Konferenz „Industrial Culture for Future”

Die Landschaftsverbände Westfalen-Lippe (LWL) und Rheinland (LVR) laden im Rahmen des Projekts FUTUR21 – kunst industrie kultur zur Fachkonferenz Industrial Culture for Future – Impulse für eine neue Charta der Industriekultur am 4.-5. November 2021 im LWL-Industriemuseum, Zeche Zollern, Dortmund ein mit einem künstlerischen Abschluss am Abend des zweiten Konferenztages im LVR-Industriemuseum Peter-Behrens-Bau in Oberhausen.

Nach Jahrzehnten der geschichtskulturellen Auseinandersetzung mit gesellschaftsrelevanten Themen möchten die beiden Industriemuseen des LVR und LWL zusammen mit Akteur:innen aus Wissenschaft und Kunst sowie Kultureinrichtungen, insbesondere Museen, neue Wege beschreiten und zukunftsorientierte Fragestellungen diskutieren: Was sind Schlüsselfragen auf dem Weg zu einer diversen, nachhaltigen und digitalen Gesellschaft, auf die eine Auseinandersetzung mit Industriekultur Antworten geben kann? Inwiefern sollen und können Industriemuseen als gesellschaftliche Foren die Zukunftsthemen der (post-) industriellen Gesellschaft in den Fokus nehmen? Welche gängigen Narrative müssen kritisch hinterfragt und weiterentwickelt werden? Welche machttheoretischen Positionierungen von Industriekultur lassen sich herausarbeiten? Inwieweit können die digitalen Künste neue Impulse für museale Präsentations- und Vermittlungsformen im Speziellen, aber auch für die Konzeptualisierung einer „Neuen Industriekultur“ im Allgemeinen geben?

Der Call for Papers ruft zur Einreichung eines Tagungsbeitrags für das Panel „Machtvolle Erzählungen – Machterzählungen“ auf: In diesem Panel geht es um eine kritische Selbstreflexion, die von Beginn an sozialhistorische Grundausrichtung der Industriemuseen nun im Rahmen eines machttheoretischen Diskurses aufgreift und unter heutigen Rahmenbedingungen fortsetzt. Sie hat insbesondere die Dialektik von Inklusion und Exklusion (Sprechen/Schweigen) im Fokus. Reflektiert wird im transdisziplinären Dialog das spannungsreiche Verhältnis von Erzählungen über Industriekultur und Macht. Dabei ist der Begriff “Erzählung” breit gefasst und schließt unterschiedliche Erzählmedien von Industriekultur ein, z.B. Literatur, Kunst, Film, industrielle Artefakte, museale Objekte, Ausstellungsnarrative, ein. Hier sollen folgende Fragen zentral diskutiert werden:

– Welche machtvollen Erzählungen über Industriekultur wurden im 21. Jahrhundert produziert? Von wem und mit welcher Intention? Inwiefern aktivieren diese Erzählungen die Vergangenheit? Und welche Vorstellungen von Zukunft entwickeln sie (v. a. im Hinblick auf Demokratie, Nachhaltigkeit, globale Gerechtigkeit)? Und wie gestaltet sich das Verhältnis von Vergangenheit und Zukunft in diesen Erzählungen? Inwiefern beeinflussen räumliche, zeitliche, institutionelle, professionelle Kontexte sowie die Positionierung hinsichtlich gesellschaftlicher Machtdiskurse die Gestalt von machtvollen Erzählungen über Industriekultur? Welchen Einfluss üben Erzählungen auf die Gestaltung sozialer und politischer Räume aus? Inwiefern bilden Erzählungen nicht nur einen gesellschaftlichen Status ab, sondern wirken aktiv auf den sozialen Raum ein und gestalten ihn? Wann werden machtvolle Erzählungen zu Machterzählungen? Wer oder was wird in machtvollen Erzählungen über Industriekultur ausgelassen? Wer spricht? Und welche Stimmen werden marginalisiert bzw. zum Schweigen gebracht? Im Fokus stehen hier insbesondere Stimmen, die aufgrund ihrer Ethnie/„Race“, ihres sozialen/biologischen Geschlechts bzw. Status oder ihrer Position innerhalb des (post- )kolonialen Machtgefüges marginalisiert bzw. ausgeschlossen wurden und werden.

Bereits zugesagte Redner für dieses Panel: Prof. Dr. Stefan Berger, Prof. Dr. Steven High, Prof. Dr. Sherry Lee Linkon, Prof. Dr. Laurajane Smith, Prof. Dr. Marion Steiner, Prof. Dr. Tim Strangleman.

Der Call for Papers ist bis zum 30.05.2021 geöffnet. Bitte senden Sie einen Abstract (max. 300 Wörter mit Titel) zusammen mit einer Kurzbiographie (max. 100 Wörter) an conference@futur21.de

Die Rückmeldung mit der Entscheidung über die Aufnahme erfolgt voraussichtlich Juli 2021. Tagungssprache ist Deutsch und Englisch. Aufgrund der Pandemie wird die Veranstaltung als Hybrid-Konferenz geplant. Mehr Informationen zur Tagung unter www.futur21.nrw

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