Dortmund: Ausstellung zum 500jährigen Jubiläum des Reinheitsgebotes im „U“

Für begrenzte Zeit kehrt der Gerstensaft, einst nach Kohle und Stahl drittes Hauptprodukt der Stadt, in sein bekanntestes Baudenkmal zurück – das ehemalige Kellerei-Hochhaus der Union-Brauerei, als „Dortmunder U“ inzwischen ein Schaufenster der Gegenwartskunst. Und die setzt sich in besonderer Weise mit dem Bier und seiner Geschichte auseinander…

Von deutschen Gemälden des 19. Jahrhunderts bis zu japanischen Zeichentrickserien der Gegenwart: Die Ausstellung „Dortmunder Neu Gold – Kunst, Bier & Alchemie“ konfrontiert Werke internationaler KünstlerInnen mit Objekten aus der langen Kulturgeschichte des Bieres, so die Veranstalter.

„Neu Gold“ betrachtet Brauen und Bier als Bilder für Verwandlungsprozesse: Malz und Hopfen werden zu Dortmunder, Kohle und Stahl werden zu alchemischem Gold. Nüchterne Hänflinge werden zu bierbäuchigen Prachtkerlen, ein Grundnahrungsmittel wird zum Exportschlager und aus einer Brauerei entsteht ein Museum.

Anker und Ausgangspunkt der Reise von der Braukunst zur Kunst sei, so die Initiatoren weiter, die Stadt Dortmund und ihr Wahrzeichen, das Dortmunder U. Wie kein anderes Gebäude widerspiegelt es den für das Ruhrgebiet typischen Strukturwandel von der Industrie zur Kultur. Das bevorstehende Jubiläum des Reinheitsgebots, auf dassich die deutschen Bierbrauer seit fünfhundert Jahren berufen, bietet den aktuellen Anlass zur Ausstellung. Auch das Wiedererstarken kleiner Brauereien und die Craft Beer-Bewegung sind Gründe, sich dem flüssigen Gold zuzuwenden.

Auf einer Fläche von circa 1000 qm werden annähernd 200 Exponate zu sehen sein. Die Datierung der Ausstellungsstücke überspannt einen Zeitraum vom Jahr 1535 (Originalurkunde des Reinheitsgebots) bis zur Gegenwart. Es sind unter anderem Gemälde, Skulpturen, Fotografien, Plakate, Kostüme, Filme und Kunsthandwerk aus unterschiedlichen Genres und quer durch die Jahrhunderte zu sehen.

Gezeigt werden  u.a. Werke von: Daniel Garcia And˙jar, Herbert Achternbusch, Danja Akulin, Bernotat&Co, Dick Verdult, Petra Fiebig, Peter Freitag, Cornelius Grau, Paule Hammer, Jan Heerlein, Yulia Kazakova, Dörte Kraft, Alicja Kwade, Ayumi Matsuzaka, Tom Marioni, André Molkenthin, OL, Reinhard Osiander, Johanna Rotko, Michael Sailstorfer, Sabine Schellhorn, Uwe Schloen, Eva Teppe, Iva Vacheva, Dmitry Vrubel & Timofeeva, Adolf Winkelmann. Als Kurator fungierte Stefan Riekeles.

Informationen – auch zu dem umfangreichen Begleitprogramm – unter

www.dortmunder-neugold.de

Veranstaltungsort:

Dortmunder U
Ebene 6, Galerie und Oberlichtsaal, Leonie-Reygers-Terrasse

44137 Dortmund

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