Archiv für den Tag: 25. August 2010

Bochum: Ausstellung: „Auf breiten Schultern – 750 Jahre Knappschaft“ im Deutschen Bergbaumuseum

­­­Für die Ausstellung des Deutschen Bergbau-Museums (DBM) in Zusammenarbeit mit der Deutschen Rentenversicherung Knappschaft – Bahn – See konnten nach Angaben der Veranstalter zahlreiche Exponate von insgesamt 66 Leihgebern eingeworben werden. Sie werden ergänzt durch bislang nicht gezeigte Gegenstände und Dokumente aus den eigenen Sammlungen des DBM. Unter den Exponaten befinden sich Unikate wie Lukas Cranachs (d. J.) Porträt des Herzogs Moritz von Sachsen, der 1546 demonstrativ Mitglied der Freiberger Knappschaft wurde, die silberne Bergkanne mit zwei Pokalen von 1477/1519 aus dem Goslarer Ratssilber, oder eine farbige Panoramadarstellung des Bergbaus im Oberharz von 1661, die auf gut 10 qm ein einmaliges Bild von vorindustriellem Erzbergbau bietet. Bergbau und Knappschaft entwickelten sich in einer Tradition, ­auf der nicht nur die Risiken auf die Schultern der ganzen Solidargemeinschaft verteilt wurden, es stand auch jede neue Generation von Bergleuten sozusagen auf den Schultern der vorangegangenen, was ein zentraler Figurenturm im Zentrum der Ausstellung verbildlicht, der eigens für diese Schau geschaffen wurde. Eine mediale Installation wird den Besucher mit Ausblicken in die Zukunft überraschen Versicherung gegen Krankheit und Unfall, Altersversicherung und medizinische Betreuung sind ja nicht nur historische Felder, sondern zugleich wichtige Aspekte der Gegenwart und Zukunft jedes Einzelnen.

Zur Ausstellung erscheint ein umfangreicher Katalog.

Knappschaft2.jpg

Vortragsprogramm 14. September 2010, 19.00 Uhr: Christoph Bartels, Deutsches Bergbau-Museum Bochum „Arbeiten in der Unterwelt – Natur, Gesellschaft und Bergbau.“ Von seinen Anfängen an stellt der Bergbau ein besonderes Feld menschlicher Betätigung dar: Die Gewinnung mineralischer Rohstoffe verlangt den Einsatz organisierter Gruppen, der Einzelne wäre hier überfordert. Das Eindringen in den Untergrund, ohne das die Rohstoffe nicht zu haben sind, beschwört erhebliche Gefahren herauf und geht mit bedrohlichen Kräften um. Die Rohstoffe kommen nur regional begrenzt vor und müssen vielfach über weite Strecken zum Verbraucher transportiert werden. Und schließlich können ganz ungewöhnliche, wertvolle Schätze gehoben werden, führt doch der Bergbau in die faszinierende Welt der vielfach seltenen und wertvollen Mineralien. Zusammengenommen bringen diese Faktoren einerseits eine vielgliedrige Arbeitsteilung, andererseits einen besonderen Gemeinschaftsgeist der Bergleute hervor, einen solidarischen Zusammenschluss, nämlich die Knappschaft. Von einer anfänglich allgemeinen Interessenvertretung aller Bergbauverbundenen konzentrierte sie sich im Lauf der Zeit auf Aufgaben der sozialen Absicherung und wurde geradezu zu einem Mythos des Bergbaus. 28. September 2010, 19.00 Uhr: Eberhard Graf , Deutsche Rentenversicherung Knappschaft-Bahn-See Bochum „Die Knappschaft als sozialer Pfadfinder – Stationen der deutschen und europäischen Sozialgeschichte.“ In vielen Bereichen der sozialen Absicherung und weit über die Bergbaubranche hinaus hatte die Knappschaft eine Pionierrolle: Hier wird zuerst berufliche Sozialfürsorge greifbar, es entstanden die ersten Hospitäler, das ehrenamtliche System der Ältesten, eine erste Rentenformel; früh (und bis heute) entwickelten sich moderne Knappschaftskrankenhäuser, hier entstand der erste Versorgungsvertrag im Gesundheitswesen. Im Sozialen Wohnungsbau nahm die Knappschaft eine Vorreiterrolle ein, die erste Zeitschrift der Sozialversicherung entstand in ihrem Rahmen. Systematische Rehabilitation gehörte ebenso zum Konzept, wie der Einsatz moderner Datenverarbeitung. Im Prozess der deutschen Wiedervereinigung wurden für Hunderttausende Versicherungsleistungen ermöglicht. Gegenwärtig werden als neue Initiative Verbundprogramme ambulanter und stationärer Krankenbehandlung entwickelt; aktuell hat jeder in Deutschland die Möglichkeit, die Knappschaft als Krankenversicherung zu wählen. Der Eintritt zu den Vorträgen ist frei! Weitere Informationen unter www.bergbaumuseum.de oder http://knappschaft-ausstellung.bergbaumuseum.de Ausstellungsdauer: 1. Juli 2010 – 20. März 2011

Ausstellungsflyer als Download

Dillingen/Saar: Jubiläum 325 Jahre Dillinger Hütte

2010 ist nach eigenen Angaben ein besonderes Jahr für die Dillinger Hütte. Zum einen stehen große wirtschaftliche Herausforderungen an, es gilt die Wirtschaftskrise zu meistern und gestärkt daraus hervor zu treten. Zum anderen ist es ein Jahr, in dem ein außergewöhnlicher Geburtstag begangen wird: 325 Jahre. Außergewöhnlich auch deshalb, weil die Dillinger Hütte unverändert in ihrer Unternehmensidentität und am gleichen Standort seit über drei ­Jahrhunderten existiert. Bereits 1809 nimmt sie die Rechtsform der Aktiengesellschaft an und ist heute die älteste bestehende Aktiengesellschaft in Deutschland. 325 Jahre: das ist keine Selbstverständlichkeit. In ihrer langen und abwechslungsreichen Geschichte musste sich die Dillinger Hütte in vielen Situationen behaupten, sei es in wirtschaftlichen Krisen oder politischen Auseinandersetzungen, unter schwierigen Marktbedingungen oder gegenüber einem harten Wettbewerb. Langfristige Investitionsbereitschaft statt kurzfristiger Gewinnerwartung, eine frühzeitig sozial ausgerichtete Unternehmenspolitik, Anpassungsfähigkeit an veränderte Bedingungen und Innovationsfreude sowie eine starke Partnerschaft mit den Kunden: das sind die Grundsätze einer historisch gewachsenen Strategie, die geprägt ist von Nachhaltigkeit und Fortschritt.

Dill_Lehrwerkstatt1950.jpg
Lehrwerkstatt

Seit Mitte des 20. Jahrhunderts hat sich die Dillinger Hütte auf die Herstellung eines zentralen Produktes konzentriert: das Grobblech. Ihre nachhaltige Strategie hat sie dahin geführt, wo sie heute steht – zu einem in Europa und weltweit führenden Hersteller anspruchsvoller Grobbleche mit komplexen Eigenschaften und außergewöhnlichen Abmessungen. Nicht selten sind die Mitarbeiter seit vier und mehr Generationen im Unternehmen beschäftigt: ein Beleg für die hohe Identifikation mit „us Hütt“, wie die Dillinger Hütte in der Region, der sie sich zugehörig fühlt, genannt wird.

Die hohe Identifikation und Qualifikation der Mitarbeiter gepaart mit einem breiten Know-how, moderne Anlagen und Prozesse sowie eine ungebrochen starke Investitionspolitik zeichnen den Weg in die Zukunft auf: stets dem Fortschritt verpflichtet, so lautet auch das Jubiläumsmotto für das Jubiläumsjahr. Wegen der schwierigen Rahmenbedingungen, die das Unternehmen wie viele Stahlhersteller derzeit zu bewältigen hat, werden die Jubiläumsfeierlichkeiten gestrafft und auf das Wesentliche fokussiert: ein Partnertag am 2.9.2010 für die Kunden und Geschäftspartner mit Vorträgen und einer Podiumsdiskussion rund um das Thema Stahl. Und als Höhepunkt der Jubiläumstag am 5.9.2010, an dem das Unternehmen die Mitarbeiter und deren Familien zu einem Tag der offenen Tür mit vielen Attraktionen ins Unternehmen einlädt.

Dill_logo_325.jpg

Tagungsprogramm

Fr, 27.08.2010

Ab 12:00 Uhr Einchecken der Teilnehmer und Mittagsimbiss

13:00 – 17:00 Uhr
Tagung des Geschichtsausschusses VDEh: 325-Jahre Dillinger Hütte

Begrüßung

Vorträge mit Diskussion, Moderation: Prof. Dr. Manfred Rasch, Konzernarchiv ThyssenKrupp

Klaus Pape, ehem. Direktor Weiterverarbeitung Dillinger Hütte:
Kümplebau, Blechschweißerei und Presswerk vom Ende des 19. Jahrhunderts bis 1960

Dr. Klaus-Peter Otto, Direktor Dillinger Hütte:
Die Auseinandersetzung um 60:40 Deutsch-französische Kapitalanteile an der Dillinger Hütte vor und nach dem 2. Weltkrieg

Jacques Maas, Luxemburg:
Zweigstelle der VDEh an der Saar Eisenhütte Südwest

17:00 – 19:00 Uhr
Offizielle Eröffnung der Ausstellung 325 Jahre Dillinger Hütte im Alten Schloss durch Arbeitsdirektor Dr. Karlheinz Blessing, anschließend Führung durch Dr. des Antje Fuchs (Historikerin Dillinger Hütte)

Sa, 28.08.2010

9:30 – 11:00 Uhr Besichtigung der Dillinger Hütte
Führung Dr. Klaus-Peter Otto

11:30 – 13:30 Uhr
Ausgrabung der römischen Erzbergwerke in St. Barbara Führung Thomas Stöllner

Kontakt: VDEh-Geschichtsausschuss

 

DillingenStahlgeschichte.jpg

 

Veranstaltungshinweis

Die Dillinger Hütte wird 325 – Ausstellung zur Geschichte der Dillinger Hütte

29. August bis 10. Oktober 2010 im Alten Schloss Dillingen

Ab Sonntag, den 29. August findet anlässlich des 325jährigen Bestehens der Dillinger Hütte eine Ausstellung zur Geschichte der Dillinger Hütte statt: Von der kleinen Schmiede hin zum führenden Grobblechhersteller in Europa und weltweit – Mit großformatigen Bildern und zum Teil unveröffentlichten Fotografien aus dem Firmenarchiv werden die Entwicklung der Werksanlagen, der deutsch-französischen Besitzverhältnisse, der Produkte sowie der Technik der Eisen- und Stahlherstellung dargestellt. Zu gleich wird die Arbeits- und Lebenswelt der Menschen gezeigt, die seit Generationen dafür sorgen, dass aus der Geschichte der Dillinger Hütte eine Erfolgsgeschichte geworden ist.

Exponate, Bild- und Tondokumente sowie Schriftquellen aus fünf Jahrhunderten führen Sie durch eine spannende Stahlgeschichte. Von Anfang an aufs Engste mit der Hütte verbunden, bietet das Alte Schloss den idealen Rahmen für die Jubiläumsausstellung „325 Jahre Dillinger Hütte“.

Die Ausstellung dauert bis zum 10. Oktober 2010. Der Eintritt ist frei. Öffnungszeiten:
Sonntag, 29. August 2010, 14:00 Uhr bis 18:00 Uhr
Mittwoch, 1. September 2010, 14:00 Uhr bis 18:00 Uhr
Freitag, 3. September 2010, 14:00 Uhr bis 18:00 Uhr

Regelmäßig ab dem 8. September 2010 bis zum 10. Oktober 2010
Mittwoch bis Freitag: 14:00 bis 18:00 Uhr
Samstag geschlossen
Sonntag: von 14:00 bis 18:00 Uhr

Website Altes Schloss 

Zur Firmengeschichte