Bundeskongress Heimat 2022 zum Thema Industriekultur: Berlin, 16./17. Mai 2022

Industrialisierung hat die Landschaft und das Leben der Menschen in den vergangenen Jahrhunderten nachhaltig verändert und geprägt und tut dies auch heute noch. Neben der Produktion von Gütern sind die Energieerzeugung, die Gewinnung von Rohstoffen sowie die zugehörige Infrastruktur zentrale Aspekte der Industrialisierung.

Die Interessen der Menschen mit Blick auf Industrie und deren Auswirkungen auf Natur und Landschaft sind in unserer Gesellschaft sehr unterschiedlich gelagert. Einerseits bergen Eingriffe in die Landschaft durch Industrialisierung Konfliktpotential, wie z. B. der Braunkohletagebau, der Ausbau von Stromnetzen oder die vermehrte Gewinnung alternativer Energien, der Ausbau von E-Mobilität, der Neubau oder die Erweiterung von Industrieunternehmen und Infrastruktur.

Andererseits bedeutet Industrie für viele Menschen ihre Erwerbsgrundlage, sie identifizieren sich mit ihrer Arbeit, den hergestellten Produkten und den dazu notwendigen Bauten.

Durch Transformationsprozesse aufgegebener Nutzung, z. B. das Ende der Kohleförderung oder den massiven Abbau von Industriestandorten nach dem Ende der DDR, entstehen Leerstellen sowohl durch den Verlust von Arbeitsplätzen als auch infolge von aufgelassenen Tagebauflächen oder Industrieanlagen. Solche Leerstellen prägen auch nach dem Ende der Nutzung Regionen nachhaltig. Aber auch das Wissen um bestimmte Abbau- oder Fertigungsprozesse sowie die Kenntnis von industriell geprägten Lebensweisen gehen verloren.

Was tritt an diesen Leerstellen? Wie bewahrt man industrielles Erbe, wie vermittelt man das Wissen darum, wie gehen die Menschen mit Verlust und Veränderung in ihrer Lebenswelt, ihrer Heimat um? Wie gestalten Menschen gemeinsam die Zukunft ihrer Lebenswelt, ihrer Heimat?

Diese und weitere Fragen werden im Rahmen der vier Panels des Kongresses von Expertinnen und Experten aus der Zivilgesellschaft, Politik und Wissenschaft diskutiert. Dabei wird das vielfältige zivilgesellschaftliche Engagement zum Thema „Industrie und Heimat„ stehen. Im Rahmen der diesjährigen Partnerschaft des Bundeskongresses mit dem Heimatbund Thüringen wird ein Ausgangspunkt für die Diskussionen die Industriekultur Thüringens sein. Die gesetzten Themen werden aber aus bundes- und europaweiter Sicht diskutiert.

Zur Online-Ankündigung mit Programm:

https://bhu.de/veranstaltungen/bundeskongress-heimat/

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