Hamburg: Tagung „Häfen. Knotenpunkte der Globalisierung. Geschichte, Perspektiven, Musealisierung“ vom 17. bis 19. Oktober 2018 im Museum für Hamburgische Geschichte – CFP


In Hamburg wird derzeit mit Unterstützung von 120 Mio. Euro an Bundesmitteln ein Deutsches Hafenmuseum konzipiert und errichtet. Die Stiftung Historische Museen Hamburg ist mit der Projektleitung betraut, Im Oktober diesen Jahres möchte sie nach eigenen Angaben im Rahmen eines Symposiums im Museum für Hamburgische Geschichte die inhaltlichen Eckpfeiler diskutieren und weiter entwickeln und lädt ein, sich mit Präsentationen zu einzelnen Themenfeldern an der Konferenz zu beteiligen…

„Häfen waren schon immer Knotenpunkte globaler ökonomischer und sozio-kultureller Zusammenhänge. Als Schnittstellen zwischen dem Wasser und dem Land, zwischen Meeren, Flüssen und Kanälen einerseits und Städten, Straßen, Schienen und dem Hinterland anderseits ermöglichen sie seit jeher den nahen und fernen Transport und Austausch von Waren, Wissen und Menschen. Ihre Infrastruktur war stets hoch technisiert und in einem ständigen Wandel begriffen. Die Arbeit im Hafen galt als hart und hat den Charakter und Mythos der Hafenstädte nachhaltig geprägt. Waren Häfen früher das Zentrum der Küstenstädte, so verdrängen steigende Flächenbedarfe und höhere Sicherheitsbestimmungen die Häfen mehr und mehr aus ihren Städten. Ökologische Anforderungen führen zu Konflikten. Gleichzeitig werden brachgefallene Hafenareale für neue Nutzungen von Wohnen, Arbeiten, Freizeit und Kultur erschlossen. Maritime Museen widmen sich traditionell der Geschichte und Kultur der Seefahrt. Im Mittelpunkt stehen Schiffe, nautische Instrumente, Motoren und Maschinen. Kapitäne, Reeder und Schiffbauer sind ebenso Thema wie Frachten und Reisen in die Ferne. Häfen sind meist ein Thema unter vielen, deren Wandel nur selten in seiner gegenwärtigen und historischen Komplexität beleuchtet wird. Mit dem Deutschen Hafenmuseum entsteht in Hamburg zurzeit ein Museum mit internationaler Strahlkraft, das sich ausschließlich der Geschichte und Kultur der deutschen Häfen und ihrer Verbindungen in die Welt widmen wird. Das künftige deutsche Hafenmuseum soll ein Ort werden, an dem der Hafen als Erklärungsmodell globaler ökonomischer und sozio-kultureller Zusammenhänge dient. Hierfür wird das Deutsche Hafenmuseum internationale Perspektiven einnehmen und ausgehend von einer Sammlung an Objekten, die die Dimension des weltweiten Austauschs anschaulich machen, seine Narrative entwickeln. Das Deutsche Hafenmuseum wird einen stark gesellschaftsgeschichtlichen und gesellschaftspolitischen Blick auf die Geschichte werfen, um aktuelle Situationen und Entwicklungen bewerten zu können. Im Rahmen einer ICMM Regional Konferenz möchten wir aktuelle und innovative Positionen zur Erforschung und Musealisierung der Geschichte, der Perspektiven von Hafenkonglomeraten, der Bedeutung und des Wandels von Häfen weltweit präsentieren und ein Forum für den wissenschaftlichen und museumspraktischen Austausch schaffen.

Call for papers

Für die Panels suchen wir nach Referent/innen, die Beiträge zu diesen Themenfeldern leisten können. Sie können aus den Bereichen Kultur- und Sozialwissenschaften, der Sozial- und Wirtschaftsgeschichte, der Industriearchäologie, der zeitgeschichtlichen Forschung sowie aus der Museumspraxis stammen.

Die Tagungssprache ist Englisch. Die Beiträge sollen im Anschluss an das Symposium in einem Tagungsband veröffentlicht werden. Reise- und Übernachtungskosten werden vom Veranstalter getragen.

Der Veranstalter: Stiftung Historische Museen Hamburg / Projekt Deutsches Hafenmuseum

Die Stiftung Historische Museen Hamburg ist eine der größten stadt- und regionalgeschichtlichen musealen Einrichtungen Europas. Mit ihren Museen repräsentiert sie die Geschichte Hamburgs und seines Umlandes einschließlich der nationalen und europäischen Bezüge. Zur Stiftung gehören als Haupthäuser das Museum für Hamburgische Geschichte, das Altonaer Museum und das Museum der Arbeit, sechs museale Außenstellen sowie der Museumsdienst Hamburg.

Programm

Mittwoch, 17. Oktober, 10 bis 18 Uhr

Panel 1: Hafen als Ort und Schnittstelle der Globalisierung und des Kolonialismus

Panel 2: Wandel der See- und Binnenhäfen

Panel 3: Die Veränderungen der Technik und Arbeitswelt im Hafen

Donnerstag, 18. Oktober, 10 bis 18 Uhr

Panel 4: Industrie im Hafen und Hafenregeneration

Panel 5: Werftindustrie

Panel 6: Ökologische „Eindringlinge“ im Hafen, Nachhaltigkeit der Hafenwirtschaft, Garten der Welt

Freitag, 19. Oktober, 10 bis 15 Uhr

Panel 7: „Mythos“ Hafen

Panel 8: Sammlungs-, Ausstellungs- und Vermittlungskonzepte

Im Rahmen der Tagung sind ein Besuch im Hamburger Hafenmuseum und auf einem Containerterminal sowie eine alternative Hafenrundfahrt (Barkasse oder Bus) geplant.

Kontakt

Rückmeldung bis zum 31. Juli 2018 erbeten

Ursula Richenberger
040 4281352222
richenberger@shmh.de

Website des „Deutschen Hafenmuseums“

 

Bild mit freundlicher Genehmigung von Christian Spahrbier
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