Dortmund: Vorträge zur Geschichte des Bergwerks Zollern im LWL-Industriemuseum

­Historiker Dr. Olaf Schmidt-Rutsch vom WL-Industriemuseum, berichtete über die Geschichte der Zeche Zollern I/III unter dem Titel “Vom Prestigeobjekt zur Investitionsruine”. Sein Vortrag erzählte von den dramatischen Vorgängen um die Gründung und die ersten Betriebsjahre der älteren Schachtanlage in Dortmund Kirchlinde und wirft so den Blick auf die Vorgeschichte ihrer weit bekannteren Nachbarzeche.

Zollern I/III sollte eigentlich im Zuge des Wirtschaftsbooms vor der deutschen Reichsgründung von 1871 zu einem erfolgreichen Betrieb geführt werden. Doch beim Schachtbau stieß man auf große Wasserzuflüsse, die nur unter hohem finanziellen und technischen Aufwand zu bewältigen waren. Die Investoren, die im Steinkohlenbergbau eine gewinnbringende Geldanlage erhofft hatten, sahen sich getäuscht. Im langwierigen Streit um die Finanzen und um den Weiterbau der Zeche verkamen die aufwändig gestalteten Übertageanlagen mit ihren zwei Malakofftürmen. Schließlich kaufte der irische Unternehmer William Thomas Mulvany die marode Zechenanlage. Er konnte sie zwar in Betrieb setzen, scheiterte aber als Unternehmer an der Weltwirtschaftskrise der 1870er Jahre.

Im zweiten Vortrag der Reihe informiert Michael Farrenkopf vom Deutschen Bergbaumuseum am 4. Dezember über die Expansion und die Modernisierung im Ruhrbergbau um 1900. Am 22. Januar 2013 thematisiert Dietmar Bleidick den preußischen Staatsbergbau zwischen 1890 und 1914. Am 7. März 2013 widmet sich Eckhard Schinkel dem berühmten Jugendstil-Portal der Zeche Zollern II/IV. Und am 23. April 2013 stellt Thomas Parent seinen Zollern-Vortrag unter das Motto “Stahl und Strom, Musterzeche und Museumszeche”.

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