Erfurt/Pößneck: Themenjahr 2018 „Industrialisierung und soziale Bewegungen in Thüringen“ / Leitausstellung vom 6. Juni bis 9. September

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Um das reiche industriekulturelle Erbe Thüringens und seine gegenwärtige Bedeutung als Industriestandort mit ausgeprägtem Unternehmer- und Innovationsgeist zu vermitteln, hat die Thüringer Staatskanzlei das Jahr 2018 zum Themenjahr “Industrialisierung und soziale Bewegungen in Thüringen“ erklärt. Die Leitausstellung „Erlebnis Industriekultur – Innovatives Thüringen seit 1800“, vom 6. Juni bis zum 9. September 2018 in Pößneck, werfe, so die Veranstalter weiter, einen umfassenden Blick auf die Industrialisierung in Thüringen. Sie sei das erste große Ausstellungsprojekt zu diesem Thema und bündle die bislang wenig vernetzten Informationen zur Industriegeschichte des Freistaats. Rund 40 weitere Museen und Orte der Industriekultur planen, sich mit eigenen Veranstaltungen und Sonderausstellungen zu Spezialfragen und örtlichen Besonderheiten am Themenjahr zu beteiligen…

Seit dem Jahr 2000 ruft die Thüringer Staatskanzlei regelmäßig Themenjahre aus, die bedeutende Ereignisse der Landesgeschichte und -kultur würdigen und so einen Beitrag zur historischen und kulturellen Bildung über die Region leisten. Die Themenjahre werden von der Staatskanzlei finanziell unterstützt und mit wechselnden örtlichen Partnern durchgeführt. Im Falle des Themenjahres 2018 ist die Stadt Pößneck Veranstaltungsort der Leitausstellung.

Leitausstellung „Erlebnis Industriekultur – Innovatives Thüringen seit 1800“

In Kooperation mit dem Freistaat Thüringen lädt die Stadt Pößneck nach eigenen Angaben vom 6. Juni bis zum 9. September 2018 zu der Leitausstellung „Erlebnis Industriekultur – Innovatives Thüringen seit 1800“ ein. Die Ausstellung schlägt einen Bogen über 200 Jahre Industriegeschichte in Thüringen und macht das Thema für ein größeres Publikum zugänglich. Ihr Schwerpunkt liegt auf der Zeit zwischen 1800 und den 1920er Jahren, sie richtet ihren Blick aber auch auf die Gegenwart und die Zukunft des Industriestandortes Thüringen. Mit der Leitausstellung wird Pößneck 2018 erneut zum Gastgeber einer landesweit bedeutsamen Kulturveranstaltung, die zahlreiche Besucher in die Stadt lockt.

Bislang gibt es noch keinen Ort, der die bedeutende Industriegeschichte Thüringens umfassend aufbereitet und würdigt. Erstmals bereitet die Leitausstellung eine große Zahl von Objekten, Dokumenten und Informationen zu diesem Thema auf und führt sie als Erlebnisausstellung für die Öffentlichkeit zusammen. Drei Monate lang vereint „Erlebnis Industriekultur“ rund 500 Exponate aus dem ganzen Land in der denkmalgeschützten Shedhalle. Museen, Archive, wissenschaftliche, private und unternehmenseigene Sammlungen aus dem ganzen Freistaat steuern wertvolle Stücke bei, von der historischen Versicherungsurkunde bis zur Grubenbahn. Wer sich ein übersichtliches Bild von der Thüringer Industriegeschichte machen möchte, findet hier eine bisher einmalige Zusammenstellung. Sie umfasst nicht nur Werkzeuge und Maschinen, sondern geht auch auf die Produktionsbedingungen, die landschaftlichen Besonderheiten sowie die Menschen und ihren Alltag ein.

Sechs Themeninseln veranschaulichen den Wandel von Arbeits-, Lebens- und Umwelt und zeigen die verschiedenen Bereiche der Industrialisierung: Bodenschätze und Werkstoffe, Industriezentren in Thüringen, Aushalten und Haushalten, Verkehrswelt und Kommunikationsnetze, Finanzen und Reklame, Innovationen und Motoren der Industrie. Verbunden sind die Themeninseln durch den siebten Themenbereich „Energie“, den Antrieb und Fortschrittsfaktor der  Industrialisierung schlechthin. Unter dem Stichwort „Industrie 4.0“ zeigen ausgewählte Highlights heutiger Spitzentechnologie aus Thüringen, wie sich der Industrialisierungsprozess bis in unsere Zeit fortschreibt. Der Clou dabei: Alle Hightech-Erzeugnisse stammen von Thüringer Unternehmen, die bereits im 19 Jahrhundert Spitzenleistungen erbrachten.

Die Ausstellung „Erlebnis Industriekultur“ macht deutlich, dass Thüringen einen eigenen Weg der Industrialisierung beschritten hat. Für ihn spielten auch andere Kräfte als die klassischen Motoren der Industriellen Revolution, wie die rohstoffintensive Kohle- und Eisenindustrie, eine bedeutende Rolle. In Thüringen, das als eine der ersten deutschen Regionen die Industrialisierung durchlief, entwickelte sich von Beginn an eine besonders differenzierte Klein- und Kleinstindustrie. Die politische und landschaftliche Zersplitterung Thüringens erschwerte die Entwicklung von großen Industriezentren und führte stattdessen zu einer großen Produktvielfalt. Besonders kleine, leicht zu transportierende Produkte, die unter hohem Arbeitseinsatz herzustellen waren, kennzeichneten die Thüringer Wirtschaft. Bekannt sind zum Beispiel die Thermometer- oder Spielzeugherstellung. Dabei zeichneten sich die Thüringer Produkte durch eine hohe Material- und Produktqualität aus und waren schon früh weit über die Landesgrenzen hinaus begehrt.

Die Ausstellung „Erlebnis Industriekultur“ erzählt von diesen regionalen Besonderheiten, die Thüringen in dem weltweiten Prozess der Industrialisierung kennzeichnen. Die Schauobjekte verweisen auf ein industriegeschichtliches Programm, das von Beginn an weit über die „typischen“ Produktionszweige der Industrialisierung Textil, Eisen, Stahl und Maschinenbau hinaus geht.

Kontakt:

Stadt Pößneck
Projektbüro „Erlebnis Industriekultur“
Tel.: 03647 500-304
Fax: 03647 500-5304
Markt 1, 07381 Pößneck

Email: juergen.zoercher@poessneck.de

Weitere aktuelle Informationen zum Themenjahr unter www.industriekultur-thueringen.de

Info-Faltblatt zum Download Faltblatt LA Pößneck (3)

 

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