Essen: Konferenz „Polycentric City Regions in Transformation“ auf Zollverein vom 11. bis 13. Juni 2015

Der umfassende Transformationsprozess der Agglomeration Ruhr – die einstmals von der Kohle- und Stahlindustrie geprägt war und sich zu einer Dienstleistungs- und der Wissensgesellschaft zugewandten Region weiterentwickelt – schreitet bereits seit Jahrzehnten voran. Die Konferenz bietet einen umfassenden Blick über den Tellerrand…

Unter anderem wird Prof. Stefan Berger ein Panel leiten zu „Industrial Landscape & Identity“ und Prof. Theo Grütter wird an der öffentlichen Vortrags- und Diskussionsveranstaltung am 11. Juni um 19.00 Uhr mitwirken. Die Konferenzsprachen sind deutsch und englisch.

Hintergrund

Das Verständnis und die Aufarbeitung der historischen sowie der aktuellen räumlichen Entwicklung des Ruhrgebiets kann für den Transformationsprozess wichtige strategische Anhaltspunkte liefern. Im Vergleich zu den meisten anderen deutschen Metropolräumen nimmt die Agglomeration Ruhr eine Sonderstellung ein: sie ist eine polyzentral organisierte Stadtregion ohne dominanten Kern, mit einer Vielzahl lokaler und regionaler Institutionen. Sie ist zugleich gekennzeichnet von vielschichtigen strukturellen Brüchen und Widersprüchen in nahezu allen Schlüsselbereichen, insbesondere der räumlichen, wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung. Seit Jahrzehnten wird die regionale Transformation und Erneuerung von unterschiedlichsten Akteuren vorangetrieben. Obwohl umfassende Veränderungen stattgefunden haben, dauert der Transformationsprozess an. Dieser Prozess wird auch durch verschiedenste Planungsaktivitäten befördert.

Mit der Neuaufstellung ihres Regionalplans und einer dialogorientierten sowie in- tegrierten Entwicklungsstrategie ist das Ruhrgebiet prädestiniert, einen internationalen Diskurs über die Zukunft der polyzentrischen postindustriellen Stadtregion voranzutreiben. Mit der Internationalen Bauausstellung Emscher Park (1989- 1999), der Europäischen Kulturhauptstadt RUHR.2010 und vielen weiteren Initiativen hat die Region unter Beweis gestellt, dass sie innovative Formate der Stadt- und Regionalentwicklung gemeinsam auf den Weg bringen kann. Um eine bleibende Resonanz und Wirkung zu erreichen, zielt die Tagung auf eine möglichst unvoreingenommene Bilanz der bisher verfolgten Ansätze und Formate. Der internationale Kongress, der sich mit Transformationsprozessen und Strategien urbaner Erneuerung von polyzentrischen Stadtregionen auseinandersetzt, hat folgende Ziele:

* Bündelung und Erweiterung des Wissensstandes zu regionalen Transformations- prozessen anhand des internationalen Vergleichs von Strategien und Konzepten im Umgang mit verstädterten und postindustriellen Räumen.

* Erforschung der Chancen und Herausforderungen polyzentrischer Regionen für eine nachhaltige Entwicklung.

* Das Netzwerk „Ruhr 2020+.Hochschulen und Region“ soll um internationale Partner aus Wissenschaft und Praxis erweitert werden, um die themenrelevante For- schung in vergleichbaren Räumen stärker zu vernetzen und gemeinsame Aktivitäten durchzuführen.Eine international vergleichende Perspektive soll dazu beitragen, den Wandel des Ruhrgebiets in einen breiteren Kontext einzubetten und zugleich seine objektiv vorhandenen Spezifika einzuordnen. Der Kongress findet vom 11.06.2015 bis 13.06.2015 auf Zeche Zollverein in Essen statt.

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