Hattingen: Ausstellung “RUHRSTAHL. Hans Ahlborn und die Hütte” vom 9.11.2012 bis 1.4.2013

­Der Blick führt uns zurück in die Jahre 1951 bis 1963, die vielen Hüttenwerkern als „goldene Ära“ der Henrichshütte galt. Es sind jene berauschenden Jahre, in denen bis zu 10.000 Menschen hier das Wirtschaftswunder täglich neu Wirklichkeit werden ließen. In Hattingen hieß dieses Wunder "RUHRSTAHL HENRICHSHÜTTE".

Fotografischer Chronist dieser Ära war Hans Ahlborn (1930-1975). Als Bildjournalist der RUHRSTAHL AG leistete Ahlborn beides: die analytische Wahrnehmung eines Reporters und die Innensicht als Mitarbeiter der Eisen- und Stahlindustrie. Die Hütte war damals weit mehr als für uns heute nachvollziehbar eine Welt für sich. Ahlborns Fotografie zeigt die Gewalt des Gigantischen, die Faszination des Feuers, aber eben auch die Hütte als Biotop, als Ort für 10.000 Biographien. Hans Ahlborns Arbeiten prägten die innovative Werkszeitschrift "RUHRSTAHL". Sie war mehr Illustrierte für die Arbeiter als "Schwarzes Brett" der Werksleitung und wurde in vielen Arbeiterhaushalten als Schatz bewahrt. Ahlborns Bilder schrieben so über die Zeitschrift "RUHRSTAHL" mit an dem Mythos Henrichshütte, der bis heute wirkt.

Der fotografische Nachlass Ahlborns konnte durch Übernahme durch das LVR-Industriemuseum gesichert werden. Jetzt zeigt der Landschaftsverband Westfalen-Lippe einige seiner Arbeiten erstmals am Originalschauplatz. Gerade in der dunklen Jahreszeit irritieren die großformatigen Schwarz-Weiß-Drucke inmitten des Farbenspiels der illuminierten Hochofen-Kulisse. In diesem Kontrast von gestriger Industriearbeit und heutiger Industriekultur formuliert sich zugleich die Aufgabe nach der Gestaltung von Kultur und Arbeit im Morgen.

Die Ausstellung wird unterstützt von der IG Metall Gevelsberg-Hattingen, der Sparkasse Hattingen sowie der Stiftung RUHR.2010.

Parallel zur Ausstellung „RUHRSTAHL“ präsentiert der Förderverein Industriemuseum Henrichshütte „Meine Hütte #3": Gerd Hehs, gelernter Former und selbst engagierter Fotograf, zeigt Bilder der Henrichshütte aus seiner Sammlung „vor und nach Ahlborn“. In der Zusammenschau beider Ausstellungen ergibt sich ein beeindruckendes Bild der Henrichshütte, das wohl ihrer Bedeutung gerecht wird.

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