Witten: Tagung: (Alt)Bergbau- und -Forschung in NRW

­Veranstaltet wurde diese Tagung nach eigenen Angaben vom Bergbau- und Grubenarchäologischen Verein Ruhr e.V. (BGVR) in Zusammenarbeit mit dem LWL-Industriemuseum Zeche Nachtigall und dem GeoPark Ruhrgebiet e.V.
sowie den Kooper­ationspartnern, der Förderverein Bergbauhistorischer Stätten Ruhrrevier e.V. und der Grubenarchäologische Gesellschaft (GAG).

Die Tagung soll der Beginn einer (unregelmäßigen) Tagungsreihe sein, die sich mit der Montanhistorie vor der Mechanisierung/Automatisierung der 1910er und folgenden Jahre des Bergbaus in NRW beschäftigt.

Im Mittelpunkt stand diesmal aber nicht nur die geschichtliche Erforschung im Sinne einer Reproduktion der einzelnen Reviere und deren Zechen, sondern auch die unmittelbare Forschungstätigkeit der Montanarchäologie.

Ziel war eine interdisziplinelle Tagung (Geologen, Mineralogen, Archäologen, Historiker usw.), welche die Institutionelle und nicht institutionalisierte Forschung verbinden soll.

Die bergbaulichen Relikte Übertage sind einer breiten Öffentlichkeit bekannt, sofern „noch etwas zu sehen“ ist. Namhafte Beispiele sind die Zeche Zollverein, Zeche Zollern, Zeche Consolidation und unzählige weitere, teilweise auch durch die Route Industriekultur erschlossene, übertägige Anlagen.

Untertage wird es bereits schwieriger, aber einige Zechen sind heute museal befahrbar und laden zur Besichtigung ein, so z.B. auch unser Tagungsort die Zeche Nachtigall in Witten. In Dortmund kann sogar „auf allen Vieren“ in die Stollen der „Zeche Wittekind“ eingefahren werden, betreut vom Arbeitskreis Dortmund des Fördervereins Bergbauhistorischer Stätten Ruhrevier e.V. Weitere Stollen sind Forschungsstollen, und damit für die Öffentlichkeit nicht zugänglich, wie z.B. der Schlebuscher Erbstollen in Wetter/Herdecke, betreut durch den Arbeitskreis Wetter des Fördervereins in Zusammenarbeit mit dem BGVR. e.V.

Doch die Welt untertage ist uns fremd geworden. Meist lesen wir in der Zeitung Meldungen über Tagesbrüche und hören, dass diese wieder verfüllt werden.

Welchen Stellenwert hatte der Untertage-Bergbau vor dem 20.Jh? Wie sah der Untertage-Bergbau aus? Welche Spuren können wir dort heute noch finden? Welche Gruppierungen in NRW forschen aktiv in diesen Feldern? Mit welchen Problemen haben die Forscher zu kämpfen und wie werden diese gelöst? Einige dieser Fragen werden bei dieser Tagung behandelt.

Thematisch bezog sich die Tagung sich auf NRW, bzw. auf Gruppierungen, welche aus NRW kommen. Zeitlich begrenzten wir die Thematik von den Anfängen des Bergbaus bis zum Beginn des 20. Jh.
Aber nicht nur das Thema Kohle, das Schwarze Gold des Reviers, wurde behandelt, sondern auch die Erzgewinnung und die Verarbeitung in anderen Revieren (Sauer- und Siegerland sowie der Eifel).

Die Teilnehmer hatten während der Tagung die Gelegenheit das Besucherbergwerk Nachtigallstollen zu befahren.

­Der Tagungsband der Tagung "(Alt) Bergbau- und -Forschung in NRW"
(131 Seiten, farbiger Einband) kann zum Einzelpreis von 14 Euro (einschl. Porto)
bestellt werden bei http://www.bgvr.org/tagung/tagungsband

Inhaltsverzeichnis:
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Grußworte
Kurze Einführung
Tagungsbeiträge
Dr. Volker Wrede – Überblick über die Geologie und die Rohstoffpotenziale des Ruhrgebietes
Dr. Jennifer Garner / Dr. Manuel Zeiler – Eisenzeitliche Montanlandschaft Siegerland
Dr. Olaf Schmidt-Rutsch – Die digitale Rekonstruktion der Zeche Nachtigall
Dr. Alexander Gorelik / Dipl.-Ing. Gero Steffens – Der mittelalterlich bis frühneuzeitliche Bergbau am Eisenberg von Olsberg
Dipl.-Min. Norbert Knauf – Einblicke in die Montangeschichte der Grube „Grube Wohlfahrt“ in Hellenthal-Rescheid
Oliver Glasmacher – Schlebuscher Erbstollen (Wetter/Ruhr). Montanhistorische Einordnung und Erforschung
Dr. Jan Ludwig – Ramsbecker Erzbergbau 1740 – 1907
Dipl.-Geol. Thorsten Seifert – Zollverein vor 1900 – Gründer- und Ausbaujahre
Vorstellung der Referenten
Tagungsprogramm und Tagungsfakten
Vereine und Institutionen stellen sich vor
Danksagung

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