Goslar: Jubiläum „25 Jahre UNESCO-Welterbe Bergwerk Rammelsberg, Altstadt von Goslar und Oberharzer Wasserwirtschaft“

1992 hat das UNESCO-Welterbekomitee das Bergwerk Rammelsberg als erstes Zeugnis der Industriekultur in Deutschland zusammen mit der mittelalterlichen Altstadt Goslars mit dem Welterbetitel ausgezeichnet. 2010 wurde die Stätte um die Anlagen der Oberharzer Wasserwirtschaft erweitert. Das 25-jährige Jubiläum, so teilte die Deutsche UNESCO-Komission weiter mit, feierten zahlreiche Gäste am 15. November 2017 in Goslar, unter ihnen Außenminister Sigmar Gabriel, Oberbürgermeister Dr. Oliver Junk, die Niedersächsische Ministerin für Wissenschaft und Kultur Dr. Gabriele Heinen-Kljajic, der Geschäftsführer der Weltkulturerbe Rammelsberg Goslar GmbH Gerhard Lenz und die Präsidentin der Deutschen UNESCO-Kommission Prof. Dr. Verena Metze-Mangold…

In seiner Festrede betonte Außenminister Gabriel: „Mit dem Rammelsberg wurde erstmals ein deutsches Industriedenkmal in die Welterbeliste eingetragen und so gezeigt, wie eng der mühevolle und gefährliche Bergbau zusammenhängt mit den prächtigen Bauten Goslars. Welterbestätten sind wichtige Lern- und Erfahrungsorte. Das ehemalige Erzbergwerk Rammelsberg, die Altstadt von Goslar und die Oberharzer Wasserwirtschaft zeigen vorbildlich die Erfahrungen aus seiner tausendjährigen Geschichte.“

„Das Bergwerk Rammelsberg, die Altstadt von Goslar und die Oberharzer Wasserwirtschaft sind weltweit einzigartig. In ihrer Einzigartigkeit und mit ihrem herausragenden Wert für die Menschheitsgeschichte sind sie global mit über 1.000 anderen Welterbestätten verbunden. Alle diese Stätten sind Träger von Geschichten, die uns helfen, unsere Vergangenheit sowie das Hier und Jetzt zu verstehen und mit diesem Wissen unsere Zukunft zu gestalten. Ich beglückwünsche alle hier in Goslar Beteiligten zu ihrem Beitrag zur interkulturellen Verständigung und nicht zuletzt zu einem erfolgreichen Management einer Kulturerbestätte, die sich auf über 200 Quadratkilometer über- und unterirdrisch erstreckt“, sagte Prof. Dr. Verena Metze-Mangold.

Der 1988 stillgelegte Rammelsberg dokumentiert zehn Jahrhunderte Bergbaugeschichte. Er ist als einziges Bergwerk der Welt kontinuierlich über 1000 Jahre in Betrieb gewesen und war einst das größte zusammenhängende Kupfer-, Blei- und Zinkerzlager der Welt. Aufgrund des Reichtums an Bodenschätzen prägte das Bergwerk auch die Geschichte und Entwicklung der benachbarten Stadt Goslar. Kaiser Heinrich II erbaute in Goslar eine Kaiserpfalz. Sie war über Jahrhunderte hin die größte und sicherste Pfalzanlage sächsischer und salischer Kaiser. Die erste Reichsversammlung fand 1009 in Goslar statt. Die Stadt blieb bis zum Jahr 1253 Sitz der deutschen Könige und Kaiser. Die Altstadt von Goslar und der Rammelsberg wurden 1992 von der UNESCO als Welterbe anerkannt. 2010 wurde die Stätte um die Überreste des Zisterzienserklosters Walkenried und die Minen im Oberharz erweitert, die Zeugnis von den ersten Versuchen eines systematischen Abbaus von Nichteisenmetallen in Europa und der Entwicklung eines Wasserwirtschaftssystems dazu ablegen. Die Oberharzer Wasserwirtschaft gilt als eines der weltweit größten vorindustriellen Energieversorgungssysteme.

Das Jubiläum wurde durch zahlreiche Veranstaltungen im Jahre 2017 begangen.

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Bereits am 22. und 23. September hatte das Museum ein Kolloquium anlässlich des Jubiläums veranstaltet. Der Tagungsband mit dem Titel: Montanregion als historisches Erbe. Reflexionen und Ausblicke“ liegt bereits vor. Elf Aufsätze zu Themen des konservatorischen und vermittelnden Umgangs von Industriedenkmalen und ehemaligen Montanregionen verteilen sich auf über 160 Seiten. Betrachtet werden neben Entwicklungen im Harz auch andere deutsche Montanregionen wie das Erzgebirge, das Saarland oder das Ruhrgebiet..

Noch bis zum 19. November verlängert wurde die Sonderausstellung „Ein Vierteljahrhundert Weltkulturerbe – 25 Jahre Denkmalvermittlung“

DUK-Webseite zum Bergwerk Rammelsberg, Altstadt von Goslar und Oberharzer Wasserwirtschaft

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