Köln: Wanderausstellung “750 Jahre Kölner Stapelrecht” bei der HGK Köln

Jahrhunderte lang war das Stapelrecht die wichigste Quelle des Wohlstands in Köln, doch 1831 war endgültig Schluss mit dem Stapel. Die sogenannte Rheinschiffahrtsakte hob dieses für Köln und seine Wirtschaft außerordentlich bedeutsame Recht auf. Seit der Kölner Erzbischof der Stadt am 7. Mai 1259 das Stapelrecht verlieh, hatte diese Verpflichtung auf dem Fluss- oder Landweg durchziehender Kaufleute, in Köln ihre Waren für einen bestimmten Zeitraum abzuladen und den Bürgern zum Kauf anzubieten, seit Jahrhunderten für Wohlstand in Köln gesorgt. De facto hieß dies meist, dass ein Kölner Kaufmann die Ware übernahm und weitervertrieb. Das Stapelrecht beeinflußte auch die Entwicklung anderer Rheinhäfen insbesondere im gegenüberliegenden Herzogtum Berg, indem nämlich zwecks Umgehung des Stapels die Ware zeitweise ausgeladen und über Land transportiert wurde.

 

Auf zwölf Tafeln wird in der Ausstellung die Historie des Stapelrechts für Köln beleuchtet – verbunden mit einem Ausblick auf die Häfen in der heutigen Zeit. Gestaltet wurde die Ausstellung vom Historischen Archiv der Stadt Köln, dem Kölnischen Stadtmuseum und der Stiftung Rheinisch-Westfälisches Wirtschaftsarchiv zu Köln. Ergänzend erschien dazu eine gleichnamige Broschüre (27 S.) des Historischen Archivs.

Die bereits vor dem Einsturz des Historischen Archivs der Stadt Köln am 3. März 2009 fertiggestellte Ausstellung kommt ohne Originalexponate aus. Als „Wanderausstellung ohne Heimat“ wurde sie seitdem in Köln weitergereicht. Für die Kölner Historiker erinnert sie vor allem daran, dass zumindest die jetzige Generation wohl weitgehend ohne die Materialien des Historischen Archivs forschen und arbeiten muss.

Die Ausstellung im ehemaligen Hafenamt im Rheinauhafen­ (Harry-Blum-Platz 2) ist nur per kostenloser Gruppenführung nach Voranmeldung (Tel. 0221-3901101) jeweils dienstags und donnerstags zwischen 15 und 17 Uhr zu besichtigen.

Wikipedia-Artikel „Stapelrecht“

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