Archiv für den Tag: 5. August 2009

Stuttgart: Fernsehturm erhielt als drittes Bauwerk den Titel „Historisches Wahrzeichen der Ingenieurbaukunst in Deutschland“

Als der damalige Süddeutsche Rundfunk 1953 begann, einen neuen Fernseh-Sendeturm für Stuttgart und seine dichtbesiedelte Umgebung zu planen, war wohl niemandem bewusst, dass damit eine Revolution im weltweiten Turmbau ausgelöst werden würde.

Im Rahmen eines Festaktes wurde eine Ehrentafel am Fernsehturm enthüllt. An der Veranstaltung, zu der auch die Stuttgarter Bürgerinnen und Bürger herzlich eingeladen waren, nahmen 150 geladene Gäste des Fritz-Leonhardt-Tages teil.

Zur Begrüßung sprachen die Präsidenten der Bundesingenieurkammer und der Ingenieurkammer Baden-Württemberg, Jens Karstedt und Rainer Wulle. Grußworte wurden gehalten von: Karin Roth ( MdB), Parlamentarische Staatsekretärin beim Bundesminister für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung, und Ingrid Felgenträger, Landessendedirektorin des Südwestrundfunks.

Mit der Auszeichnung würdigt die Bundesingenieurkammer den genialen Entwerfer des Turms, Fritz Leonhardt, der schon damals einer der bekanntesten Bauingenieure im Nachkriegs-Deutschland war. Er entwarf und konstruierte in Stuttgart erstmals einen Sendeturm, dessen Antenne auf einem geschlossenen Stahlbeton-Turm errichtet wurde und der gleichzeitig mit einer Aussichtsplattform und einem Restaurant ausgestattet war. Der damals 217 m hohe Turm kostete die stolze Summe von 4,3 Millionen DM (ca. 2,2 Mio. Euro). Trotz der erhöhten Baukosten eine gute Investition, denn in den ersten Jahren strömten mehr als 650.000 Besucher pro Jahr nach Stuttgart, um den ersten modernen Fernsehturm der Welt zu besuchen.

Der 1956 in Betrieb genommene Stuttgarter Fernsehturm ist zeitlos in seiner Gestaltung und frei von allen architektonischen Modeströmungen. Seine Bauweise wurde zum Vorbild einer ganzen Generation von Fernsehtürmen, die unsere Stadtbilder heute prägen. Leonhardt ist es meisterhaft gelungen, dem 15 m breiten Turm-Kopf die Schwere zu nehmen und ihn gleichsam schweben zu lassen. Diese gestalterische Leistung ist bei Ingenieurbauwerken nicht selbstverständlich. Sie hat den Stuttgarter Fernsehturm zu einem unvergleichlichen Wahrzeichen der schwäbischen Metropole und darüber hinaus zum Wahrzeichen der internationalen Ingenieurbaukunst werden lassen. Mit 53 Jahren ist das Wahrzeichen der baden-württembergischen Landeshauptstadt das bisher jüngste Ingenieurbauwerk, dem dieser Titel verliehen wurde.

Aus Anlass der Titelverleihung gibt die Bundesingenieurkammer eine reich illustrierte Broschüre zum Fernsehturm Stuttgart heraus, die als dritter Band der Schriftenreihe „Historische Wahrzeichen der Ingenieurbaukunst in Deutschland“ erscheint. Das vierköpfige Autorenteam – allesamt hervorragende Ingenieure – zeichnet anschaulich die Entstehungsgeschichte des Turmes nach und würdigt eine der hervorragendsten Ingenieurpersönlichkeiten des 20. Jahrhunderts. Sie schildern anschaulich und mit großer Detailkenntnis, wie der erste Beton-Fernsehturm der Welt entstand und warum er den Titel „Historisches Wahrzeichen der Ingenieurbaukunst in Deutschland“ mit vollem Recht trägt.

Die Broschüre kann zum Preis von 14,80 Euro zzgl. Versandkosten bei der Bundesingenieurkammer in Berlin bestellt werden.

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Tampere/Finnland: Gemeinsame Konferenz von TICCIH und ICOHTEC „Reusing the Industrial Past“ im Sommer 2010

The Venue is going to be The University of Tampere and also the old factory premises on the both sides of the Tammerkoski rapids in the centre of Tampere.

There are two programme committees. One is nominated by TICCIH and other by ICOHTEC. Call for papers and schedule for deadlines will be the same for all. The LOC will operate as a coordinating organisation for these committees.

The programme of the conference will include scientific sessions and plenary sessions, business meetings and general assemblies of organising organisations, excursions, social events, such as receptions and the banquet, and possible pre- and post-conference trips.

The deadline for the paper/session proposals is in November 2009.

Congress web site

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Würzburg: Bayerische Landesausstellung 2009 widmet sich noch bis zum 4. Oktober „Wiederaufbau und Wirtschaftswunder“

­Leben in Trümmern

„Würzburg ist nicht mehr!“ – mit diesen Worten richtete sich 1945 Oberbürgermeister Pinkenburg erschüttert an die Würzburger. Auch die meisten anderen bayerischen Großstädte lagen in Trümmern. Familien waren zerrissen, Hunderttausende hatten keine Wohnung, Millionen hungerten oder waren auf der Flucht.

Wirtschaftswunder

Ganz anders jedoch in den frühen sechziger Jahren: Die Bayern erfreuten sich nach den Kriegswirren eines normalen Alltags und begann den erreichten Wohlstand in komfortablen Wohnungen zu genießen. Die Dynamik dieser Zeit zeigte sich in unterschiedlichen Bereichen: Hausfrauen hatten elektrische Helfer wie die Waschmaschine zur Hand und brachten Exotisches wie den Hawaii-Toast auf den Tisch, während im Wohnzimmer der Fernseher lief und vor der Haustür das Auto parkte.

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­­Die Landesausstellung 2009 zeigt diese beeindruckende Entwicklung, erinnert aber auch an die Menschen auf der Schattenseite des Wirtschaftswunders. Im Stil der Zeit eingerichtete Wohnungen sowie Schlager und Filme lassen den Geist der Epoche wieder erstehen. So wird Geschichte zum Erlebnis – für Zeitgenossen, die in Erinnerungen schwelgen, und für Jüngere, die die faszinierende Zeit von Wiederaufbau und Wirtschaftswunder erleben möchten.

Ort Würzburger Residenz

Öffnungszeiten 7. Mai bis 4. Oktober 2009­ täglich 9 bis 18 Uhr

Umfangreiche Informationen im Netz hier

Wue_Main_IK.450.JPGIndustriekultur auch an der Würzburger Mainfront

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Köln: Ausstellung „Fritz Leonhardt – Die Kunst des Konstruierens“ wird trotz Archiveinsturz in der Stadt gezeigt

Mit dem ehemaligen Diözesanmuseum im Kuriengebäude am Roncalliplatz, neben dem Römisch-Germanischen Museum, wurde ein attraktiv gelegener "Ersatzspielort" gefunden, der nebenbei noch einmal die Gelegenheit bietet, dieses Gebäude in seiner ursprünglichen Form zu besuchen. Der Schwerpunkt aus dem reichhaltigen Werk dieses berühmten Ingenieurs liegt bei der Kölner Ausstellung auf dem Brückenbau. Modelle und Darstellungen unter anderem der Rodenkirchener (Foto) und der Deutzer Brücke werden gezeigt.

Die Ausstellung findet bei freiem Eintritt statt vom 14. August bis 7. November, täglich von Dienstag bis Sonntag 10:00 bis 18:00 Uhr. Zuvor war die Ausstellung bereits in Stuttgart – dort ein wenig umfangreicher – zu sehen; weitere Stationen sind Karlsruhe und München.

Die für Köln vorgesehene Ergänzung um einen Schwerpunkt zur Zusammenarbeit mit dem Kölner Brückengestalter Gerd Lohmer, mit dem Leonhardt bereits seit Rodenkirchen zusammenarbeitete, konnte aufgrund des Archiveinsturzes nicht realisiert werden, weil dabei Lohmers Nachlass verschüttet wurde. 

Ein die Ausstellung begleitender Vortrag von den Kuratoren Dr. Joachim Kleinmanns und Christiane Weber (saai – Südwestdeutsches Archiv für Architektur und Ingenieurbau an der Universität Karlsruhe) stellt das Lebenswerk dieses weltweit bekannten Bauingenieurs mit besonderem Schwerpunkt auf seinen rheinischen Projekten vor. Neben der Rodenkirchener Brücke, der Severinsbrücke, der Zoobrücke und der Deutzer Brücke sind dies in Köln auch der Fernsehturm "Colonius" sowie mit Friedrich Tamms die "Düsseldorfer Brückenfamilie".

Montag, 17. 8. 2009 | 19:30 Uhr | Domforum | In der AFR-Themenreihe 2009 „Brücken – Grenze und Verbindung (siehe industrie-kultur-Meldung) | Veranstalter: AFR Architektur Forum Rheinland | Eintritt frei | Keine Anmeldung erforderlich |

Haus der Architektur Köln

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Lindlar: Der Reichtum des Bergischen Landes – LVR-Freilichtmuseum zeigt Ausstellung „SteinReich an Grauwacke“

Veranschaulicht wird die Verwendung der Grauwacke, vom Hochgeschwindigkeitsschotter für ICE-Strecken bis hin zum Designmaterial. Die Ausstellung schlägt den Bogen zwischen Vergangenheit und Gegenwart: Kirchen, Talsperren und Brücken bezeugen die lange Tradition des grauen Steins als regionales Baumaterial. Es werden seltene historische Filmaufnahmen und moderne Objekte aus dieser mittlerweile "trendigen" Gesteinsart gezeigt. Noch heute bauen im Bergischen Land dreizehn Betriebe die Grauwacke ab.

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Die Besucher erfahren viel Wissenswertes über diese spezielle Gesteinsart. Grauwacke ist härter als Granit, vielseitig einsetzbar und schon mehr als 350 Millionen Jahre alt. Im Bergischen Land wird sie seit Jahrhunderten abgebaut. Mit der industriellen Revolution und den ersten Eisenbahnlinien setzte dann auch die industrielle Gewinnung ein. Die reine Handarbeit wurde erleichtert durch den Einsatz von Maschinen und Transportseilbahnen. Dennoch blieb die Arbeit in den Steinbrüchen auch weiterhin körperlich sehr anstrengend und gefährlich. Mehrere Inszenierungen von Arbeitssituationen führen dies vor Augen.

Das LVR-Freilichtmuseum Lindlar beleuchtet die einzelnen Gesichtspunkte bis hin zur Entwicklung der Natur in stillgelegten Steinbrüchen. Ein Kinderbereich lädt zum spielerischen Umgang mit Steinen ein. Das Rahmenprogramm bietet u. a. Steinbildhauerkurse, Führungen durch Steinbrüche und abwechslungsreiche Mitmach-Aktionen für Kinder.

Die Ausstellung „SteinReich an Grauwacke" ist im LVR-Freilichtmuseum Lindlar vom 19. Juni 2009 bis zum 6. Juni 2010 zu sehen. Sie ist ein Bestandteil des Projekts „Bergische Grauwacke – Vielfalt erleben" (www.bergische-grauwacke.de).

„SteinReich an Grauwacke", 19. Juni 2009 bis 6. Juni 2010

Öffnungszeiten: Zu den Museumsöffnungszeiten:

1.03. – 31.10.: Di. bis So. 10 – 18 Uhr

1.11. – 28.02.: Di. bis So. 10 – 16 Uhr

Museumseintritt: Erw. 4,50 Euro; Kinder bis 18 Jahre frei

Ort: LVR-Freilichtmuseum Lindlar

Information: Kulturinfo Rheinland: Tel. 0 22 34/ 99 21 – 555

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