Industriekultur

Magazin für Denkmalpflege, Landschaft, Sozial-, Umwelt- und Technikgeschichte

INTERNATIONALER MUSEUMSTAG am Sonntag, den 16. Mai 2010

­ Ausführliche Informationen unter www.museumstag.de

Das LWL-Industriemuseum bietet Sonderaktionen an zwei Standorten:

LWL-Industriemuseum Glashütte Gernheim in Petershagen

Das LWL-Industriemuseum Glashütte Gernheim zeigt am Internationalen Museumstag eine exotische Vorführung: Von 10 bis 18 Uhr stellt Glasmacher Torsten Rötzsch Glasobjekte in der venezianischen Millefiori-Technik her. Diese Technik kannten bereits die Römer: Glasstäbe mit geringem Durchmesser werden der Länge nach zusammengelegt und miteinander verschmolzen. Nach dem Abkühlen werden sie buchstäblich in kleine Scheibchen geschnitten. Deren Querschnitt ergibt das typische Blumenmuster des ‚millefiori‘. Um z.B. eine Schale herzustellen, ordnet der Glasmacher diese Glasscheibchen in einer ofenfesten Form an. Durch erneutes Erhitzen verschmelzen die Plättchen und nehmen die Gestalt der Metallform an. Die Kunst des ‚millefiori‘ dient vor allem dekorativen Zwecken: Zierliche Perlen oder Ohrgehänge entstanden traditionell in dieser Handwerkskunst.

Rötzsch verwendet Millefiori-Stäbe, die er zuvor selbst gezogen und miteinander verschmolzen hat. Für seine Glasobjekte verwendet er sowohl die typischen Millefiori-Stäbe als auch modern gestaltete Glasstäbe. Sie werden auch vor den Augen der Besucher am Ofen gezogen und weiterverarbeitet: Rötzsch legt aus den Glasplättchen ein Mosaik, das er anschließend mit der Pfeife aufnimmt. Auf diese Weise entstehen Hohlglasobjekte, deren Wandung die Millefiori-Technik besonders prächtig er¬scheinen lässt. Das Museum ist am 16.5.10 von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Besucher zahlen nur den normalen Museumseintritt.

LWL-Textilmuseum in Bocholt

Den vollen Einsatz aller Familienmitglieder verlangt eine Meisterprüfung, die das LWL-Textilmuseum in Bocholt "abnimmt". Speziell für den Internationalen Museumstag hat der LWL in seinem Bocholter Industriemuseum eine Familienrallye mit kniffligen Aufgaben entwickelt. Das Erkundungsspiel führt Kinder, Eltern oder Großeltern vom Fabrikhof aus ins Maschinenhaus, ins Kesselhaus, in den Websaal und in das Arbeiterhaus, wo sie forschend und entdeckend verschiedene Aufgaben lösen müssen. An anderen Stellen sind Kraft, Geschicklichkeit und Kreativität verlangt, um historische Lebenssituationen nachvollziehen und meistern zu können. Jeder Familie winkt nach erfolgreicher Teilnahme ein Meisterbrief. "Selbstverständlich dürfen alle Familien die Musterbücher, Lochkarten und Holzgeräte mit nach Hause nehmen, die sie bei ihrer Meisterprüfung anfertigen", verspricht LWL-Museumsleiter Dr. Hermann Josef Stenkamp. Zu der etwa dreistündigen Rallye können Familien zwischen 15 und 16 Uhr starten. Die Teilnahme kostet 8 Euro zuzüglich 5,80 Euro Museumseintritt pro Familie.

Die Industriemuseen des LVR bieten u.a. Führungen durch das sanierte Herrenhaus am Standort Ratingen-Cromford (Info)

Museumstag im Freudenthaler Sensenhammer, Leverkusen

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Retorten im Gaswerk Neustadt/Dosse