Essen/Wetter: Route Industriekultur: Erweiterte Neuauflage der Unternehmervillen-Broschüre vorgestellt

­Das Thema „Unternehmervillen“ sei nicht ganz leicht touristisch zu erschließen: viele Bauten würden nach wie vor privat genutzt, und hier müsse mit Fingerspitzengefühl vorgegangen werden, damit die Interessen sowohl der Besucher und Touristen wie der Bewohner gewahrt blieben. Andere Bauten seien durch öffentliche Nutzung problemlos auch unangemeldet zu besichtigen, etwa die Villa Post in Hagen oder die Villa Vorsteher in Wetter. Einige dienen auch als Hotel (Haus Küchen / Residenz Uhlenhorst in Mülheim/Ruhr) und Haus Niedernhof in Herdecke. Auch die Villa Bönnhof in Wetter sei ein gutes Beispiel dafür, dass eine „Privatisierung“ nicht zwangsläufig mit dem Ausschluß der Öffentlichkeit einhergehe. Vielmehr öffne der neue Eigentümer mit einem Cafe und Ausstellungen das zuvor als städtisches Jugendzentrum genutzte Haus weiterhin der Öffentlichkeit und betreibe zugleich eine behutsame Sanierung.

Auch bei anderen herrschaftlichen Häusern sind Veränderungen zu erwarten. Die Stadt Hagen sucht, wie aus den Ratsunterlagen hervorgeht, für den Hohenhof, die von dem belgischen Jugendstilkünstler Henri van de Velde gestaltete Villa des Mäzens Karl Ernst Osthaus, einen neuen Träger auf regionaler Ebene; zugleich werde die Kandidatur für das Unesco-Welterbe angestrebt. Das noch immer ruinöse, nur äußerlich sanierte Haus Hartenfels von Peter Klöckner im Duisburger Stadtwald soll nach Medienangaben jetzt durch einen Investor in Wohnungen umgebaut werden. Auch für Haus Ende in Herdecke, einst Wohnsitz von Robert Müser (Harpener Bergbau AG) und Albert Vögler (Vereinigte Stahlwerke), Eigentum der AWO, das seine Funktion als Teil einer Zivildienstschule verloren hat, muss eine neue Bestimmung gefunden werden. In der neuen Auflage wurde die Route unter anderem erweitert um die Scheidt-Villen in Essen-Kettwig, sowie jeweils mehrere Wohnbauten in Dortmund und Hagen, darunter eine weitere Villa von Henry van de Velde.

Link zur Website der Route Industriekultur

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