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Zwickau/Ingolstadt: 100 Jahre Audi

Er gehört zu den eindrucksvollsten Pionieren des deutschen Automobilwesens: August Horch. Seine heute bekannteste Schöpfung ist die nach der lateinischen Übersetzung seines Familiennamens Horch = audi! benannte Automobilname.

1899 hatte August Horch in Köln-Ehrenfeld seine erste eigene Firma gegründet, mit der er bald darauf nach Sachsen übersiedelte.

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Wie andere Unternehmen hatte auch Audi eine wechselhafte Geschichte: 1926 kam es zum Zusammenschluß der „Auto-Union“, die neben Audi und Horch auch die Marken Wanderer und DKW unter ein Dach brachte. Aus dieser Zeit stammen die vier Ringe als Markenzeichen.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde im nun volkseigenen Zwickauer Werk der Trabant als DDR-Volkswagen gefertigt. Audi überlebte am Auto-Union-Standort Ingolstadt und verband sich 1964 mit Volkswagen, ohne sein weitgehende Eigenständigkeit aufzugeben.

Erzgebirge-Tourismus zur Audi-Geschichte

An die Geschichte Horchs erinnert unter anderem das nach ihm benannte Automobilmuseum, das 2002-2004 im ehemaligen Audi-Werk Zwickau eingerichtet wurde.

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Pünktlich zum 100. Jubiläum hat Audi seine Firmengeschichte in dem Bildband "Das Rad der Zeit. Die Geschichte der Audi AG" publiziert. Hier können Sie sich online durch das Buch blättern.

Unter dem Motto „Audi holt das Tafelsilber raus“ präsentiert auch die Ingolstädter Firma im Jubiläumsjahr ein vielseitiges Programm. Über 50 Veranstaltungen sind geplant. Herausragend sind vor allem zwei Termine: Am 16. Juli, exakt zum Gründungstag vor 100 Jahren, lädt das Unternehmen zum feierlichen Festakt nach Ingolstadt, wozu sich Bundeskanzlerin Angela Merkel bereits angesagt hat. Ein Muss für jeden Enthusiasten und Freund der Marke wird dieses Jahr die größte historische Motorsportveranstaltung der Welt sein – das Goodwood Festival of Speed in England. Audi hat dort als „featured marque“ einen besonderen Auftritt.

Wenn Lord March vom 3. bis 5. Juli aufs Schlossgelände in East Sussex lädt, rollt Audi Tradition mit nahezu allem an, was unternehmensseitig in den vergangenen 100 Jahren auf den Rennstrecken dieser Welt eine Rolle spielte. Erstmals holt man dafür sogar das „Tafelsilber“ aus dem Audi museum mobile: Den Auto Union Typ C Stromlinie, den einzigen originalgetreuen Nachbau des Weltrekordwagens, den Bernd Rosemeyer 1937 mit über 400 km/h auf einer normalen Straße bewegte. Ebenfalls statisch präsentiert wird in Goodwood das erste Audi Motorsportfahrzeug überhaupt, ein Audi Typ C Alpensieger von 1919. Auf die Strecke gehen die Auto Union Silberpfeile Typ C (1936) und Typ D (1938), die Audi Legenden Pikes Peak (1987) und IMSA GTO (1989) sowie die Le Mans Sportwagen R8 und R10 nebst STW- und DTM-Boliden.

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Das Markenjubiläum „100 Jahre Audi“ bestimmt selbstverständlich auch die  Sonderausstellungen im Audi museum mobile in Ingolstadt – und das gleich in drei Teilen. Den Auftakt machen am 12. März die ältesten Audi Fahrzeugen, die es noch gibt. Insgesamt zwölf  Audi Modelle aus den ganz frühen Jahren erwarten die Besucher. Darunter das einzig überlebende Modell des allerersten Audi Automobils, eines Typ A von 1910 – eine Leihgabe des Technischen Nationalmuseums in Prag. Von Ende Juli bis Ende November 2009 folgt dann das „Familientreffen“ der Rallyelegenden, jener unvergessenen Zeit der Gruppe B aus den 1980er Jahren. Die weltmeisterlichen Audi quattros stoßen hierbei erstmals wieder auf die damaligen Konkurrenten, wenn auch nur parkend.

Den Abschluss bildet die Sonderausstellung „Familiensilber – die Ära der Grand Prix Silberpfeile“ (Ende November 2009 bis Ende Februar 2010), die ein eigenes Highlight darstellt. 2009 wird nämlich auch „75 Jahre Silberpfeile“ gefeiert. Deshalb werden diese Preziosen des Motorsports auch nicht nur auf den Veranstaltungen mit Audi Tradition zu sehen sein. Ihnen gebührt eine eigene Schau im Audi museum mobile. Sechs Auto Union Silberpfeile, so viele wie noch nie zuvor seit den 1930er Jahren, finden wieder zusammen. Zu ihnen gesellen sich die einstigen „Brüder und Schwestern“, die Boliden der Kompressor-Ära der 1930er Jahre. Audi Tradition freut sich auf die historischen Rennwagen der damaligen Mitstreiter von Mercedes Benz und Alfa Romeo.

Audi-Foren in

Ingolstadt

Neckarsulm

(Quelle: Pressemitteilungen Horch-Museum, Audi)