Archiv für den Monat: März 2009

Köln: Umbau des Deutz-Kalker Bades hat begonnen

Das Deutz-Kalker (ursprünglich Kaiser-Wilhelm-) Bad wurde 1913-14 nach Plänen von Stadtbaumeister Hans Verbeek zwischen Deutz und Kalk errichtet. Bis 1918 diente es zunächst als Militärbadeanstalt der Deutzer Kürassiere, danach der Öffentlichkeit.

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Nach Kriegsbeschädigung wurde das Bad 1947 wiedereröffnet. Die an einer Straßenecke gelegene Anlage besteht aus dem in den 1950er Jahren in zeittypischen Formen wiederaufgebauten Eingangsbau, der von einem historischen Seitenflügel (ehemals Bibliothek) flankiert wird. Dahinter erhebt sich die bis hin zur historischen Dachlandschaft hervorragend erhaltene große Schwimmhalle. Ein Torbogen verbindet zur früheren Direktorenvilla.

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Zuletzt diente das Bad in den 1990er Jahren als Ersatz für die abgebrannte Thermalbad im Rheinpark, bis zur Fertigstellung der neuen Claudius-Therme.

Nach Angabe der Hotelgruppe Günnewig soll das in unmittelbarer Nachbarschaft der Großveranstaltungshalle „Lanxess-Arena“ gelegene Bad im Frühjahr 2010 als "Günnewig Hotel Stadtpalais" wiedereröffnet werden. Im Herbst 2008 begann man mit der „Entkernung“ des denkmalgeschützen Baus, der zumindest im Äußeren teilweise erhebliche Bauschäden aufwies.

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Fotostrecke von den Bauarbeiten  

Günnewig-Homepage

(Fotos: Archiv, Günnewig)

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Koblenz: Gasfeder-Spezialist STABILUS feiert sein 75-jähriges Firmenjubiläum

Weltmarktführer auf dem Gebiet der hydropneumatischen Gasfedern, Spitzenreiter im Bereich der automatischen Klappenantriebe im Automobilsektor, Top-Anbieter innovativer Gasfeder-Systeme für Büro- und Küchenmöbel – das (und noch viel mehr) ist STABILUS heute. Seinen Anfang nahm die durch zahlreiche Produktentwicklungen geprägte Geschichte des Koblenzer Unternehmens vor 75 Jahren: Zu Beginn der 30er-Jahre erkannte der Kaufmann Rudolf Spaeter die Marktchancen neuer Fahrwerks-Stabilisatoren, ausgelöst durch den damals in Europa einsetzenden Automobil-Boom. 1934 gründete er die Stabilus Industrie- und Handels-Gesellschaft, deren Ziel zunächst der Vertrieb hydraulischer Stoßdämpfer aus den USA war. Bei der seinerzeit miserablen Straßenqualität fiel diesen Fahrwerkskomponenten große Bedeutung zu.

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Vom Handel zur Produktion: Schon bald darauf begann das Unternehmen mit der technischen Optimierung der gehandelten Produkte; und noch im Jahr der Gründung stellte die zeitgenössische Fachpresse den neuen Stabilisatior Stabilus vor. Er fand nicht nur rasch seinen Platz im damaligen Automobil-Handbuch, sondern auch in den Fahrzeugen von Daimler-Benz, Auto-Union, Opel und Ford. Der Grundstein für den Erfolg des Unternehmens war gelegt. Die wachsende Nachfrage nach den Stoßdämpfern aus Koblenz ließ die Zahl der Mitarbeiter auf 250 im Jahr 1942 ansteigen. Abgebremst wurde der weitere Aufstieg des Unternehmens erst durch die Umstellung auf Kriegswirtschaft und die Bombennächte von 1944.

Die Stabilus GmbH hatte jedoch Bestand und nahm schon 1946 die Produktion von Stoßdämpfern wieder auf. Seitdem befindet sich das Unternehmen auf einem Wachstumspfad, der geprägt ist von wegweisenden Produktinnovationen – bis hin zur Entwicklung hydropneumatischer Verstellelemente, die 1962 erstmals als LIFT-O-MAT Gasfedern in die Serienproduktion gehen.

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Die nie versiegende Innovationskraft ist jedoch nur ein Erfolgsfaktor der Firmengeschichte von STABILUS. Mindestens ebenso großes Gewicht haben ständige Produktivitätsverbesserungen durch neue Fertigungsverfahren, das Einhalten hoher Qualitätsstandards sowie auch die frühe internationale Ausrichtung des Unternehmens – bereits 1972 startet STABILUS die Produktion in den USA. Heute beschäftigt das Unternehmen weltweit 3300 Mitarbeiter, ist auf fünf Kontinenten präsent und erwirtschaftet einen Umsatz von 385 Millionen Euro (2008). Auf dem Gebiet der Gasfedern ist es unangefochtener Technologie- und Marktführer. Die Produktfamilien LIFT-O-MAT, BLOC-O-LIFT oder STAB-O-BLOC sind Konstrukteuren heute ebenso ein Begriff wie die hydraulischen Dämpfer der Baureihe STAB-O-SHOC, die elektromechanischen Powerise-Antriebe für Heck- und Kofferraumklappen oder der hydraulische Türfeststeller DORSTOP.

Auf dem Weg in neue Märkte: Seit 2008 gehört STABILUS zur US-Beteiligungsgesellschaft Paine & Partners, die das Unternehmen bei dessen Plänen unterstützt: Noch im gleichen Jahr übernimmt STABILUS vom Wettbewerber Suspa den Gasfederbereich für Drehstühle und erwirbt die Mehrheitsanteile der schweizerischen Linrot Holding, eines Herstellers von Linear- und Rotationsantrieben mit operativen Aktivitäten im niedersächsischen Melle. Durch diese Akquisitionen stärkt STABILUS nicht nur seine Position am Weltmarkt, sondern erlangt auch zusätzliche Technologie-Kompetenzen. So kann das Unternehmen zukünftig in neue Marktsegmente vordringen und Anwendungsfelder erschließen, die weit über die traditionellen Einsatzgebiete von Gasfedern und Dämpfern hinaus gehen.

(Pressemitteilung)

Links

STABILUS GmbH

Unternehmens-Chronik

Fotos (STABILUS):

STABILUS-Anzeigenwerbung aus dem Jahr 1963.

Das STABILUS-Werk aus der Vogelperspektive, aufgenommen in den 50er Jahren.

Die hydropneumatischen Verstellelemente gingen 1962 erstmals als LIFT-O-MAT Gasfedern in Serienproduktion.

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Wiesloch: Feldbahnmuseum steht in diesem Jahr mächtig unter Dampf – Vielfältige Veranstaltungen auch mit Dampflokbetrieb geplant

Die Henschellokomotive der „Stumpfwaldbahn“ aus Ramsen in der Pfalz wird am 6. und 7. Juni zu Gast bei der Museumsfeldbahn sein und mit Loren- und Personenzügen auf die Strecke gehen.

Auch in der Eisenbahn-Saison 2009 gibt es wieder vieles zu entdecken. Bereits am 1. Mai öffnet das Museum in den Weinäckern von 10.00-17.00 Uhr seine Tore. Besondere Highlights in diesem Jahr sind der Feldbahn- und Oldtimerbrunch am 3. Mai, die bereits genannten Dampftage vom 6. bis 7. Juni, die Veranstaltung „Schichtwechsel“ mit Maschinenvorführungen am 5. Juli, der „Schultütentag“ für alle ABC-Schützen am 6. September, die „Laternenfahrt“ am 3. Oktober sowie der „Nikolausfahrtag“ am 6. Dezember. An allen Fahrtagen werden Führungen angeboten und findet Fahrbetrieb statt.

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Das Feldbahnmuseum „In den Weinäckern“ liegt verkehrsgünstig nur zehn Geh-Minuten vom Bahnhof Wiesloch-Walldorf entfernt. Weitere Informationen erhalten Sie auf der Homepage www.feldbahnmuseum-wiesloch.de im Internet.

Veranstaltungen 2009

1. Mai: „Fahrt in den Mai“ und Saisoneröffnung im Feldbahn- und Industriemuseum Wiesloch, 10.00 – 17.00 Uhr

3. Mai: „Feldbahn- und Oldtimerbrunch“ mit Live-Musik, Frühstücksbrunch und Oldtimerschau im Feldbahnmuseum, 10.00 – 17.00 Uhr

6. u. 7. Juni:  „Dampftage im Feldbahnmuseum“ – Wie damals dampft es wieder im und am alten Lokschuppen. Betriebstag mit Dampflokeinsatz und vielen Überraschungen, 10.00 – 17.00 Uhr

5. Juli: „Schichtwechsel“ – Betriebstag mit Feldbahnverkehr und Maschinenvorführungen im Feldbahnmuseum, 10.00 – 17.00 Uhr

6. September: „Schultütentag“ – Freie Fahrt für Erstklässler, die ihre Schultüte mit ins Museum bringen, 10.00 – 17.00 Uhr

3. Oktober: „Funzel- und Laternenabend“ – Museumslichterfahrt mit Laternenprämierung, ab 17.00 Uhr

6. Dezember: „Nikolausfahrtag“ – Der Nikolaus kommt ins Feldbahnmuseum, 13.00 – 17.00 Uhr

Info: Feldbahn- und Industriemuseum Wiesloch e.V., Tel. 06222/60807 oder 06222/389545

Internet: www.feldbahnmuseum-wiesloch.de

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(Pressebericht Feldbahn- und Industriemuseum Wiesloch e.V.; Fotos Rafael Dreher: Henscheldampflok der Stumpfwaldbahn Ramsen / Am alten Feldbahnlokschuppen in Wiesloch)

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Düsseldorf: NRW-Stiftung unterstützt auch 2009 Technik- und Industriedenkmale

Rohrmeisterei Schwerte

160.000 Euro stellt die NRW-Stiftung für bauliche Maßnahmen im Außenbereich der Rohrmeisterei Schwerte (siehe Foto) bereit. Das Gelände soll hergerichtet und dabei die ursprüngliche Nutzung als Wasserabsetzbecken sichtbar werden.

Bei der so genannten "Rohrmeisterei", deren Einrichtung vor einigen Jahren mit rund 220.000 Euro von der Nordrhein-Westfalen-Stiftung unterstützt wurde, handelt es sich um eine denkmalgeschützte Industriehalle, die 1890 als Pumpstation der Dortmunder Stadtwerke in Betrieb genommen wurde, sie gilt als Kleinod der Industriearchitektur des ausgehenden 19. Jahrhunderts. Nachdem die Pumpstation um 1924 stillgelegt wurde, diente die Halle als Werkstatt und Rohrlager der Dortmunder Wasserwerke – was dem Gebäude seinen bis heute geläufigen Namen einbrachte. Bereits seit 2001 wird die Halle, die sich in der Trägerschaft der gemeinnützigen Bürgerstiftung Rohrmeisterei befindet, als Bürger- und Kulturzentrum genutzt. Jetzt plant die Bürgerstiftung auf dem Plateau hinter der ehemaligen Pumpstation Veranstaltungsflächen, einen Biergarten und einen Biotopgarten. Dabei sollen die Lage und Umrisse der früheren Wasserabsetzbecken berücksichtigt werden, um so einen deutlich erkennbaren Bezug zur ursprünglichen Nutzung des Geländes herzustellen. Mit Hilfe der NRW-Stiftung kann dabei auch eine in Teilen noch vorhandene ehemalige Beckenmauer denkmalgerecht instandgesetzt werden. An der Gestaltung dieses Geländes, auf dem auch "Ruhrbalkone" als Aussichtsplattformen und eine Anbindung an den Ruhrtalwander- und -radweg vorgesehen sind, beteiligt sich maßgeblich auch das Land Nordrhein-Westfalen über seine Städtebauförderung.

St. Antony-Hütte, Oberhausen

Die Grabungsstätte der ältesten Eisenhütte der Ruhrregion, der "St. Antony-Hütte" in Oberhausen-Osterfeld, soll für Besucher hergerichtet werden. Die NRW-Stiftung stellt dafür 150.000 Euro zur Verfügung.

Das Grabungsareal der 1758 gegründeten "Urhütte" des Ruhrgebietes, der bedeutendsten Stahlregion Europas, soll ein industriearchäologischer Park werden. Ein erhöhter Weg mit Plattformen und Informationsmedien soll den Besuchern demnächst einen Blick von oben in das Bodendenkmal ermöglichen. Dort werden die Dimension des einstigen Hüttenbetriebes und die Funktionsweise einer Eisenhütte anhand der historischen Fundamente und Mauerreste deutlich. Mit den Funden und Forschungsergebnissen aus der Grabung wurde bereits die Ausstellung "Wiege der Ruhrindustrie" im letzten verbliebenen Gebäude der Hüttenanlage, dem ehemaligen Kontor- und Direktorenwohnhaus, eingerichtet. Der geplante Rundgang über die Fundstätte, die überdacht werden soll, wird die Ausstellung anschaulich ergänzen)

Römerkanal-Wanderweg, Eifel

90.000 Euro gibt die NRW-Stiftung für Neuerungen am Römerkanal-Wanderweg, der von Nettersheim nach Köln führt. Dazu gehören ein Internetportal, eine neue Wanderbroschüre und etwa 50 neue Informationstafeln.Die Römische Wasserleitung transportierte in der Zeit von etwa 80 bis 260 nach Christus bis zu 20.000 Kubikmeter Trinkwasser pro Tag in die Colonia Claudia Ara Agrippinensium (Köln). Mit einer Länge von rund 96 Kilometern war sie eines der längsten Aquädukte des römischen Imperiums, sie ist das größte antike Bauwerk nördlich der Alpen. Der Römerkanal transportierte das Wasser allein durch sein natürliches Gefälle und gilt daher als eindrucksvolles Zeugnis für den hohen Stand der römischen Ingenieurskunst.

Der 112 Kilometer lange Römerkanal-Wanderweg folgt in weiten Teilen dem Verlauf der Römischen Wasserleitung von Nettersheim über Kall, Euskirchen, Rheinbach, Brühl und Hürth bis nach Köln. Bereits 1988 wurde er vom Eifelverein eröffnet. Nach nunmehr über 20 Jahren soll er nach modernen, wandertouristischen Gesichtspunkten ausgestattet werden. Die NRW-Stiftung beteiligt sich daran mit tatkräftiger Unterstützung: Ein Internetportal, eine neu aufgelegte Wanderbroschüre und etwa 50 neue Informationstafeln entlang des Weges werden entwickelt und hergestellt. An einer neuen Wegemarkierung und Maßnahmen zur Barrierefreiheit beteiligen sich weitere Partner wie der Naturpark Eifel, der Eifelverein, das Rheinische Amt für Bodendenkmalpflege und örtliche Tourismusorganisationen, Kreise, Städte und Gemeinden.

Lambertsmühle, Burscheid

Die Lambertsmühle in Burscheid soll wieder mit Wasserkraft angetrieben werden und mahlen. 61.000 Euro kommen von der NRW-Stiftung für den Erwerb des Mühlenteichs und dessen Instandsetzung. Die Nordrhein-Westfalen-Stiftung hilft damit erneut dem Verein zur Förderung der Lambertsmühle in Burscheid. Mit dem Zuschuss der NRW-Stiftung sollen Wasserrad und Mahlwerk der Mühle wieder in Gang gebracht werden, deren Restaurierung die NRW-Stiftung bereits vor zehn Jahren mit rund 100.000 Euro unterstützte.

Bisher war der Betrieb des Mahlwerkes nur sehr eingeschränkt möglich, weil weder die Stadt Burscheid noch der Verein zur Förderung der Lambertsmühle über die Wasserrechte und den Mühlenteich verfügen konnten. Mit dem Erwerb des Teichs und der Gräben könnte der Schaubetrieb der Mühle von 1766 jetzt dauerhaft gesichert werden. Eigentümerin soll die Stadt werden, die bereits Grundeigentümerin der Mühle ist. Die letzte Müllerfamilie vermachte das Anwesen der Stadt mit der Auflage, dort ein Heimatmuseum einzurichten. Im Januar 1995 gründeten dann Bürgerinnen und Bürger aus Burscheid den gemeinnützigen "Verein zur Förderung der Lambertsmühle zu Burscheid e. V.", der heute über 150 Mitglieder hat. Das Fachwissen und der große ehrenamtliche Einsatz des Vereins für den Erhalt des Baudenkmals und den Aufbau eines Heimatmuseums hätten den Vorstand der NRW-Stiftung von einer weiteren Förderung überzeugt, heißt es in der Pressemitteilung der Nordrhein-Westfalen-Stiftung. Neben dem Mühlenmuseum und Veranstaltungsräumen richtete der Verein auf dem Gelände auch ein Museum für dörfliches Handwerk mit Schmiede-, Stellmacher- und Schusterwerkstatt und einen Bauerngarten ein.

Schöpfemühle Dringenberg bei Bad Driburg

Die Schöpfmühle in Dringenberg bei Bad Driburg aus dem 16. Jahrhundert ist die älteste Pumpanlage dieser Art in NRW. Damit sie wieder Wasser in den Ort auf dem Berg bringen kann, stellt die NRW-Stiftung 40.000 Euro bereit.

Über 40 Jahre lang stand die Mühle still. Dann sanierten 1980 die Stadt Bad Driburg und der Verein Schöpfemühle Dringenberg das Gebäude. Das Wasserrad ist jedoch inzwischen, fast 30 Jahre nach der Mühlensanierung, nicht mehr zu reparieren. Der Verein möchte die alte Schöpfmühle nun wieder in einen betriebsfähigen Zustand versetzen, um mit der Pumpanlage wie noch bis 1965 Wasser über einen so genannten "Piepengraben" durch Holzrohre in die Höhenlage Dringenbergs pumpen zu können, wo es auf verschiedene Zapfstellen in der Stadt verteilt wurde. Mit der Förderzusage der NRW-Stiftung soll so ein bedeutendes Beispiel der Frühform einer öffentlichen Wasserversorgung für die Besucher erlebbar gemacht werden. Die aus dem 16. Jahrhundert stammende Schöpfmühle ist die einzige Anlage dieser Art in Nordrhein-Westfalen, die bis heute erhalten ist

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Über 2.000 Initiativen in der Heimat- und Kulturpflege und im Naturschutz hat die NRW-Stiftung seit 1986 fördern können. Das Geld dafür stammt überwiegend aus Lotterieeinnahmen, zunehmend aber auch aus Spenden und Mitgliedsbeiträgen ihres Fördervereins, dem inzwischen über 7.200 Mitglieder angehören.

(nach Pressemeldungen der NRW-Stiftung)

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Essen: Krupp-Stiftung Halbachhammer nach Restaurierung wieder geöffnet

Der Halbachhammer ist eine Außenstelle des Ruhrmuseums, das ab Herbst 2009 in der ehemaligen Kohlenwäsche der Zeche Zollverein zugänglich ist. Wie Medien berichten, wurde sind nach vierzehnmonatigen Sanierungs- und Restaurierungsarbeiten am und im Gebäude ab Ende April die Tore des bedeutenden Denkmals auf der Route Industriekultur wieder für Besucher geöffnet. Der Halbachhammer sei aus einer Reihe von Projektanträgen nach Begutachtung und Bewertung durch die Akteure des Essener Konsens ausgewählt und im Januar 2008 als Konsens-Projekt beschlossen worden.

In enger Zusammenarbeit und Abstimmung zwischen den städtischen Planern – dem Institut für Denkmalschutz und Denkmalpflege und den verschiedenen Fachabteilungen der Immobilienwirtschaft der Stadt Essen -, dem Ruhr Museum und der Arbeit & Bildung Essen GmbH (ABEG) starteten am 12. Februar 2008 die Arbeiten. Es wurden vor allem Sanierungsarbeiten am Ständerwerk und dem Inneren des Gebäudes vorgenommen. Alle Arbeiten wurden denkmal- und materialgerecht ausgeführt. So wurde beispielsweise beim Ständerwerk anstelle der in den 1960er Jahren eingesetzten Nadelhölzer wieder entsprechend lang gelagertes Eichenholz verwendet. Insgesamt wurden 2,6 Kubikmeter Eichenholz verbaut.

Der Halbachhammer ist, wie das Ruhrmuseum mitteilt, eine Schenkung Gustav Krupp von Bohlen und Halbachs an die Stadt Essen. Ursprünglich in Weidenbau an der Sieg beheimatet, liegt das Denkmal heute im westlichen Teil des Waldparks, den Margarethe Krupp im Zusammenhang mit dem Bau der Margarethenhöhe als dauerhafte Einrichtung anlegen ließ und der Stadt Essen als „Promenadenschenkung“ zu Naherholungszwecken stiftete. Die im Siegerland um 1417 erstmals urkundlich erwähnte Anlage wurde nach fast 500jähriger Betriebszeit um 1900 stillgelegt. Für eine geplante aber nicht realisierte Industrieausstellung bereits demontiert, konnte Gustav Krupp von Bohlen und Halbach das Denkmal 1914 erwerben. Er veranlasste die Überführung des Hammers nach Essen, ließ ihn 1935/36 im Nachtigallental – in Sichtweite zur Margarethenhöhe – betriebsfertig wiedererrichten.

Unter Technikaspekten repräsentiert der Halbachhammer eine „Hammerhütte“. Diese verband einen aufeinander bezogenen Hütten- und Schmiedeprozess unter einem Dach. Die Anlage hatte ursprünglich die Aufgabe, aus kohlenstoffangereichertem spröden Roheisen durch einen erneuten Schmelz- („Frischen“) und Schmiedeprozess schmiedbares Eisen zu erzeugen.

Der Essener Konsens ist nach eigenen Angaben ein Netzwerk verschiedener  Entscheidungsträger aus Politik, Wirtschaft, Verwaltung und Bildungsträgern, um projektbezogen und nicht institutionalisiert zusammenzuarbeiten. Ziel des Essener Konsens ist es, die Lebens- und Standortqualität in der Stadt Essen mit sinnvoll geplanten Maßnahmen zur Beschäftigung und Qualifizierung zu verbessern. Dabei erhöht die Bündelung der Ressourcen öffentlicher und privater Verantwortungsträger die Stoßkraft der Projekte. Ausgeführt wurden alle Arbeiten am Gebäude als ein kommunales arbeitsmarktpolitisches Projekt zur Beschäftigung, Qualifizierung und Integration von Langzeitarbeitslosen in den Arbeitsmarkt. Dabei wurde projektbezogen mit beratenden Partnern und Firmen aus der Region zusammengearbeitet – ein Prinzip aller Projekte des Essener Konsens.

Der Halbachhammer war von 1994 bis 1998 schon einmal Projekt des Essener Konsens. In einem nächsten Bauabschnitt sollen nun alle zum Wasserbetrieb notwendigen technischen Einrichtungen außerhalb des Gebäudes repariert sowie die Außenanlagen auf Vordermann gebracht. Hier steht der Essener Konsens wieder zur Seite – dieses Mal in Form seines Arbeitsmarkt-Projektes "ESSEN. Neue Wege zum Wasser". Eingebettet ist das Ganze in ein Maßnahmenpaket zur Schaffung eines Waldparks durch Grün und Gruga Essen.

Öffnungszeiten Halbachhammer: 26. April 2009: "Aufschlag", Schmiedevorführungen & Kulturprogramm, 14 – 18 Uhr

Jeden ersten Sonntag im Monat: Schmiedevorführungen historisch & aktuell, 14 – 18 Uhr

Route Industriekultur: Halbachhammer

Pressemeldung

Info des Ruhrmuseums mit Bildergalerie

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