Bingen: “Mensch und Maschine” in der zeitgenössischen Skulptur

Die dritte Skulpturentriennale in Bingen am Rhein steht im Jahr 2014 unter dem Motto „Mensch und Maschine“. Wie schon bei der letzten Ausstellung 2011, die unter dem Thema „Schönheit und Natur“ Werke zeitgenössischer Skulptur versammelte, werde, so die Veranstalter weiter, mit der Gegenüberstellung zweier Begriffe erneut ein Rahmen geschaffen, der rund 20 künstlerische Positionen entlang des Rheinufers thematisch vereint.

Die präsentierten Arbeiten, von denen viele mit direktem Bezug zum Ausstellungsort entstehen, widmen sich mit unterschiedlichen Ansätzen dem Thema und nehmen Bezug auf das Verhältnis, in dem der Mensch – letztendlich der „erfindende Geist“ aller Maschinen – zu den vom ihm Geschaffenen steht. Die Maschine, repräsentiert durch die Kunstwerke, fungiert dabei mal als „Helfer“, mal als „Zerstörer“, kann „Übermittler“ sein oder nur „Unterhalter“, der lediglich dem Zeitvertreib dient. Sie trägt zur Kommunikation zwischen den Betrachtern bei, regt sie an, kann im Gegenzug aber auch selbst Teil der Kommunikation werden, indem sie zur Interaktion mit sich selbst einlädt.

Geprägt von den ortsspezifischen industriellen Strukturen an der Rhein-Nahe-Mündung wie der Rheinschifffahrt und den Eisenbahnlinien sowie dem seit Jahrhunderten statt findendem Transport von Personen, Waren und Gütern auf und entlang des Rheins, bieten die Skulpturen eine Reihe von Anknüpfungspunkte, die direkt auf Bingen und seine Lage verweisen. Zwischen Rheinfähre und Mäuseturm entsteht ein vielfältiger Parcours, dessen Bezug zum Ausstellungsort erneut ein zentraler Bestandteil der künstlerischen Beiträge ist. Außer Frage steht, dass unser Alltag in allen Bereichen von Maschinen beeinflusst wird. Eine Entwicklung, deren Ende nicht absehbar erscheint und die sich nachweisbar exponentiell beschleunigt. Letztendlich besitzt der Mensch seinen evolutionären Status nur durch Werkzeuge und Maschinen, die seine körperlichen und geistigen Fähigkeiten optimieren. Die Herausforderungen, die diese Entwicklung mit sich bringt, thematisieren die Skulpturen in Bingen.

Die Künstlerliste zeigt, dass vor allem viele junge deutsche Künstler vertreten sind. Ebenso sind aber mit Via Lewandowsky, der seit mehr als zwei Jahrzehnten eine intensive Ausstellungstätigkeit vorweisen kann, oder mit der Polin Magdalena Abakanowicz Künstler dabei, die international einen Namen haben. Man kann sich also wie bei den letzten zwei Skulpturentriennalen auf die Vielfalt der Werke in der Ausstellung freuen.

Die Ausstellung wird dieses Jahr wieder ein interessantes Rahmenprogramm an Führungen und Veranstaltungen bieten.

Informationen und Termine für das Begleitprogramm zur Ausstellung unter www.skulpturen-bingen.de

Laufzeit: 26. April – 5. Oktober 2014
Ort: Entlang des Rheinufers in Bingen (Park am Mäuseturm bis Hafenpark)

 

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