Witten: LWL-Industriemuseum Zeche Nachtigall feiert am 12. Mai 2013 seinen 10. Geburtstag

Der niedrige und enge Stollen führt 100 Meter durch den Hettberg zum Kohleflöz Geitling. Seinen Namen hat er von der Ziegelei Dünkelberg, die nach Stilllegung der Zeche Nachtigall 1892 auf dem Gelände die Produktion aufnahm. In den 1920er Jahren schürfte der Unternehmer hier Kohle für das Heizen seines Ringofens. Danach waren Strecke und Stollen für viele Jahre verschüttet. Als der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) die Zeche in sein Industriemuseum übernahm, wurde nach Sichtung alter Betriebsgenehmigungen schnell klar, dass es östlich des Nachtigallstollens noch weitere Grubenbauten gab. "Sondierungsbohrungen durch die Bergbaufirma Deilmann-Haniel brachten uns dann bald die Bestätigung", erklärt LWL-Museumsleiter Michael Peters. Beim Aufwältigen der Strecke legten die Fachleute die alten Schienen und weitere historische Einbauten frei. Darüber hinaus hat der Dünkelbergstollen zwei Besonderheiten: Er "steht im Gestein", das heißt, der typische Ausbau mit Holzstempeln fehlt. Und er erlaubt auch Einblicke in den Bergbau der "Zeche Vereinigte Nachtigall". Öffnungen an den Seitenwänden zu einem älteren Stollensystem zeigen deutliche Abbauspuren aus dem späten 19. Jahrhundert.

Besucher müssen festes Schuhwerk und etwas Kondition mitbringen, denn der größte Teil des Dünkelbergstollens ist nur in gebückter Haltung zu begehen. Am Ende gilt es einige Stufen zu überwinden, bevor die Teilnehmer der Führungen für kurze Zeit das Tageslicht wiedersehen. Danach geht es durch den Hintereingang des Nachtigallstollens erneut ins Besucherbergwerk. "Durch die neue Strecke entsteht ein richtigen Rundweg, und wir können mit unseren Führungen jetzt einen noch umfassenderen Einblick in die Welt des Bergbaus anbieten", freut sich Dr. Anne Kugler-Mühlhofer vom LWL-Industriemuseum. Sie und ihre Kollegen werden am Sonntag um 12 Uhr das Band zum neuen Stollen durchschneiden.

Museumsfest am 12. Mai
Rund 380.000 Besucher kamen seit der Eröffnung des Wittener Museumsstandortes im Jahr 2003 zur Zeche Nachtigall. Im letzten Jahr gab es mit über 48.000 Gästen einen Besucherrekord. Anlass genug zum Feiern: Von 11 bis 17 Uhr wartet bei freiem Eintritt jede Menge Programm auf die Geburtstagsgäste. Mehrmals täglich starten Führungen durch das Besucherbergwerk und die Sonderausstellung zur Glasherstellung bei der Firma Schott. Im Maschinenhaus drehen sich die gewaltigen Schwungräder der Dampffördermaschine. Draußen zeigt ein Kunstschmied sein Können. Kinder können die Knappenprüfung ablegen oder sich schminken lassen. Der Schiffsmodelbauclub Witten bastelt am Ruhrnachen mit jungen Gästen kleine Boote. Auf der Bühne sorgt die Beatles-Coverband "Clean Machine" für Stimmung. Das Ensemble "Glas und Klar by Otto Schott" der Otto-Schott-Realschule spielt im großen Saal. Zauberer "Magic Hoffini" und "Fakir HardyHardyHo" zeigen ihre Shows. Bei einem Luftballonwettbewerb winken attraktive Preise. Informationen des Fördervereins, ein Stand mit Grubenlampen und Mineralien und kulinarische Stärkungen ergänzen das Angebot.

Wichtiger Hinweis für Besucher: Das LWL-Industriemuseum bittet Besucher, am Sonntag das Auto auf dem ausgeschilderten Parkplatz am Eingang der Nachtigallstraße abzustellen. Die Muttenthalbahn pendelt am Festtag kostenlos zwischen Parkplatz und Museum. Direkt am Museum stehen keine Parkmöglichkeiten zur Verfügung! Die Teilnehmerzahl bei den Stollenführungen ist begrenzt auf jeweils 15 Personen. Pro Stunde können drei Gruppen durch das Besucherbergwerk geführt werden. Stollenmarken für die Teilnahme werden im Museumsfoyer ausgegeben. Telefonische Reservierungen sind nicht möglich.

Sonntag, 12. Mai 2013, 11.00 – 17.00 Uhr

Veranstaltungsort:
LWL-Industriemuseum Zeche Nachtigall
Westfälisches Landesmuseum für Industriekultur
Nachtigallstr. 35 58452 Witten

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