Industriekultur

Magazin für Denkmalpflege, Landschaft, Sozial-, Umwelt- und Technikgeschichte

Neumarkt/Pfalz: Privatsammler präsentiert Maybach-Oldtimer

„Prunk in der Provinz“ übertitelte das Manager-Magazin seinen Bericht über das neue Museum, aber bekanntlich überlebt – und funktioniert – im Abseits so manches leichter als in den Metropolen.

Das „Museum für historische Maybach-Fahrzeuge“ präsentiert nach eigenen Angaben eine weltweit einmalige Ausstellung über die Geschichte und die Produkte von Karl und Wilhelm Maybach. Exponate auf rund 2500 qm Ausstellungsfläche erzählen die Geschichte des Maybach-Motorenbaus, seiner Fahrzeuge, seiner Motoren und Getriebe.Maybach-Fahrzeuge zählen zu den Pretiosen in der über hundertjährigen Geschichte des Automobils. In den zwanziger und dreißiger Jahren des 20. Jahrhunderts waren sie die schönsten, größten und wertvollsten Luxusautos, die auch technisch eine absolute Spitzenstellung einnahmen. Von 1921 bis 1941 wurden ca. 1800 Maybach-Autos gebaut, von denen heute noch weltweit rund 160 existieren.

In einer chronologisch gegliederten Ausstellung werden 18 bis 20 historische Maybach-Fahrzeuge in den verschiedensten Zuständen gezeigt, vom zersägten Scheunenfund bis hin zum Concours-Klassiker. Historische Motoren, Getriebe und Achsen runden die Ausstellung ebenso ab wie interessante Schautafeln, Modelle und Kurzfilme. Zudem lassen Geschichten über einige Maybach-Automobile und deren prominente Erstbesitzer Geschichte lebendig werden.Maybachs Lebensweg ist äußerst abwechslungsreich; so war er bis 1882 auch als Mitarbeiter von Gottlieb Daimler in der Kölner Gasmotorenfabrik Deutz, der „Wiege“ des modernen Verbrennungsmotorenbaus, beschäftigt.

Vor genau 100 Jahren gründete er in Bissingen bei Stuttgart die spätere Maybach Motorenbau GmbH, die den „Mythos Maybach“ im Motorenbau wesentlich mitbegründete.Untergebracht ist das Museum früheren Industriegebäuden in der Holzgartenstraße 8 in Neumarkt. Hier baute von 1884 bis 1959 die Firma Express Fahrräder, Mopeds und Motorräder. In der Zeit von 1960 bis 2005 wechselten die Nutzungen der Gebäude mehrfach.

Seit 2005 erwacht aus den von Verfall und Abriss bedrohten Industriegebäuden nach Angaben der Betreiber ein spannendes Ensemble mit Museum, Kultur, Gastronomie und Gewerbe. Das Zentrum bildet das „Museum für historische Maybach-Fahrzeuge“. Das gesamte Areal lebt aber nicht nur von der Attraktivität des Museums, sondern auch von Tagungen, Veranstaltungen, Ausstellungen und Gastronomie. Es ist ein nahezu rund um die Uhr belebtes Ensemble. Eine spannende Verbindung von historischen Automobilen mit Kunst und Kultur in einem historischen Gebäude findet hier ihr gegenwärtiges und zukünftiges Forum.

Öffnungszeiten des Museums: Täglich außer Montag: 10:00 Uhr bis 17:00 Uhr (Einlass bis 16:00 Uhr); Schließtage: 13. Juni 2009, 24. Dezember (Hl. Abend), 25. Dezember (1. Weihnachtsfeiertag), 31. Dezember (Silvester), 1. Januar (Neujahr)

Museum für historische Maybach-Fahrzeuge, Holzgartenstr. 8., 92318 Neumarkt, Telefon: (0049) 0 91 81 – 48 77 10 0

www.automuseum-maybach.de 

Ein weiterer Tipp für Maybach-Fans: Noch bis zum 31. Dezember 2009 zeigt das Auto & Technik Museum Sinsheim die Sonderausstellung „100 Jahre Maybach-Motorenbau“, in der nicht nur zehn historische Fahrzeuge gezeigt werden, sondern auch die nach der Wiederbelebung der Marke entstandenen Modelle Maybach 57 sowie der Prototyp „Maybach Exelero“.Weitere Informationen