Industriekultur

Magazin für Denkmalpflege, Landschaft, Sozial-, Umwelt- und Technikgeschichte

Freiberg/Sachsen: 250 Jahre Bergakademie

Am 21. November 1765 wurde mit der Bergakademie Freiberg eine montanwissenschaftliche höhere Bildungseinrichtung gegründet…

Nach den Verheerungen des Siebenjährigen Krieges wurde der Aufschwung für das Land durch Mehrung des Wissens über die Gewinnung, Auf- und Weiterverarbeitung von Rohstoffen befördert. Es ist der hohen Qualität in Lehre und Forschung und einer neuartigen Verbindung von Theorie und Praxis zu verdanken, dass die Bergakademie Freiberg rasch den Ruf einer weltweit führenden montanwissenschaftlichen Bildungseinrichtung erwarb.

Heute ist die TU Bergakademie Freiberg die älteste montanwissenschaftliche Hochschule der Welt.

Das Festjahr, das am 6. März 2015 beginnt und am 3. Mai 2016 endet, wird von einer Vielfalt festlicher Veranstaltungen, interessanter Ausstellungen und wissenschaftlicher Fachtagungen begleitet (zum Programm).

Am 21. November 2015 findet der zentrale Festakt anlässlich der Gründung der TU Bergakademie Freiberg am 21. November 1765 statt  Der Höhepunkt des Jubiläumsjahres in der Nikolaikirche (auf Einladung) wird begleitet von einer großen Bergparade und einer Geburtstagsfeier für Mitarbeiter, Studierende und Freunde der Bergakademie am Abend in der Neuen Mensa.

Die Bergakademie an der Schwelle des 21. Jahrhunderts

Nach dem Eingliederung der Bergakademie Freiberg in das westdeutsche Hochschulsystem ist es ihr gelungen, sich rasch in der Hochschullandschaft zu positionieren. Als erste ostdeutsche Hochschule wurde die Bergakademie Freiberg Mitglied der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG). Die wirtschafts- und sozialwissenschaftlichen Sektionen wurden dem Vertrag gemäß abgewickelt. Da jedoch die Wirtschaftswissenschaften von entscheidender Bedeutung für Freiberg sind, da sie viele Studenten hierher bringen, wurde in den 1990er Jahren eine neue wirtschaftswissenschaftliche Fakultät mit 15 Professuren aufgebaut.

An allen sächsischen Hochschulen wurden nach 1990 die Lehrkörper neu gebildet. Alle Professoren verloren gewissermaßen ihre Stelle, neue Lehrstühle wurden geschaffen und ausgeschrieben. Im Ergebnis waren die Professuren zu 50 % von alten Lehrstuhlinhabern besetzt, 25 % waren frühere Dozenten und Oberassistenten sowie 25 % westdeutsche, aus der übrigen früheren DDR stammende und ausländische Fachleute.

Im März 1993 erfolgte die Umbenennung zur „Technischen Universität Bergakademie Freiberg“.

In den frühen 90er Jahren sanken die Studentenzahlen stark ab. 1993 gab es weniger als 2000 Studierende. Eigene Anstrengungen in der Studienwerbung, Hilfe von Freunden beim Marketing, der generelle Wunsch der Ostdeutschen, wie die Westdeutschen in der Heimat zu studieren sowie die besonderen Studienangebote in Freiberg und neue, zeitgemäße Studiengänge wie Geoökologie, Umwelt-Engineering und Angewandte Naturwissenschaft und gute Stellenaussichten bei den meisten Studiengängen führten zu einer raschen Erholung und zu Studentenzahlen von über 4500. Heute studieren in Freiberg 5600 Studenten.

Das heutige Forschungsprofil der TU Bergakademie Freiberg wird durch die vier Wissenschaftsgebiete Geo, Material / Werkstoffe, Energie und Umwelt charakterisiert. Die Universität ist führend bei der Drittmitteleinwerbung. 2004 erreichte sie zum ersten Mal den ersten Platz unter den ostdeutschen Universitäten. Sie ist heute bei den Drittmitteleinwerbungen pro Professor die führende Universität in den neuen Bundesländern.

(Quelle: Wissenschaft vor Ort. Bilder zu Geschichte und Gegenwart der TU Bergakademie Freiberg. 2. Auflage, Freiberg 2007. S. 205ff.)