Industriekultur

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Köln: „Nacht der Technik“ am 26. Juni präsentiert Wissenschafts- und Technikorte

Warum piept es eigentlich, wenn Ihr Einkauf gescannt wird? Welche komplexen Planungen sind mit dem Auftritt von Weltstars verbunden, damit Sie Ihr Konzert in Ruhe genießen können? Wie würden Sie einen Tatablauf rekonstruieren? Was passierte, wenn Ihre Ampel auf dem Weg zu Arbeit wirklich länger getaktet wäre? Wie viel Strahlung geht von Ihrem persönlichen Handy aus? Wohin verschwindet Ihr Gepäck, wenn Sie es bei der Deutschen Bahn gegen 1 Euro eingetauscht haben. Und was erleben Sie, wenn Sie mit dem berühmten Astronauten Ernst Messerschmidt auf einen Kurztrip in den Weltraum gehen?

Fragen Sie sich jetzt, was all diese Fragen gemeinsam haben? Alle Antworten hierauf sind technischer Natur und bei geeigneter Erklärung auch für Laien verständlich.

Die 1. NACHT DER TECHNIK in Köln hat es sich zur Aufgabe gemacht, am Freitag, 26. Juni 2009 in nur sechs Stunden diese Fragen und noch viele weitere zu beantworten.

Rund 40 Unternehmen und Institutionen in und um Köln haben sich dieser Idee angeschlossen und laden ein, Hintergründe technischer Funktionen in Führungen, Experimenten und Präsentationen selbst zu erleben. Motto: technisches Wissen unterhaltsam und verständlich aufbereitet.

Das neue Kölner Event setzt dabei auf eine breite Branchenabdeckung – von der Produktion und Wissenschaft über Verkehr, Energie und Sicherheit bis hin zu Kommunikation und Unterhaltung. Schließlich soll an diesem Abend jeder Mann und jede Frau seinen bzw. ihren Interessensbereich finden.

Mit nur einem Ticket erhalten die Besucher Zugang zu allen Veranstaltungen, die durch vier Shuttle-Touren am Knotenpunkt Neumarkt miteinander verbunden sind.

Viele Kölner Unternehmen betreiben reizvolle und sehenswerte Technik, die im alltäglichen Ablauf zu spüren, aber viel zu selten zu sehen ist. Die NACHT DER TECHNIK erlaubt erstmals einen Blick hinter die Kulissen dieser Unternehmen zu werfen und der im Alltag verborgenen Technik näher zu kommen.

Das RheinEnergieStadion beispielsweise, ein Technikstandort in nahezu allen Bereichen. In drei Führungen wird ein Einblick in verschiedene Felder geboten. Dort, wo sonst nur Spieler, Trainer und Techniker Zutritt haben, gibt der Stadionführer sein Wissen über die moderne Konzeption und Konstruktion des Stadions Preis. Eine weitere Führung widmet sich den Geheimnissen rund um das heilige Grün – wie bringt ein Greenkeeper den Rasen zum Wachsen, welche Spezialgeräte zur Pflege sind notwendig und wie funktioniert ein Beregner. Fans großer Events können sich bei einer dritten Führung zeigen lassen, welch komplexe Planungen dem Auftritt von Weltstars vorausgehen und was für technische Raffinessen das Stadion für solche Ereignisse bereithält. Die sogenannte Gebäudeleittechnik sorgt z.B. dafür, dass sich bis zu 50.000 Menschen bei einem Bundesligaspiel gefahrlos und stressfrei im Stadion bewegen können.

Wer es etwas theoretisch mag, sollte einen kurzen Stopp bei GS1 Germany einlegen. In einer multimedialen Live-Darstellung erleben die Besucher den gesamten Kreislauf einer Getränkekiste von der Produktion, über die Ladentheke bis zur Leergutrückführung. Wie das funktioniert wird hier gezeigt: ein fein abgestimmtes Zusammenspiel von Barcodes, Scannern, Datenaustausch, Transportetiketten und vielem mehr. Wer möchte, kann dort auch das eigene Organisationstalent auf die Probe stellen.

Weiter weg und doch ganz nah entführt der berühmte Astronaut Ernst Messerschmid bei XPERIENCIA. Auf einer 3D-Reise in den Weltraum folgen ihm die Besucher in die Lebens- und Arbeitswelt der Internationalen Raumstation (ISS). Ernst Messerschmid berichtet von seinen Erlebnissen an Bord des Space Shuttle und erläutert, welche Aufgaben in der bemannten Raumfahrt noch zu meistern sind.

Besuchern, die sich für Entwicklungsschritte in der Produktion interessieren, empfiehlt sich die Station Bertrandt Ingenieurbüro. An Modellen werden die Phasen der Fahrzeugentwicklung – von der Idee bis zum Prototypen – veranschaulicht und von Experten inhaltlich begleitet. Hier gibt es interaktive Infotainment-Systeme zu bestaunen und an Automodellen wird gezeigt, wie »Mobile Navigation« funktioniert. Welche Technik für die Entwicklung benutzt wird, kann man am Beispiel einer Türkonstruktion erleben. Hier wird eines der Standardwerkzeuge vorgeführt, das 3D-Programm CATIA. Auch Designfans werden glücklich sein: denn der Modellbau stellt aus. Wer actionreiche Demonstrationen liebt, geht direkt zur Klimakammer. Dort werden verschiedene Klimabedingungen für Sicherheitstests simuliert und das Zünden von Airbags gezeigt.

Wer viel an einem Ort erleben möchte, ist am Campus Deutz der Fachhochschule genau an der richtigen Adresse. Treten Sie gegen den elektronisch gesteuerten Kickroboter an, erleben Sie die Gesetze der Hydraulik auf einem Gabelstapler, erfahren Sie warum Ihr Nachbar Ihre E-Mails lesen kann und wie das Display der Zukunft aussieht. Die Führungen reichen von der Fahrzeugsicherheit bis zum Sounddesign im Automobilbau, von der Prüfung von Bau- und Werkstoffen bis zum Blick in den Mikrokosmos durch ein Rasterelektronenmikroskop. Wie die Hochwasserentlastungsanlage an der Aggertalsperre funktioniert, kann im Modell im Wasserbaulabor besichtigt werden. Wie Stromversorgung, Licht und Wärme an der Fachhochschule Köln selbst gesteuert werden, zeigt schließlich der Blick in die Leitwarte. Ebenfalls hoch aktuell: Energieversorgung ohne Atom und Kohle – und was ist, wenn der Wind nicht weht? Die Fachhochschule Köln informiert und berät in der Nacht der Technik auch über das ingenieurwissenschaftliche Studium – und bringt Ingenieurinnen mit Frauen zusammen, die sich für einen technischen Beruf interessieren.

Reichlich Gelegenheit, mit Ingenieurinnen und Ingenieuren ins Gespräch zu kommen, gibt es auch bei der anschließenden Abschlussparty der NACHT DER TECHNIK ab 23.30 Uhr in der Fachhochschule Deutz.

Highlights für Freunde der historischen Industriekultur sind sicherlich die Führungen durch die Motorensammlung der Deutz AG in Köln-Porz sowie die Besichtigung des unter Denkmalschutz stehenden „Ratsschiffs“ MS Stadt Köln im Niehler Hafen auf Einladung der HGK Häfen und Güterverkehr Köln. Auch Führungen im Rheinauhafen, im Chempark Leverkusen (ehem. Bayer), dem Kölner Hauptbahnhof und dem Flughafen Köln-Bonn werden angeboten. Hier sind teilweise direkte Anmeldung und Reservierung im Voraus erforderlich.

Das vollständige Programm der Nacht liegt ab dem 5. Mai in Köln und Umgebung aus und ist ebenso online verfügbar. Tickets sind ab heute im Vorverkauf über KölnTicket zu beziehen. Das Ticketkontingent ist auf 5.000 Karten begrenzt. Der Kauf einer Karte im Vorverkauf wird empfohlen.

Eine begrenzte Anzahl von exklusiven Sonderführungen sind nur mit hierfür ausgegebenen Sonderführungs-Tickets zu besuchen. Der Vertrieb dieser Tickets erfolgt ausschließlich online über www.koelnticket.de. Die Besucher erhalten ein reguläres Ticket inkl. einer kostenlosen Sonderführung.

Veranstaltet und beworben wird die NACHT DER TECHNIK in Köln von zwei bedeutenden technisch-wissenschaftliche Vereinigung des Techniker- und Ingenieur-Wesens, dem VDI Verein Deutscher Ingenieure, Bezirksverein Köln e.V. und dem VDE Verband der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik, Bezirk Köln e.V.. In der konkreten Planung der NACHT DER TECHNIK werden die Berufsvereine durch den StadtRevue Verlag Köln, u.a. seit zehn Jahren Veranstalter der Langen Nacht der Kölner Museen, begleitet.

Aktuelle Informationen und 96-seitiges Programmheft unter:

www.nacht-der-technik.de

(Foto: Chempark Leverkusen; Quelle: Veranstalter)