Industriekultur

Magazin für Denkmalpflege, Landschaft, Sozial-, Umwelt- und Technikgeschichte

Köln: Ideen für brachgefallene Industrieareale am Mülheimer Hafen

­­­­In einem „Werkstattverfahren“ mit zwei parallel arbeitenden Planungsteams und mehreren Bürgerterminen wird derzeit nach Medienberichten das Areal an der Deutz-Mülheimer Strasse bearbeitet. Mit der Gasmotorenfabrik Deutz und der Waggonfabrik van der Zypen & Charlier, beide später unter „Klöckener-Humboldt-Deutz“ firmierend, befanden sich hier zwei der bedeutendsten Kölner Industrieunternehmen… ­­­

­Seit Ende des 19. Jahrhunderts war, so die Stadt Köln auf ihrer Website, der Mülheimer Süden rund ein Jahrhundert lang Standort für Industrie- und Gewerbeunternehmen. Teilweise produzieren diese Betriebe bis heute. Das vormals rund 60 Hektar große Stammwerk der Deutz AG (vormals Klöckner-Humboldt-Deutz AG) gilt als "Wiege der Weltmotorisierung". Die hier ­umfangreich erhaltene, einmalige bauliche Struktur lässt diese Vergangenheit bis heute erleben: Die Waggonhallen oder der als "Eckiger Rundbau" ­bezeichnete denkmalgeschützte Magazinbau der Eisenbahnwagen- und Maschinenfabrik van der Zypen & Charlier sind Beispiele.
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Jüngere Vergangenheit und derzeitige Situation

Ende des 20. Jahrhunderts erfuhr das rechtsrheinische Köln zwischen Rhein und Eisenbahnring einen durchgreifenden Strukturwandel: Produktionsstandorte wurden aufgegeben, und vormals industriell genutzte Flächen fielen brach.

Frühzeitig entwickelte unsere Verwaltung Konzepte und Perspektiven für die zukünftige Entwicklung des Raumes. So wird auch die Neustrukturierung der ehemals industriellen Flächen im Mülheimer Süden seit den 1990er Jahren sukzessive auf freiwerdenden beziehungsweise verfügbaren Flächen verfolgt.

Auf Grundlage der teilräumlichen Entwicklungsplanung der Stadt wurden im Auftrag verschiedener Eigentümerinnen und Eigentümer städtebauliche Qualifizierungen für Teilflächen zur Konkretisierung des Flächenrecyclings erarbeitet und mit uns abgestimmt. Für den Mülheimer Süden erfolgte dies mit dem Rechtsrheinischen Entwicklungskonzept Nord (REK Nord). Die Umsetzung der erstellten Konzepte kam jedoch vielfach nicht über dieses frühe Planungsstadium hinaus.

Im Ergebnis ist festzustellen, dass ein Großteil der Flächen im Mülheimer Süden – teilweise minder genutzt, brach gefallen oder kurz vor der Nutzungsaufgabe stehend – bislang keine Neustrukturierung erfahren haben und einer Entwicklung nicht zugänglich gemacht wurden.