Archiv für den Tag: 22. April 2009

Apolda/Weimar: Studentenworkshop zu den Total-Werken von Egon Eiermann

Der "Eiermann-Bau" in Apolda teilt das Schicksal vieler historischer Industriebauten: Er steht leer. Als Ensemble von besonderer architekturgeschichtlicher Bedeutung wurden der Altbau (1906/07) und dessen bauliche Erweiterung (1938/39, Egon Eiermann) im Jahr 1992 unter Denkmalschutz gestellt. Die Thüringer Kleinstadt Apolda hatte im 19. Jahrhundert – besonders durch die Strick- und Wirkwarenindustrie – einen rasanten Aufschwung genommen. Die Wirtschaftskrisen der 1920er und die Exportembargos der 1930er Jahre führten jedoch zum Niedergang der Textilproduktion; in den Fabrikgebäuden siedelte sich meist Rüstungsindustrie an. Die Berliner Total KG Übernahm 1936 einen solchen Fabrikbau und stellte dort Feuerlöscher, später auch Flammenwerfer und Granaten her. Mit einem Erweiterungsbau wurde 1938 Egon Eiermann beauftragt.

Der damals junge Berliner Architekt Egon Eiermann (1904-70), nach dem 2. Weltkrieg dann bekannt für die Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche in Berlin und das Abgeordnetenhochhaus in Bonn ("Langer Eugen"), beschäftigte sich im Dritten Reich mit dem Industriebau, für den eine moderne Formensprache akzeptiert bzw. gewünscht war. Der Auftrag für die "Total-Werke" forderte die Erweiterung des älteren Fabrikgebäudes (1906/07), dessen sichtbares Betonskelett zum bestimmenden Motiv des Anbaus wurde. Bereits Zeitgenossen lobten den eleganten Bau mit seinem Dachgarten samt Flugdach und den gläsernen Treppenhäusern, der uns heute als Vorbote der Nachkriegsmoderne erscheint.

1994 wurde die Produktion der Feuerlöschgeräte eingestellt. Heute dient der Industriebau temporären Nutzungen; ein Verein kümmert sich um die Erhaltung und die Zugänglichkeit des Baus. Vor dem Hintergrund Apoldas als überdurchschnittlich schrumpfende Stadt erweist sich die Suche nach neuen Nutzungskonzepten als besonders schwierig.

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Die Studenten sollen ein Konzept für Erhaltung und Nutzung des bedeutenden, aber seit längerer Zeit leerstehenden Industriegebäudes in einer strukturschwachen Region unter Einbeziehung der vielschichtigen denkmalpflegerischen und städtebaulichen Fragestellungen erarbeiten.

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Betreut wird der vierte Studentenworkshop des Deutschen Nationalkomitees für Denkmalschutz durch das Thüringische Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie sowie die Bauhaus-Universität Weimar,  Fakultät Architektur, Denkmalpflege und Baugeschichte.

Teilnahmegebühr: 100 Euro, Unterkunft und Verpflegung frei

Anmeldung:

Bewerben können sich Studenten des 3. bis 6. Semesters, die an Fragen der Denkmalpflege interessiert sind und interdisziplinär und praxisnahmiteinander arbeiten wollen.

Die Bewerbungen mit kurzem Motivationsschreiben und Lebenslauf sind bis zum 30. April 2009 (Datum des Poststempels gilt) zu richten an die Geschäftsstelle des Deutschen Nationalkomitees für Denkmalschutz bei dem Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, Graurheindorfer Straße 198, 53117 Bonn

weitere Informationen

Ausschreibung der Bauhaus-Universität Weimar

Zu den Total-Werken ausführlich unter eiermannbauten.de

Nachtrag 2011: Workshop-Dokumentation als Bd. 77 der Publikationen des Dt. Nationalkomitees für Denkmalschutz kostenfrei hier erhältlich

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Hagen: LWL-Freilichtmuseum Hagen plant die Zukunft bis 2020

"Die Konzeption des LWL-Freilichtmuseum Hagen ist einmalig in Europa: Es ist das einzige Freilichtmuseum, das sich ausschließlich der Geschichte von Handwerk und Technik widmet. Mit dem Museumsentwicklungsplan wollen wir den Wert des Museums sowie als erfahrungsreichen Ort sinnvoller Freizeitgestaltung stärken und es so zukunftsfähig machen", sagte LWL-Kulturdezernentin Dr. Barbara Rüschoff-Thale.

Die Besucher sollen künftig bereits auf dem Weg vom Parkplatz zum Museumseingang unter dem Motto "Mäcki will’s wissen" vom Museumsmaskottchen, einer Katze, auf den Besuch des Museums eingestimmt werden. Um deutlich zu machen, wie sich Handwerksberufe entwickeln und neue entstehen, sollen auch jüngere Handwerke in das LWL-Freilichtmuseum einziehen. So soll das Haus Sümmern zum "Haus des jüngeren Handwerks" werden. Hier sollen Handwerke Raum finden, die sich in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts neu oder zu Massenhandwerken entwickelt haben wie beispielsweise der Elektriker. "Auch dadurch wird das Museum noch stärker als bislang zu einem erlebbaren Wissensspeicher und so zu einem Ort lebenslangen Lernens für Alle", so Rüschoff-Thale.

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Das Handwerk soll noch stärker erlebbar werden. Dazu plant das LWL-Freilichtmuseum beispielsweise "Anfass-Stationen", an denen die Besucher selbst aktiv werden können, ein Experimentierfeld Wasser und eine Museumswerkstatt. In diesem rund 200 Quadratmeter großen Gebäude können Besucher Erfahrungen mit verschiedenen Werkstoffen und Techniken sammeln.Den Bereich der Kleinschmieden will das Museum grundsätzlich neu ordnen: Einige der kleinen Gebäude mit ihren sehr spezialisierten Werkstätten ziehen um. Sie werden künftig den Weg vom Kleinschmiedenbereich zum Sensenhammer verkürzen. In der Nähe der Kleinschmieden entsteht ein "Informationszentrum Schmieden", in dem die Besucher audiovisuellen Informationen zum Thema Schmieden erhalten. Außerdem soll die Architekturinszenierung eines Fallhammerwerks auf die Entwicklung des Schmiedehandwerks verweisen.

Im Bereich "Druck und Papier" plant das LWL-Freilichtmuseum zwei neue Gebäude: An der Stelle der bisherigen Restaurierungswerkstatt, die in einen Neubau umzieht, entsteht ein zusätzliches Druckereigebäude, in dem eine Rotationsmaschine für den Zeitungsdruck die Besucher faszinieren soll. Das Handwerkerdorf im oberen Museumsbereich erhält eine zweite Bäckerei, um das beliebte Brot auch ausreichend für die Besucher anzubieten.

Sonderausstellungen von überregionaler Strahlkraft sollen das Museum noch bekannter machen. Sie sollen in einem Gebäude gezeigt werden, das der LWL in den nächsten Jahren bauen will und somit die Attraktivität des Museums steigern.

"Mit den zahlreichen Maßnahmen sichern wir die Kernkompetenzen des Museums und stärken seine Vermittlungsarbeit. Aufgrund seiner hohen Besuchszahlen zählt das LWL-Freilichtmuseum zu den bedeutenden kulturellen und touristischen Anziehungspunkten in Westfalen-Lippe", so Rüschoff-Thale.

Weitere aktuelle Informationen aus dem und über das Museum

(Quelle: Pressemitteilung LWL)

 

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Köln: Notiz vom Rande der Stadt

Nach Medienberichten will der Investor entgegen früherer Pläne die stattliche, in ihrer Bausubstanz gut erhaltene Villa zugunsten einer Tiefgarage und weitere Wohnbauten abbrechen. Neben einer lokalen Initiative schloß sich auch der Rheinische Verein für Denkmalpflege und Landschaftsschutz den Protesten an und stellte das Haus am 2. Dezember in seiner Reihe „Denkmal des Monats“ vor. Nach Angaben der Bürgerintiative wurde auch durch fehlende Absperrung und andere Maßnahmen gezielt versucht, den Zustand des Hauses zu verschlechtern.

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Die städtische Untere Denkmalbehörde lehnte jedoch trotz öffentlicher Appelle eine Eintragung des Hauses als Baudenkmal ab, und der Rat verabschiedete den notwendigen neuen Bebauungsplan. Im Februar stimmte auch die Bezirksvertretung Rodenkirchen dem Abriß zu. Die Bürgerinitiative wandte sich nun an den Beschwerdeausschuß der Stadt.

Homepage der Bürgerinitiative

Lokale Pressemeldung

Presseartikel vom 18. 2. 2009

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Hattingen: Tagung zu Geschichte und Gegenwart der Montanindustrie in der Ukraine

Programm:

13.00-13.15 Uhr Begrüßung

13.15-13.45 Uhr Industrialisierung in der Ukraine (Ulrike Stellmacher, Stahlinstitut VDEh, Düsseldorf)

13.45-14.15 Uhr August Thyssen und die ukrainischen Eisenerze (Manfred Rasch, ThyssenKrupp Konzernarchiv, Duisburg)

14.15-14.45 Uhr Die ukrainische Eisen- und Stahlindustrie im Spiegel historischer Wertpapiere (Claus Müller, Hamburg)

14.45-15.15 Uhr Diskussion, Kaffeepause

15.15-15.45 Uhr Die Beteiligung der Firma Siemens an der sowjetischen Elektrizitätspolitik der 1920er Jahre (Martin Lutz, Universität Konstanz)

15.45-16.15 Uhr Zwangsarbeit  in ukrainischen Hüttenwerken während des Zweiten Weltkrieges (Dimitrii Titarenko, Universität Donezk; Vortrag: Anja Hoffmann, LWL-Industriemuseum)

16.15-16.45 Uhr Ukrainische Hüttenwerke unter dem Hakenkreuz (Harald Wixforth)

16.45-17.15 Uhr Diskussion, Kaffeepause

17.15-17.45 Uhr ArcelorMittal in der Ukraine (Rainer Isert, Duisburg)

17.45-18.15 Uhr Schwerindustrie – Industriekultur in der Ukraine (Alexander Kierdorf, Köln)

18.15 Uhr Diskussion

18.45 Uhr Möglichkeit zum Abendessen (auf eigene Rechnung) mit anschließender Nachtführung durch das LWL-Industriemuseum Henrichshütte Hattingen

Veranstaltungort:

LWL-Industriemuseum Henrichshütte Hattingen, Werksstraße 31-33, 45527 Hattingen

www.henrichshuette.de

Für die Veranstaltung ist nur der normale Museumseintritt zu entrichten. Um formlose Anmeldung bis zum 20. Mai wird gebeten unter:

vdeh-geschichtsausschuss@vdeh.de

Die Veranstaltung dient der Vorbereitung der Jahresexkursion des Geschichtsausschusses in die Ukraine vom 8. bis 12. September 2009. Nähere Informationen hier ; es sind noch Plätze frei.

(Foto: Petrovski-Hütte, Dnipropetrovsk, 2003)

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