, äußeren Einflüssen und dem Erhalt von Qualitäten. Ziel ist es, durch diese Zusammenschau den eigentlichen Mehrwert zu erzeugen. Daher sind die Akteure angesprochen, ihre konkreten Erfahrungen im Sinne guter Praxis und guter Vorbilder sowie ihre Einschätzungen zur Zukunft des Rheins aktiv in die Konferenz einzubringen und zur Diskussion zu stellen. Die seit 2005 jährlich stattfindenden Rheinkonferenzen der Regionale 2010 hat sich dabei als wichtige Plattform für den Austausch der Akteure am Rhein und als Forum für Interessierte herausgestellt. Entlang der Themen Logistik, Hochwasser, Stadtentwicklung, Literatur und Tourismus konnte ein erster erweiterter und ganzheitlicher Erfahrungsaustausch auf breiter Ebene erreicht werden, der künftig nicht mehr nur auf den Raum der Region Köln/Bonn beschränkt sein soll.

Die Regionale 2010 (http://www.regionale2010.de) nimmt ihre Abschlusspräsentation in den Jahren 2010 und 2011 zum Anlass, den Bezugsraum für die Rheinkonferenz 2010 auf den gesamten Flusslauf von der Quelle bis zur Mündung auszudehnen und unter dem Motto „:zukunft rhein“ alle Anlieger zur ersten gemeinsamen Rheinkonferenz einzuladen.

Weitere Informationen: www.rheinkonferenz2010.de 

Essen: Ausstellung „ STILLGELEGT – Industrieruinen im Osten. Verlassene Fabrikanlagen von Halle bis Peking “ im Kunstschacht Zollverein 1/2/8

­Die Sonderausstellung des in Wien lebenden Künstlers ist die bereits vierte Fotografie-Präsentation im Kunstschacht Zollverein im Kulturhauptstadtjahr 2010. Besucher können sie gleichzeitig mit den verlängerten Ausstellungen „Unterwegs zu Hause“, Hapimag-Preis 2009, „Martha Maas, geb. Rosenfeld 1893-1970“ von Stefan Maria Rother und „Weitwinkel“ von Norbert Zingel im Kunstschacht entdecken. An wenigen anderen Orten offenbaren sich Werden, Sein und Vergehen eindringlicher als in stillgelegten Fabriken, Bergwerken oder Kokereien. In insgesamt vierzehn Ländern hat Christoph Lingg eine Vielzahl von Industrieruinen aufgespürt: Bauten aus der Schwer-, Textil-, Chemie- und Ölindustrie, Zucker- und Fischfabriken, aber auch Ziegeleien und ehemalige Brauereien. Zeugen vergangener Zeit, dem Verfall preisgegeben. In Christoph Linggs Bildern steckt die Melancholie einer untergegangenen Epoche. Sie spiegeln die ökonomischen Entwicklungen ebenso wider, wie des Menschen Beziehung zu Arbeit und Umwelt sowie die Identität dieser Länder und Regionen. Christoph Lingg: 1964 geboren, Ausbildung am International Center of Photography in New York, zahlreiche Ausstellungen im In- und Ausland, lebt in Wien. Buchveröffentlichungen: „Apropos Czernowitz“, „Vergessener Völker Müdigkeiten“, „Den Sternen entlang“, „Im Stein“, „STILLGELEGT“/Shut Down, „Verlust und Erinnerung“. STILLGELEGT – Industrieruinen im Osten. Verlassene Fabrikanlagen von Halle bis Peking 24. Oktober bis 31. Dezember 2010 Freitag bis Sonntag, 15.00 Uhr bis 18.00 Uhr und nach Vereinbarung Kunstschacht Zollverein, Schacht 1/2/8 Bullmannaue 21, 45327 Essen Eintritt: 2,50 Euro Weitere Informationen: Tel. 0201 30 48 81 (bitte lange klingeln lassen)

Ein Rundgang durch die gleichnamige Ausstellung in Wien

Essen/Köln: Zwei Ausstellungen zur Geschichte und Zukunft der Städte an Rhein und Ruhr

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Essen:
Urbanität gestalten. Stadtbaukultur in Essen und im Ruhrgebiet 1900 bis 2010

Museum Folkwang, Essen, 16. Oktober 2010 – 30. Januar 2011

Das Museum Folkwang nimmt nach eigenen Angaben das von seinem Gründer Karl Ernst Osthaus inspirierte Metropolenprojekt „Ruhr“ zum Anlass, im Kulturhauptstadtjahr 2010 eine Ausstellung über Stadtentwicklung und Baukultur in Essen und im Ruhrgebiet zu veranstalten. „Urbanität gestalten“ stelle den Entwicklungsgang der Stadtplanung im Ruhrgebiet in fünf historischen Schritten dar und thematisiert das Verhältnis von Planung und ungeordnetem Wuchern, von übergeordneten Strukturen und lokalen Entscheidungen, das Handeln der wichtigsten Akteure, ihre Diskussionen, Vorschläge, Lösungen und Fehlentscheidungen. Seit 1900 zählen der Flächenverbrauch der Industrie und die Schaffung einer funktionierenden Verkehrsinfrastruktur zu den zentralen Herausforderungen der Stadtplanung im Ruhrgebiet. Eng damit verbunden ist der Wohnungsbau, der in den rasch sich verdichtenden Städten zunehmend auch sozial- und kulturpolitische Funktionen übernehmen musste. Eine weitere wichtige Aufgabe war die Schaffung von Grün- und Naherholungsgebieten sowie der Umwelt- bzw. Naturschutz. Diese Handlungsfelder der Stadtplanung (Industrie, Verkehr, Wohnen, Umwelt/ Natur) werden am Modellfall Essen und weiterer Städte im Ruhrgebiet zwischen 1900 und 2010 untersucht. Die Ausstellung wird gefördert von der Kulturstiftung Essen.

Weitere Informationen hier 

Köln: Städtebauaustellung "Dynamik + Wandel", 4. November 2010 bis 2. März 2011

Die Ausstellung des M:AI Museum für Architektur und Ingenieurkunst NRW „Dynamik + Wandel“ liefert nach Ansicht der Initiatoren Material für Analysen und Ansätze der Stadtentwicklung – mit einem Blick in die Geschichte, aus der wir lernen können und mit einem Blick in die Zukunft, um uns vorzubereiten. Denn schließlich müsse sich Stadtentwicklung den Zukunftsthemen Wachstum, Klimawandel, CO2-Reduzierung und Ressourcenknappheit stellen.Beispielhaft werden die Themen anhand der Städte am Rhein abgehandelt: Bonn, Köln, Leverkusen, Neuss, Düsseldorf und Duisburg zeigen ein breites Spektrum von städtischen „Lebensläufen“. Ihre Geschichten lassen die letzten 100 Jahre Stadtentwicklung lebendig werden: die Transformationen der Städte und ihres Umlandes, den Wandel der Lebens- und Arbeitsräume, die gesellschaftlichen, politischen und wirtschaftlichen Veränderungen, die die Stadtgestalt bestimmen. Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der Stadtentwicklung am Rhein werden in den Kontext der wichtigsten Planungsdiskurse des Jahrhunderts eingeordnet. Zum Vergleich werden zudem andere europäische Städte herangezogen. Die Ausstellung des M:AI ist in Kooperation mit der Regionale 2010 und dem Kolleg_Stadt_NRW (RWTH Aachen, TU Dortmund, BU Wuppertal) entstanden. Sie ist Teil der Rheinischen Welt-Ausstellung. Eine ausführliche Berichterstattung über die Eröffnungsveranstaltung und die Ausstellung mit einer Bildergalerie finden Sie auf www.regionale2010.de.

RheinForum (ehem. Reichsbahndirektion Köln), Konrad-Adenauer-Ufer 3, 50668 Köln.

Website der Ausstellung

Download der Ausstellungsbroschüre

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