Archiv für den Monat: Juni 2007

Köln: Tagung über Technikkatastrophen

Welches Ereignis allerdings als katastrophal eingeschätzt wird, hängt nicht nur von objektiven Gegebenheiten (wie der Zahl der Verunglückten oder dem Umfang der Sach- und Umweltschäden) ab, sondern auch von der Art und Weise seiner medialen Präsentation und vom Katastrophenbewusstsein des Betrachters. Die Wirkung und Wahrnehmung von Technikkatastrophen ist damit eng mit medienhistorischen Prozessen und Adaptionen verbunden. Dem Untergang der Titanic oder der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl kommt in dieser Beziehung im öffentlichen Bewusstsein eine paradigmatische Bedeutung zu. In der Gegenwart ist die medienvermittelte Verbindung zwischen technischem Versagen und der ihm zuwachsenden sozialen Aufmerksamkeit umso bedeutungsvoller, da mit der wachsenden Komplexität und Informatisierung technischer Systeme auch soziokulturelle Wechselwirkungen zunehmen, wie William Evan und Mark Manion in ihrer jüngst erschienenen Studie aufgezeigt haben.

Die von der Inklings-Gesellschaft für Literatur und Ästhetik und vom Zentrum für Moderneforschung der Universität zu Köln gemeinsam veranstaltete Tagung beschäftigt sich aus einer interdisziplinären und medienwissenschaftlichen Perspektive mit der Aufbereitung von historischen Technikkatastrophen zwischen Ereignis, Bericht, literarischer und filmischer Darstellung. Im Unterschied zu derBeschäftigung mit Katastrophenereignissen, wie sie in den Ingenieurwissenschaften oder in der Technikfolgenabschätzung vorgenommenwerden, stehen im Fokus der Tagung nicht Fragen technischer Zuverlässigkeit oder des Risikomanagements, sondern die historische Wahrnehmung von Technikkatastrophen und die spezifischen Formen ihrer medialen Vermittlung und Interpretation.Die Tagung findet am 6. und 7. Juli 2007 im Neuen Senatssaal der Universität zu Köln, Hauptgebäude, statt und steht allen Interessierten offen. Das Programm und weitere Informationen finden sie im Internet unter: www.zfmode.de

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NRW: Am Tag der Architektur öffnen auch Industriedenkmale

Die öffentliche Auftaktveranstaltung des „Tages der Architektur“ in NRW am 16./17. Juni 2007 findet in einem Bauteil des inzwischen sicher bekanntesten Industriedenkmals Nrodrhein-Westfalens statt: der umgestalteten Kohlenwäsche der Zeche Zollverein in Essen. Die Architektenkammer NRW organisiert diese Leistungsschau der Architekten des Landes; dabei werden auch zahlreiche umgenutzte Bauten aus dem Bereich der „Industriekultur“ präsentiert:

– Balve: Industriemuseum Luisenhütte Wocklum

– Dortmund: Brauerei-Museum

– Duisburg: Alte Feuerwache Hochfeld

– Düsseldorf: Esprit Showroom

– Düsseldorf: Showroom bei Rheinmetall

– Erftstadt-Lechenich: Umbau einer Wassermühle

– Essen-Katernberg: Kohlenwäsche Zollverein

– Essen-Kupferdreh: Umbau Zeche Prinz-Friedrich

– Gütersloh: Umbau einer Lagerhalle zum Atelier

– Herford: Platz- und Fassadengestaltung Fa. Brax-Leineweber

– Hörstel: Sanierung „Reining’s Mühle“

– Krefeld: Umnutzung Tapetenfabrik Heeder

– Krefeld: Umnutzung „Alte Schirmfabrik“

– Kreuzau: Restaurierung „Alte Mühle“

– Langenberg: Umnutzung einer Bauernschmiede

– Lünen: Sanierung Schlossmühle Buddenberg

– Menden: Umnutzung „Cramer’sche Fabrik“

– Moers: Umnutzung Bahnhof

– Neuss: Umnutzung Stadthafen

– Solingen: Umnutzung Hauptbahnhof zum „Forum Produktdesign“

– Viersen: Sanierung Vorderhaus Stadtbad

– Waltrop, „Industrieplatz“ Zeche Hibernia

– Willich: Umnutzung Seidenweberei

 

Alle Objekte sind am Samstag oder Sonntag zur Besichtigung geöffnet; nähere Informationen unter: www.aknw.de

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