Essen: Ruhrmuseum feiert und analysiert den „Mythos Krupp“ zugleich

­­
„Uns war wichtig, eine unabhängige Ausstellung zu machen. Kein Pfennig dazu kommt von Firma ThyssenKrupp oder der Krupp-Stiftung“, sagte Grütter dazu im noch unveröffentlichten Industriekultur-Exklusiv-Interview (siehe Heft 2/2012). „Aber immerhin kommt die Hälfte der Exponate aus dem Krupp-Archiv. „Eine bleibende Zusammenstellung und ein Steinbruch für künftige Ausstellungen“ ist nach Worten des Direktors der im Klartext-Verlag erschienene, gut 450 Seiten starke Katalog, „ein klassischer Exponatkatalog“ mit knappen Einleitungstexten und ausführlichen Kommentaren zu den einzelnen Ausstellungsstücken. Hunderte Bücher seien bereits zu allen Facetten der Krupp-Geschichte erschienen; man habe sich deshalb auf die materiell-dokumentarische Überlieferung konzentriert.

Trotzdem kommen auch Geschichte und Gegenwart von Krupp nicht zu kurz. Das Begleitprogramm, in einem eigenen Flyer präsentiert, bietet nicht nur Vorträge führender Forscher und Autoren zur Kruppschen Firmen- und Familiengeschichte, sondern auch Exkursionen zu Schauplätzen und Gedenkorten mit Krupp-Bezug in Essen und ganz Deutschland. So stehen auch Reisen zur Germaniawerft in Kiel, nach Bremen und zum Schiessplatz Meppen auf dem Programm.

Eine besondere Rolle spielen die heute wohl bekanntesten (und besterhaltenen) Schöpfungen der Krupps: Die Villa Hügel und die Siedlung Margarethenhöhe. Aber auch das jüngst restaurierte Stammhaus vor dem neuen ThyssenKrupp-Quartier wird besucht. Wer sich unabhängig auf den Weg machen will, dem seien die Themenroute Nr. 5 („Krupp und Essen“) sowie weitere Orte der „Route Industriekultur“ (Duisburg-Rheinhausen, Bochum-Hordel) empfohlen.

Mit „Mythos Krupp“ thematisieren die Ausstellungsmacher aber nicht einfach nur die Kruppsche Firmen- und Familiengeschichte, sondern auch die Nutzung und Deutung dieser Geschichte und des Namens Krupp: als Symbol und Synonym für industrielle Stärke und unternehmerische Innovation, aber auch für soziale und kulturelle Verantwortung. Man versuche, so Grütter weiter, immer auch einen Bezug zu Gegenwart herzustellen. Die besondere Unternehmenskultur von Krupp mit ihrer Betonung der technologischen Innovation und der sozialen Bindung habe die deutsche Industriegeschichte bis heute geprägt und spiegle sie deshalb in besonderer Weise wider.

Und warum feierten ThyssenKrupp und die Krupp-Stiftung bereits 2011 das 200-jährige Jubiläum? Das habe man sich so aufgeteilt: Im Jahre 1811 fixiere man das Gründungsdatum der von Friedrich Krupp ins Leben gerufenen Firma; im Jahre 1912 habe dagegen man den 100. Geburtstag des entscheidenden Konzernschöpfers Alfred Krupp begangen (26. April).

Durch die Ausstellung per WDR-Fotostrecke 

Medienberichte: Der Westen
Medienberichte: Frankfurter Rundschau 

Mythos Krupp zum Hören und Sehen: WDR 2 

Drucke diesen Beitrag Drucke diesen Beitrag