Industriekultur

Magazin für Denkmalpflege, Landschaft, Sozial-, Umwelt- und Technikgeschichte

Essen/Hattingen: Zwei neue Bücher zur regionalen Bergbaugeschichte

500 Jahre Steinkohlenbergbau im Stadtgebiet dokumentiert nach Angaben des Verlages der „Bergbauhistorischen Atlas für die Stadt Essen“ mit Texten, Bildern und Stadtteilkarten. Damit wird die zeitgeschichtliche Bedeutung der bergbaulichen Anlagen in den einzelnen Stadtteilen der Stadt Essen dargestellt. Die Einbeziehung von Zechensiedlungen und die bildlichen Darstellungen der Zechen vermitteln auch einen Eindruck der sozialen Bedeutung des Bergbaus in den einzelnen Stadtteilen. Der Konvent des Stiftes Essen, vertreten durch die Fürstäbtissinnen, hatte im damaligen Stiftsgebiet Bergbauwilligen das Recht zum Abbau der Steinkohle verliehen und Bergordnungen erstellt. Gewerbe und Kleinindustrie nutzten den neuen Brennstoff. 1450 ist im Stadtteil Frohnhausen der erste Zechenbetrieb nachgewiesen. So betrachtet ist das Weltkulturerbe Zollverein für die Stadt Essen zugleich Denkmal für eine über fünf Jahrhunderte währende Bergbaugeschichte. Darüber hinaus bereichert diese Arbeit durch die eingefügten Bilder die vielfältige Darstellung der Industriekultur in Nordrhein Westfalen. Mit dem Bergbauhistorischen Atlas für die Stadt Essen ist ein wichtiger Beitrag zur Industriegeschichte der Stadt erstellt, der mit den beigefügten Stadtteilkarten für die einzelnen Stadtteile allen Bewohnern der Stadt einen umfassenden Einblick in die Stadtgeschichte gibt.

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Das im Essener Klartext-Verlag erschienene Buch „Auf alten Kohlenwegen, Band 2: Wanderungen durch die Bergbau-, Industrie- und Siedlungsgeschichte im Hattinger Raum. Auf alten Kohlenwegen am Welperberg zwischen Ruhr, Burg Blankenstein und Sprockhöveler Bach“ lädt nach eigener Darstellung dazu ein, die reiche Bergbau-, Industrie- und Siedlungsgeschichte des Hattinger Raumes unter die Füße zunehmen und den Spuren der historischen Entwicklung zu folgen. Die vorgestellten „Kohlenwege“ rund um den Welperberg und den Blankensteiner Berg verlaufen auf den Trassen der ehemaligen Kohlentransportstrecken. Der Wander- und Geschichtsführer erläutert die geologischen Grundlagen des Bergbaus auf Steinkohle und Eisenerze und erschließt die Geschichte des Kohlenbergbaus, der sich im Raum Welper und Holthausen bis ins erste Dritte des 17. Jahrhunderts zurückweisen lässt. Auch die Entwicklung der Erzbergwerke im Raum Welper, Blankenstein und auch in einem Teil von Holthausen, die 1854 zur Gründung der Henrichshütte führten, wird geschildert. Im Kapitel „Bergmannslos“ erfährt der Leser etwas zur sozialen Situation der Bergleute, zur damals noch nicht oder kaum vorhandenen Arbeitssicherheit in den Zechen sowie zur Geschichte der Knappenvereinigungen. Zahlreiche Bilder, Tabellen und Karten veranschaulichen die im Buch beschriebenen Themen, ein Zechen und Namenverzeichnis erleichtert die Arbeit. Zusätzlich erklärt ein kleines Bergbauwörterbuch verwendete Fachbegriffe. Der vergriffene Band 1 soll in Kürze wieder aufgelegt werden.

 

Bibliographische Angaben:

Karlheinz Rabas und Dr. Karl Albert Rubach (Hg.): Bergbauhistorischer Atlas für die Stadt Essen. Regio-Verlag, Werne 2008. 192 Seiten, 180 Abb., 40 farbige Karten, ISBN: 978-3-929158-22-9, 24,95 ¤.

Gantenberg, Walter E.: Auf alten Kohlenwegen, Band 2, Wanderungen durch die Bergbau-, Industrie- und Siedlungsgeschichte im Hattinger Raum. Auf alten Kohlenwegen am Welperberg zwischen Ruhr, Burg Blankenstein und Sprockhöveler Bach, herausgegeben von der Volkshochschule Hattingen, Klartext Verlag: Essen 2008, 360 S., 271 Bilder, 9 farbige historische Karten, 1 herausnehmbare Wanderkarte, ISBN 978-3-8375-0066-0, 19,95 ¤.