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Berlin: Vortrag „Konstruktive Optimierung zwischen Wissen und Können – Die Stahlbaustelle Eremitage Sankt Petersburg um 1840“

­Nach dem verheerenden Brand des Winterpalastes im Dezember 1837 wurden sämtliche Bauten der ehemaligen kaiserlichen Residenz in St. Petersburg, die heute unter dem Namen Eremitage zusammengefasst werden, mit neuen, vermeintlich „feuersicheren“ eisernen Tragstrukturen versehen. Die Großbaustelle Eremitage war das teuerste kaiserliche Bauvorhaben der Zeit. Gekennzeichnet durch unvergleichliche Ausmaße, große Vielfalt und unterschiedliche konstruktive Handschriften, stellen die damals entwickelten Dach- und Deckentragwerke ein für die Bautechnikgeschichte höchst aufschlussreiches Ensemble zum Verständnis der Frühgeschichte des europäischen Stahlbaus dar.

In Konzeption und Realisierung der heute oft fremdartig anmutenden, damals noch weitgehend neuartigen Stahltragwerke begegneten sich frühindustrielle Fertigung, junge Ingenieurwissenschaft und handwerkliche Montage: Die Baustelle wurde zum Ort konstruktiver Optimierung zwischen Wissen und Können.

Der Vortrag ist Bestandteil der Reihe „Praktiken und Potenziale von Bautechnikgeschichte“, die vom Lehrstuhl für Bautechnikgeschichte und Tragwerkserhaltung der BTU Cottbus (Ltr.: Prof. Dr.-Ing. Werner Lorenz), dem VDI-Arbeitskreis Bautechnik (Ltr.: Dr.-Ing. Hilka Rogers) und dem Arbeitskreis "Technikgeschichte" des VDI-Bezirksvereins Berlin-Brandenburg (Karl-Eugen Kurrer und Stefan Poser) veranstaltet wird.

Veranstaltungsort:
Deutsches Technikmuseum
, Trebbiner Straße 9, 10963 Berlin, Vortragssaal; Eintritt frei

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