Industriekultur

Magazin für Denkmalpflege, Landschaft, Sozial-, Umwelt- und Technikgeschichte

Essen: Gemeinschafts-Foto-Ausstellung „Ruhrblicke“ auf Zeche Zollverein

­­Zehn Künstler haben speziell für das Projekt Motive aufgespürt: Ihre gegenwärtigen Blicke auf eine Region im Wandel werden ergänzt durch Bilder von Bernd und Hilla Becher, die die Perspektive auf die Vergangenheit öffnen. Die eingeladenen Fotografen sind mit dem Ruhrgebiet eng verbunden. Sie leben und arbeiten hier, oder setzen sich seit langem künstlerisch mit der Region auseinander. Manche Künstler konzentrierten sich in ihrer Arbeit auf einen Ort, andere bereisten das ganze Ruhrgebiet und suchten nach Motiven, die für die Metropole Ruhr stehen und darüber hinaus allgemeine Gültigkeit entwickeln können. Dabei wandten sie auch ungewöhnliche Methoden an: Matthias Koch brachte beispielsweise mit einem alten Feuerwehrauto seine Kamera in hohe Positionen und lichtete die Umgebung in überraschenden Blickwinkeln ab.

­Kraftwerk.jpgJörg Sasse: Bild 234 aus 512. Aus: Speicher II, 2009-10. C-Print, 36,5 x 45,5 cm, © Jörg Sasse / VG Bild-Kunst, Bonn 2010. Courtesy G­alerie Wilma Tolksdorf, Frankf­urt / Berlin

­Überraschende Perspektiven bietet auch der Ausstellungsort: Das SANAA-Gebäude, ein weißer Kubus mit 134 Fensteröffnungen, ist der erste Neubau auf dem ehemaligen Zechengelände Zollverein. Das Fotografieprojekt "Ruhrblicke" greift durch sein Thema und zudem durch den ungewöhnlichen Ausstellungsort das Motto von RUHR.2010 "Kultur durch Wandel – Wandel durch Kultur" auf. Die Ruhrblicke der Fotografen in einer Umgebung mit den Fensterblicken auf das Ruhrgebiet machen den Besuch der Ausstellung zu einem eindringlichen Erlebnis.

Vertieft kann der Besuch durch die Lektüre des zweisprachigen Ausstellungskataloges werden. Eine weitere Brücke zur Auseinandersetzung schlägt die Kooperation mit der Folkwang Universität, die Lectures zu "Ruhrblicke" anbietet und damit Studenten einen Ausblick auf gegenwärtige fotografische Positionen ermöglicht.

Kaue.jpgAndreas Gursky: Hamm, Bergwerk Ost, 2008. C-Print, 307 x 224 cm, © Andreas Gursky / VG Bild-Kunst, Bonn 2010. Courtesy Monika Sprüth / Philomene Magers Berlin London

 

Ruhrblicke – Ein Fotografieprojekt der Sparkassen-Finanzgruppe

Ausstellungsort

SANAA-Gebäude, UNESCO-Welterbe Zollverein

Gelsenkirchener Straße 209 (Ecke Bullmannaue), 45309 Essen

Öffnungszeiten:

24. April bis 24. Oktober 2010

Täglich von 10:00 bis 19:00 Uhr

Eintrittspreise

Erwachsene 4,50 Euro; ermäßigt 2,00 Euro (Kinder und Jugendliche von 6 bis 18 Jahren, Schüler und Studierende, Menschen mit Behinderung ab 70%, Wehr- und Zivildienstleistende, Menschen mit Sozialhilfebezug), Gruppen ab 10 Personen: je 4,00 Euro, Schüler- und Studentengruppen im Zusammenhang mit einer Führung: 1,00 Euro zzgl. Führungsentgelt; Führungsentgelt für Gruppen bis 20 Personen: 60,00 Euro

Das Ticket berechtigt am Besuchstag zum ermäßigten Eintritt (4,00 Euro) in die Dauerausstellung des Ruhr Museum (Kohlenwäsche).

Informationen zur Ausstellung, Buchung von Gruppenführungen: Info-Hotline RUHR.2010: +49 (0)1805-45 2010

Publikation

­Verlag der Buchhandlung Walther König

Museumsausgabe (erhältlich im SANAA-Gebäude): 29,80 Euro

Buchhandelsausgabe (ISBN 978-3-86560-741-6): 39,80 Euro

 

WDR-Meldung mit Diashow und Kommentar des Kurators (sehr empfehlenswert!)