Essen: Krupp-Stiftung Halbachhammer nach Restaurierung wieder geöffnet

Der Halbachhammer ist eine Außenstelle des Ruhrmuseums, das ab Herbst 2009 in der ehemaligen Kohlenwäsche der Zeche Zollverein zugänglich ist. Wie Medien berichten, wurde sind nach vierzehnmonatigen Sanierungs- und Restaurierungsarbeiten am und im Gebäude ab Ende April die Tore des bedeutenden Denkmals auf der Route Industriekultur wieder für Besucher geöffnet. Der Halbachhammer sei aus einer Reihe von Projektanträgen nach Begutachtung und Bewertung durch die Akteure des Essener Konsens ausgewählt und im Januar 2008 als Konsens-Projekt beschlossen worden.

In enger Zusammenarbeit und Abstimmung zwischen den städtischen Planern – dem Institut für Denkmalschutz und Denkmalpflege und den verschiedenen Fachabteilungen der Immobilienwirtschaft der Stadt Essen -, dem Ruhr Museum und der Arbeit & Bildung Essen GmbH (ABEG) starteten am 12. Februar 2008 die Arbeiten. Es wurden vor allem Sanierungsarbeiten am Ständerwerk und dem Inneren des Gebäudes vorgenommen. Alle Arbeiten wurden denkmal- und materialgerecht ausgeführt. So wurde beispielsweise beim Ständerwerk anstelle der in den 1960er Jahren eingesetzten Nadelhölzer wieder entsprechend lang gelagertes Eichenholz verwendet. Insgesamt wurden 2,6 Kubikmeter Eichenholz verbaut.

Der Halbachhammer ist, wie das Ruhrmuseum mitteilt, eine Schenkung Gustav Krupp von Bohlen und Halbachs an die Stadt Essen. Ursprünglich in Weidenbau an der Sieg beheimatet, liegt das Denkmal heute im westlichen Teil des Waldparks, den Margarethe Krupp im Zusammenhang mit dem Bau der Margarethenhöhe als dauerhafte Einrichtung anlegen ließ und der Stadt Essen als „Promenadenschenkung“ zu Naherholungszwecken stiftete. Die im Siegerland um 1417 erstmals urkundlich erwähnte Anlage wurde nach fast 500jähriger Betriebszeit um 1900 stillgelegt. Für eine geplante aber nicht realisierte Industrieausstellung bereits demontiert, konnte Gustav Krupp von Bohlen und Halbach das Denkmal 1914 erwerben. Er veranlasste die Überführung des Hammers nach Essen, ließ ihn 1935/36 im Nachtigallental – in Sichtweite zur Margarethenhöhe – betriebsfertig wiedererrichten.

Unter Technikaspekten repräsentiert der Halbachhammer eine „Hammerhütte“. Diese verband einen aufeinander bezogenen Hütten- und Schmiedeprozess unter einem Dach. Die Anlage hatte ursprünglich die Aufgabe, aus kohlenstoffangereichertem spröden Roheisen durch einen erneuten Schmelz- („Frischen“) und Schmiedeprozess schmiedbares Eisen zu erzeugen.

Der Essener Konsens ist nach eigenen Angaben ein Netzwerk verschiedener  Entscheidungsträger aus Politik, Wirtschaft, Verwaltung und Bildungsträgern, um projektbezogen und nicht institutionalisiert zusammenzuarbeiten. Ziel des Essener Konsens ist es, die Lebens- und Standortqualität in der Stadt Essen mit sinnvoll geplanten Maßnahmen zur Beschäftigung und Qualifizierung zu verbessern. Dabei erhöht die Bündelung der Ressourcen öffentlicher und privater Verantwortungsträger die Stoßkraft der Projekte. Ausgeführt wurden alle Arbeiten am Gebäude als ein kommunales arbeitsmarktpolitisches Projekt zur Beschäftigung, Qualifizierung und Integration von Langzeitarbeitslosen in den Arbeitsmarkt. Dabei wurde projektbezogen mit beratenden Partnern und Firmen aus der Region zusammengearbeitet – ein Prinzip aller Projekte des Essener Konsens.

Der Halbachhammer war von 1994 bis 1998 schon einmal Projekt des Essener Konsens. In einem nächsten Bauabschnitt sollen nun alle zum Wasserbetrieb notwendigen technischen Einrichtungen außerhalb des Gebäudes repariert sowie die Außenanlagen auf Vordermann gebracht. Hier steht der Essener Konsens wieder zur Seite – dieses Mal in Form seines Arbeitsmarkt-Projektes "ESSEN. Neue Wege zum Wasser". Eingebettet ist das Ganze in ein Maßnahmenpaket zur Schaffung eines Waldparks durch Grün und Gruga Essen.

Öffnungszeiten Halbachhammer: 26. April 2009: "Aufschlag", Schmiedevorführungen & Kulturprogramm, 14 – 18 Uhr

Jeden ersten Sonntag im Monat: Schmiedevorführungen historisch & aktuell, 14 – 18 Uhr

Route Industriekultur: Halbachhammer

Pressemeldung

Info des Ruhrmuseums mit Bildergalerie

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