Industriekultur

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Essen: Bundesregierung unterstützt „dringend notwendige Investitionen“ auf Zeche Zollverein mit fast zehn Millionen Euro

Das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung stellt von 2009 bis 2013 insgesamt 150 Millionen Euro zur Förderung von Investitionen in nationale UNESCO-Welterbestätten zur Verfügung. Mit dem Förderprogramm sollen nach Angaben des Ministeriums dringend notwendige Investitionen in den Erhalt der historischen Stätten von Weltrang ermöglicht und eine welterbeverträgliche Entwicklung der Kommunen unterstützt werden.

Minister Tiefensee stellte dazu fest: "Die Zeche Zollverein ist ein beispielhafter Ort für die Bergbaugeschichte und die Entwicklung der Industrie-Architektur in einer der bedeutendsten Industrieregionen Europas. Außerdem ist sie heute ein wichtiges Zentrum der Kultur- und Kreativwirtschaft in NRW. Der Welterbetitel ist eine Auszeichnung, bedeutet aber auch eine große Verantwortung und Verpflichtung, sorgsam mit diesem Erbe umzugehen und es für künftige Generationen zu bewahren. Der Bund unterstützt die Stadt Essen bei dieser wichtigen Aufgabe mit fast 10 Millionen Euro."

Es handle sich um nationale Aufgaben, so zitieren Medien den Minister weiter; die Regionen könnten dies allein nicht stemmen.

Für das Welterbe Zollverein hat die Stiftung Zollverein nach eigenem Bekunden insgesamt 43 Projekte eingereicht; der Fokus liege hierbei auf der Kokerei Zollverein. „Die Kokerei Zollverein ist verglichen mit Schacht XII fast noch ein ungeschliffenes Juwel. Unser Anliegen mit den Projektanträgen war es, auf der Kokerei in den nächsten Jahren mit der Sanierung und dem Erhalt der Anlagen die Ansiedlung von Unternehmen besser zu ermöglichen. Mit dem Welterbeförderprogramm können wir beides tun: zum einen können wir den Bestand des Industriekomplexes bewahren, zum anderen Beschäftigungen kurzfristig in der Baubranche sowie langfristig im Bereich der Kreativwirtschaft unterstützen“, so Hermann Marth.

Zahlreiche im Rahmen der „Kulturhauptstadt Ruhr2010“ vorgesehen Projekte sind nach jüngsten Presseberichten aus unterschiedlichen Gründen gefährdet. So stehe das Vorhaben „Zollverein unter Tage“ wegen Nachhaltigkeitsbedenken auf der Kippe. Auch die Aktion „Schachtzeichen“, bei der ehemalige Kohleschächte durch Ballons markiert werden sollen, sei gefährdet. Statt bei einer großen Feier „Auf Schalke“ soll nun auch die Öffentlichkeit bei der Eröffnung am 9. Januar auf Zollverein dabei sein. Obwohl insbesondere Sponsorengelder noch in erheblichem Umfang fehlen, beruhigt Fritz Pleitgen: „Ein Fiasko wird es nie und nimmer“. Auf Druck der EU wirbt man inzwischen aber wieder mit dem alten Slogan "Essen für das Ruhrgebiet".

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