Industriekultur

Magazin für Denkmalpflege, Landschaft, Sozial-, Umwelt- und Technikgeschichte

Vorträge & Tagungen

Köln: „Bernd und Hilla Becher, Hochofenwerke“ in der Photographischen Sammlung/SK Stiftung Kultur, Köln bis 28. Januar 2014

­Beeindruckend plastisch, fast modellhaft veranschaulichen die Hochofenanlagen mit ihren über Jahrzehnte entwickelten Großapparaturen das vielzitierte Ideal "Form folgt Funktion". Denn die Betreiber jener Anlagen sind weniger von ästhetischen Prinzipien, als vielmehr – die spezifischen Standortbedingungen berücksichtigend – von Überlegungen technischer und wirtschaftlicher Optimierung geleitet, die bis in den Beginn des neuen Jahrtausends reichen. Die von Bernd und Hilla Becher via Großformatkamera betrachteten und studierten Bauten lassen sich in Konstruktion und Funktion genau nachvollziehen. Der Hochofen und der Hochofenkopf wurden oft – sofern die Aufnahmesituation dies zulässt – von drei oder gar vier Seiten ins Bild gesetzt, so dass die Bildsequenz eine Abwicklung des jeweiligen Objekts wiedergibt – frontal, seitlich und perspektivisch gesehen. Eine analytische Sichtweise, die sich absichtsvoll im Naturwissenschaftlichen begründet und immer wieder, übertragen auch auf andere Funktionsbauten im Werk der Bechers, wiederfindet. Ein Hochofenwerk kann damit visuell durchschritten und in weiten Bereichen nachvollzogen werden. Nochmals nahsichtiger werden unterschiedliche, zum Beispiel für die Weiterleitung von Wind und Gas notwendige Röhrenelemente, Konstruktionen und Details abgebildet. Sie beeindrucken durch ihr Volumen und ihre elementaren Formen ebenso wie ihre Materialität und Tonalität. Sie regen unsere Phantasie an, besitzen eine eigene Ästhetik, fast ornamentale Kraft und Dynamik und lassen zugleich weitreichende Ingenieurs- und Handwerkerleistungen erahnen, die die Hochofenwerke über Jahrzehnte immer wieder neu überholen und gestalten.

Die Bildreihen der aktuellen Ausstellung widmen sich beispielsweise den deutschen Hochofenanlagen in Duisburg-Bruckhausen, Völklingen, Lübeck oder in Eisenhüttenstadt, den französischen Werken in Longwy, Rombas oder Neuves-Maisons, den belgischen in Liège-Seraing, Charleroi und La Louvière, in Luxemburg Terre Rouge und Differdingen sowie in den USA Ensley, Fairfield, Gadsden, Mingo Junction, Aliquippa und Youngstown.

­SONDERVERANSTALTUNGEN

10. Oktober, 18 Uhr:
Präsentation ausgewählter Werkgruppen aus dem Bestand der Photographischen Sammlung/SK Stiftung Kultur zur Industriephotographie
Ort: Studienraum, Im Mediapark 7 (Voranmeldung, begrenzte Teilnehmerzahl)

21. November, 18 Uhr:
Technikführung durch die Ausstellung Hochofenwerke (Adalbert Zirkler, ThyssenKrupp Steel Europe AG)
Treffpunkt: Ausstellungskasse

5. Dezember, 19 Uhr:
„Der Schritt vom Photo zum Photobuch ist ganz logisch und folgerichtig" (Hilla Becher, 2013), Podiumsgespräch zwischen Hilla Becher und Lothar Schirmer
Ort: Saal 1. OG, Im Mediapark 7

16. Januar 2014, 18 Uhr:
Technikführung durch die Ausstellung Hochofenwerke (Adalbert Zirkler, ThyssenKrupp Steel Europe AG)

Treffpunkt: Ausstellungskasse

Bernd und Hilla Becher, Hochofenwerke

20. September bis 26. Januar 2014

Die Photographische Sammlung/SK Stiftung Kultur
Im Mediapark 7
50670 Köln

Telefon: 0049-(0)221-88895 300
Fax: 0049-(0)221-88895 301

E-Mail: photographie@sk-kultur.de
Internet: ­ www.photographie-sk-kultur.de

Ausstellung geöffnet täglich außer mittwochs, 14 -19 Uhr, Eintritt: 4,50 ¤ (ermäßigt 2 ¤), montags freier Eintritt!