Düsseldorf: Löwensenf – Der Scharfe aus Düsseldorf in der WDR-Reihe „Doku am Freitag -Dynastien in NRW“

Dort gründen Otto und Frieda Frenzel die „Erste Lothringische Essig- und Senffabrik“. Abnehmer des Frenzel-Senfs waren das Militär, Werkskantinen und der Lebensmittelhandel der Region. 1918 mussten die Frenzels wie fast alle Deutschen das nunmehr französische Lothringen verlassen. In Düsseldorf, der damals schon bedeutenden Senfstadt, wagten sie einen Neubeginn. Denn sie hatten nicht einfach noch einen weiteren normalen Senf zu bieten, sondern einen Senf, der nach dem französischen Dijon-Verfahren hergestellt wurde und obendrein durch ein spezielles Gärverfahren besondere Schärfe und Würze bekam.

In Düsseldorf erhielt dieses Produkt den Namen, unter dem es bis heute bekannt ist: Löwensenf. Das Geschäft florierte, der Löwensenf eroberte große Marktanteile. Dass der Erfolg anhielt, lag in zunehmendem Maße an Frieda Frenzel. Sie führte das Unternehmen auch nach dem Tod ihres Mannes weiter, konnte aber nicht verhindern, dass nach dem Krieg die Senfproduktion für Jahre zum Erliegen kam, weil man keine Senfsaat beziehen konnte.

Erst 1949 entspannte sich die Lage. Frieda Frenzel führte ihren Betrieb zu immer neuen Rekorden – die private Tragödie dahinter: Nach zwei Söhnen, die an der Lungentuberkulose gestorben waren, verlor sie auch den dritten, der im Krieg fiel. Damit gab es keinen Nachfolger aus der Familie mehr. So brachte Frieda Frenzel vor ihrem Tod ihr Privatvermögen in eine Stiftung ein. Danach wechselte Löwensenf mehrmals in neue Hände. 2001 übernahm das Münchener Familienunternehmen Develey, selbst eine Senfdynastie, die Traditionsmarke „Löwensenf“ – und setzt auf Standortsicherung am Rhein.

Dynastien in NRW: Löwensenf – Der Scharfe aus DüsseldorfEin Film von Traute Bonnichsen und Elisabeth Wingens-Vetter

Doku am Freitag, WDR Fernsehen, 31.07.2009, 20.15 Uhr

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